Schwalmtal braucht mehr Kita-Plätze

Kinderbetreuung : Schwalmtal braucht mehr Kita-Plätze

Rainer Müller vom Kreisjugendamt empfahl im Sozialausschuss, einen neuen Kindergarten mit drei Gruppen zu bauen. Auf einen Standort im Baugebiet „Zum Burghof“ in Waldniel wollten sich die Fraktionen jetzt noch nicht festlegen.

In der Gemeinde Schwalmtal fehlen künftig Kindergartenplätze. Das prognostizierte Rainer Müller vom Jugendamt des Kreises Viersen am Mittwochabend im Ausschuss für Demografie und Soziales in Waldniel. Wahrscheinlich fehlen im Jahr 2020 für die Kinder ab drei Jahren insgesamt 60 Betreuungsplätze. Ein neuer, dreigruppiger Kindergarten soll die Betreuung in Zukunft sichern.

Aktuell gibt es in Schwalmtal eine Überbelegung von 14 Prozent der möglichen Plätze. In Amern stabilisiert sich die Zahl der Kinder, in Waldniel hingegen steigt die Zahl der Kinder über drei Jahre. Auch rechnet das Kreisjugendamt mit einer steigenden Nachfrage nach Plätzen für Unter-Dreijährige. „Es würde Sinn machen, eine dreigruppige Einrichtung in Waldniel neu zu bauen“, empfahl Müller im Ausschuss. Dort hatte er die Bedarfseinschätzung für Kinderbetreuungsplätze vorgestellt.

Einstimmig nahmen die Ausschussmitglieder diese Einschätzung Müllers zur Kenntnis, wollten sich aber zu diesem Zeitpunkt noch nicht festlegen und nicht sofort über den Standort eines neuen Kindergartens im vierten Abschnitt des Baugebiets „Zum Burghof“ entscheiden. Das hätte sich Planungsamtsleiter Bernd Gather gewünscht. Thomas Nieberding (Grüne) erklärte, dass man ohne eine Diskussion nicht über einen Standort entscheiden könne. Damit es keine Verzögerungen in der Bauleitplanung für den vierten Abschnitt des Baugebiets „Zum Burghof“ gibt, soll die Standortfrage aber noch in diesem Jahr diskutiert werden, nämlich in der Sitzung des Planungsausschusses am 5. Dezember. Bis dahin können die Fraktionen intern überlegen, wie sie sich dazu positionieren wollen.

Wie Müller erklärte, müssen in die Planung auch die Ein- und Auspendler einbezogen werden. Die Zahl der eltern, die in Waldniel arbeiten und ihr Kind dort in einen Kindergarten bringen, ist höher als die Zahl der Eltern, die ihr Kind nicht in Schwalmtal, sondern in einer anderen Gemeinde in den Kindergarten geben. Die Differenz zwischen Ein- und Auspendlern liegt im kommenden Kindergartenjahr bei 17 Plätzen.

Um zu berechnen, für wie viele Kinder aus den Neubaugebieten wohl Betreuungsplätze benötigt werden, stimmt sich das Kreisjugendamt mit dem Bauamt ab. Ebenfalls berücksichtigt wird die Situation in den einzelnen Ortsteilen. Sie sind unterschiedlich ausgelastet, der tatsächliche Bedarf an Betreuungsplätzen für Zweijährige in Kindertagesstätten ist geringer als bislang angenommen. Diese Erkenntnisse haben Müller zufolge dazu geführt, dass man die Platzplanung flexibler gestalten will.

Nach der derzeitigen Planung fehlen im Kindergartenjahr 2018/2019 sechs Plätze für ein- bis zweijährige Kinder, elf Plätze für zwei- bis dreijährige Kinder und 69 Plätze für Kinder ab drei Jahren. Insgesamt geht man davon aus, dass 595 Kinder zu betreuen sind. In Amern werden im Kindergartenjahr 2020/2021 laut Plan 244 Kinder zu betreuen sein – 59 Kinder unter drei Jahren, 185 Kinder über drei Jahren. Aber nicht alle werden in Einrichtungen untergebracht.

Im Kindergarten Anna Polmans soll übergangsweise bis zum Kindergartenjahr 2022/23 eine Gruppe für Unter-Dreijährige in eine Gruppe für Über-Dreijährige umgewandelt werden, um die fehlenden 22 Plätze ausgleichen zu können. Im Kindergarten Hoferland reduziert sich die Zahl um zwei Plätze durch sogenannte Inklusiv-Plätze. Ausnahmsweise sollen in Amern die fehlenden Plätze vier Ü3-Plätze durch eine Überbelegung abgedeckt werden.

In Waldniel sollen 2020/21 445 Kinder leben. Hinzu kommen die Pendlerkinder. Allerdings fehlen trotz der Erweiterung der Kita Kaiserpark um 25 U3-Plätze weitere sieben Plätze für die Jüngsten. Ganze 60 Plätze werden dann für Kinder ab drei Jahren fehlen. Eine Ein-Viertel-Gruppe soll in Schier beibehalten werden, der Kindergarten Nottbäumchen wird eine Gruppe zur Hälfte in eine U3-Betreuungsform umwandeln, und in St. Michael entsteht durch den Umzug der Gruppenform II mit U3-Kindern Platz für die Betreuung von 15 weiteren Kindern über drei Jahren.

Mehr von RP ONLINE