Remscheid: CDU tagt an den Innenstadt-Baustellen

Rundgang in Remscheid : CDU tagt an den Innenstadt-Baustellen

Bei einer öffentlichen Fraktionssitzung hat die größte Ratsfraktion zentrale Punkte des Innenstadt-Umbaus besucht und dort mit Anliegern gesprochen. Ende des Monats gibt es neue Informationen der Stadt zum Friedrich-Ebert-Platz.

Ende Juni wird die Stadtverwaltung der Politik einen Sachstandsbericht zum Umbau des Friedrich-Ebert-Platzes vorlegen, dem mit Abstand größten und teuersten Projekt im Programm zur Revitalisierung der Innenstadt. Noch lägen nicht für alle Untersuchungsaufträge rund um das Großprojekt Ergebnisse vor, sagte Baudezernent Peter Heinze am Dienstag unserer Zeitung.

Auf dem bislang nur als Busbahnhof genutzten Areal startete am Montagabend auch die offene Fraktionssitzung der CDU, bei der diese mit Gästen im Rahmen eines Spaziergangs das Thema Innenstadtumbau diskutieren wollte. Sofort zeigte sich, dass die Platz-Pläne umstritten sind. Er sehe „keine Notwendigkeit“ für den millionenschweren Umbau, sagte Hans-Georg Schmakeit, Mitglied im Vorstand der Immobilien- und Standortgemeinschaft Alleestraße. Ziel der Stadt müsse es sein, mit den Fördergeldern des Landes das Beste für die Stadt herauszuholen. Wenn mehr als die Hälfte des Geldes in den Busbahnhof fließe, stimme die Balance nicht.

Zweite Station des Rundgangs war der Rathaus-Platz. Dort wollte Fraktionschef Jens Nettekoven vom Wirt der „Grünen Gans“ wissen, ob sich die von ihm in einem Brief an die Politik geschilderten Probleme mit Jugendlichen gelegt haben. Polizei und Ordnungsamt seien seitdem häufiger vor Ort, schilderte der Mann. In den späten Abendstunden aber sei die Situation weiterhin problematisch, weil die Mitarbeiter des Ordungsamtes nur bis
21 Uhr im Einsatz seien. Das sei nicht mehr zeitgemäß, weil die Gruppe, die dort regelmäßig für Ärger sorgt, immer deutlich länger vor Ort ist. Innerhalb der Fußgruppe kam die Frage auf, ob der Rathaus-Platz mit seinem Potenzial nicht eine deutlich größere Rolle im Innenstadt-Konzept spielen müsste. Nettekoven erinnerte daran, dass für Veränderungen am Theodor-Heuss-Platz nur 250.000 Euro im Investitionsplan stehen. Die Karawane zog weiter zur Fastenrathstraße. Dass ausgerechnet dort das erste Projekt im Stadtumbau-Programm starten soll, wollte vielen Teilnehmern nicht einleuchten. Rosemarie Stippekohl, Sprecherin der CDU in der Bezirksvertretung Alt-Remscheid, hält die Idee, die Taxi-Plätze auf die gegenüberliegende Straßenseite zu verlegen, für gefährlich. So würden die Fahrgäste zur Straße hin aussteigen und zudem im Anschluss die Straße überqueren müssen, um zu ihrem Ziel zu kommen.

Auf der oberen Alleestraße appellierte Optiker Frank Berghoff an die Politik, dass sich auf der Allee etwas ändern müsse, wenn der Handel hier eine Überlebenschance haben soll. Berghoff hat den Mietvertrag zwar gerade für zehn Jahre verlängert, weil er gute Konditionen aushandeln konnten. Zukunftssicher sei das aber nicht zwangsläufig. „Meinen Kindern habe ich geraten: werdet Lehrer oder Beamte.“ Er plädierte für die Umsetzung der von der ISG im Mai präsentierten Vision eines „Treffpunkts der Generationen“ im Bereich zwischen Scharffstraße und Mandtstraße.

Optiker Frank Berghoff (l.) schilderte der CDU und ihren Gästen vor seinem Geschäft seinen Eindruck von der Alleestraße. Foto: Henning Röser. Foto: Röser, Henning

Danach zog die Gruppe weiter zur Alten Bismarckstraße, an der sich durch die Initiative „My Viertel“ einiges bewegt. Mitgründer Marvin Schneider begleitete den CDU-Tross und wunderte sich: „Warum kooperieren die Parteien in Remscheid nicht mehr miteinander?“

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