Wermelskirchen: Kita-Situation ist erst ab Mitte 2020 entspannter

Ziel der Stadt ist eine hundertprozentige Bedarfsdeckung : Kita-Situation erst ab Mitte 2020 entspannt

Im Jugendhilfeausschuss legte die Stadt einen Sachstandsbericht zu den Projekten bei der Schaffung neuer Kindergartenplätze vor. Die Bedarfsplanung setzt 100 Prozent bei der Betreuungsquote von Ü 3-Kindern als Ziel.

Andreas Voß von der Stadtverwaltung zeigte sich im Jugendhilfeausschuss zuversichtlich: „Die gesamten Maßnahmen sind eingestielt.“ Damit resümierte er den Sachstand bei der Schaffung neuer Kindergartenplätze in Wermelskirchen. Die anschließend von Nadja Kremer für die Stadtverwaltung vorgelegte Fortschreibung der Bedarfsplanung in Sachen Kindertagesstätten (Kita) empfahl der Jugendhilfeausschuss dem Stadtrat einstimmig zur Abstimmung. Die Krux: Für die Statistik fällt der Abschluss der auf den Weg gebrachten Maßnahmen in das Kindergartenjahr 2019/20. Das wird die Eltern, die akut ab dem 1. August diesen Jahres einen Kindergartenplatz brauchen, jedoch nur bedingt beruhigen. Der Grund: Das Gros der Maßnahmen ist laut Plan in Mitte 2020 fertig und damit einsatzbereit.

Daraus machte Andreas Voß keinen Hehl: „Die neue Plätze bräuchten wir schon am 1. August 2019 zum neuen Kindergartenjahr.“ Eine schnellere Umsetzung der Maßnahmen sei nicht möglich, da die Genehmigungs- und Vergabeverfahren ihre Zeit bräuchten. Auch einer von Therese Rehn (CDU) ins Spiel gebrachte Zwischenlösung mittels „Containern“ erteilte Voß eine Absage: „Das haben wir geprüft, würde sich jedoch nicht schneller umsetzen lassen.“ Aber: „Es sind 229 neue Kita-Plätze in zwölf Gruppen unterwegs.“ Die Stadtverwaltung hoffe dann auf eine deutliche Entlastung.

Wie Andreas Voß mitteilte, bekommt die Waldkita am Forstring eine weitere Gruppe (18 Kinder, ab 1. August 2019). Der Anbau an den Evangelischen Kindergarten Tente schafft Raum für 25 Kinder (Fertigstellung: Mitte 2020). Dazu gesellen sich die Anbauten an die städtischen Kita Forstring (14) und Am Ecker (für 30 Kinder), deren Fertigstellung ebenso für Mitte 2020 geplant ist. Im Kindergarten Grunewald, dessen Trägerschaft die Stadt von der Lebenshilfe übernimmt (wir berichteten), entsteht durch Umbauten bis Ende dieses Jahres eine zweite Gruppe im Erdgeschoss und bis Mitte 2020 eine dritte Gruppe im Obergeschoss. Letztere „ersetzt“ eine optional angedachte vierte Gruppe an der Eichholzer Straße. „Davon haben wir aus verkehrstechnischer Sicht (Anm.d.Red.: schmale Anliegerstraße) Abstand genommen“, erläuterte Andreas Voß. An der Eichholzer sowie an der Hilfringhauser Straße entstehen zwei neue Kita, die im Träger-Investoren-Modell errichtet werden. „Wir stehen kurz vor der Vergabe, ab der Erteilung der Baugenehmigung rechnen wir mit einer Bauzeit von acht bis zehn Monaten“, so Voß. Damit würden beiden Projekte ab Mitte 2020 für je 65 Kinder eine Herberge bieten.

Wie Nadja Kremer in der Bedarfsplanung feststellte, will die Stadtverwaltung die in der Ausschreibung eingebrachte Option für eine vierte Gruppe an der Hilfringhauser Straße direkt ab Bau ziehen, womit dort zehn U3-Plätze entstehen. Aktuell habe sich die Betreuungsquote von 80 Prozent bei den unter dreijährigen Kindern bestätigt. „Wir haben 2019 bei den U3 das Spitzenjahr, danach geht die Prognose von einer Abnahme aus“, sagte Nadja Kremer. „Die Quote könnte aber auch weiter steigen.“

Ziel der Stadtverwaltung bei der Schaffung von Kita-Plätzen sei eine Kombination aus U3- und Ü3-Betreuung, damit die Bindungen der Kinder erhalten bleiben könnten. Aufgeteilt auf das Stadtgebiet ergeben sich laut Bedarfsplanung die deutlichsten Fehlbedarfe in Dabringhausen, Hünger, Mitte und Ost. Demnach bestätigt sich die Betreuungsquote bei U3 von 80 Prozent, was die Wahlmöglichkeit der Eltern für eine Tagesmutter erhält. Die auf den Weg gebrachten Maßnahmen zur Schaffung neuer Kita-Plätze sowie die prognostizierte Bevölkerungsentwicklung mit eingerechnet ergibt sich bei den Ü3-Kindern ab 2019/20 eine statistische Versorgung von 93 Prozent oder 77 fehlenden Plätzen (2020/21: 92 Prozent oder 80 fehlende Plätze, 2021/22: 94 oder 57, 2022/23: 96 oder 35 und 2023/24: 100). Nicht eingerechnet ist dabei der Ersatzneubau eines dreigruppigen Kindergartens (14 U3-Plätze und 41 Ü3-Plätze) für die Kita Jörgensgasse, die als Provisorium lediglich bis Ende die Kita-Jahres 2020/21 genehmigt ist. Als Ziel setzt die Bedarfsplanung 100 Prozent ein. „Perspektivisch soll die Überbelegung keine Regel mehr sein“, unterstrich Andreas Voß.

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