Remscheid: Neue Kita zieht in Mannesmann-Villa

Politik in Remscheid : Neue Kita zieht in Mannesmann-Villa

100 zusätzliche Betreuungsplätze sollen bis 2020 an der Burger Straße entstehen. Die Kita am Stadtpark soll von der Übergangslösung in Containern zur festen Einrichtung werden. Der Bedarf an Erziehern steigt weiter.

Auf dem Weg zu dringend benötigten zusätzlichen Kita-Plätzen kann die Stadt einen weiteren konkreten Fortschritt vermelden. In der Mannesmann-Villa an der Burger Straße 90 (gleich gegenüber vom Aldi-Gelände) wird eine neue Kindertagesstätte entstehen. Angepeilt ist, dass sie zum zweiten Halbjahr 2020 eröffnet. 100 Betreuungsplätze in fünf Gruppen sind geplant. Dafür reichten die Räume der Villa alleine nicht aus, sagte Kita-Koordinator Werner Grimm am Mittwochabend in der Sitzung des Jugendhilfeausschusses. Die Villa wird einen Anbau bekommen. Platz genug ist auf dem 5000 Quadratmeter großen Gelände, das ein Investor schon vor längerer Zeit erworben hat. In der nächsten Sitzung des Gremiums will Grimm mehr Details nennen.

Rechnet man diese 100 Plätze zu den anderen Kita-Projekten hinzu, die in der Planungsphase oder schon in der Bauphase sind, wäre die Stadt ihrem Ziel, über 700 zusätzliche Plätze zu schaffen, dann zu diesem Zeitpunkt deutlich näher gekommen. Gut möglich allerdings, dass unterwegs die Bedarfsplanung von der Bevölkerungsentwicklung überholt wird. Wie Sozialdezernent Thomas Neuhaus berichtete, sorgen Zuwanderung und Babyboom weiterhin dafür, dass Remscheid wächst. Genauere Zahlen will die Stadt in der zweiten Jahreshälfte vorstellen.

Vor diesem Hintergrund kommt dem Erhalt der bestehenden Einrichtungen große Bedeutung zu. Dass die Genehmigung für die Container-Kita am Stadtpark, die 2015 mit ihren 65 Plätzen nur als Übergangslösung für die aus hygienischen Gründen geschlossene Kita Eberhardstraße entstand, 2020 ausläuft, hat die SPD aufgeschreckt. Sie will in einer Anfrage von der Verwaltung wissen, ob und wie es am Stadtpark weitergeht.

Neuhaus erklärte, dass die Stadt am Carl-Grüber-Weg gerne die Container durch einen Kita-Neubau ersetzen würde. „Der Traum“ der Verwaltung sei es, dass die gleich nebenan liegende Grundschule mitsamt OGS und die Kita in einem Gebäude untergebracht werden könnten. Das Gebäudemanagement hat von der Verwaltungsspitze den Auftrag bekommen, eine Lösung zu finden. Sorgen der Politik, dass die Stadt dabei unter Zeitruck geraten könnte, seien unbegründet, sagte Neuhaus. Das Landesjugendamt hat eine Verlängerung der Genehmigung für die Container-Lösung für den Fall in Aussicht gestellt, dass die Stadt an gleicher Stelle eine neue Kita baut.

Eine Lösung, die Peter Nowack, Abteilungsleiter im Jugendamt, sehr begrüßen würde. Die Einrichtung werde sehr gut angenommen, die Lage der Kita sei mit der fußläufigen Nähe zu der Grünanlage am Stadtpark, dem Sportplatz gleich gegenüber und der unmittelbaren Nachbarschaft zur Grundschule ideal, sagte er unserer Zeitung. Die Container-Variante sorge aber auch für Einschränkungen. So darf die Kita aktuell nur Kinder im Bereich Ü 3 aufnehmen. Die Container-Elemente sind zudem deutlich sensibler was Kälte und Hitze angeht.

Informieren will die Stadt in der näheren Zukunft auch zur Frage, wie es um die Personalausstattung in den zusätzlichen Kitas bestellt ist. Werner Grimm ist nicht verborgen geblieben, dass in Nachbarstädten fertig gebaute Kitas nicht betrieben werden können, weil Personal fehlt. Erzieher sind heiß begehrt. Die Träger der Remscheider Einrichtungen hätten ihm erklärt, dass sie „optimistisch“ seien, berichtete Grimm dem Ausschuss. Die Stadt will sich gleichwohl mit allen Beteiligten zusammensetzen, um die Frage zu klären: „Was kommt da auf uns zu?“

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