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Beratungsgespräch ist wichtig

Impfangebote für Ratinger : Andrang beim Impfen für Jugendliche

Wegen der großen Nachfrage bietet der Kreis Mettmann auch in der laufenden Woche Termine für die Impfung von 12 bis 15-Jährigen an. Weiter geht es bereits an diesem Mittwoch, 4. August. Ein ärztliches Beratungsgespräch ist Pflicht.

Die Resonanz ist sehr groß: Zwischen 250 und 300 12- bis 15-Jährige haben sich am vergangenen Sonntag zum Schutz gegen Corona mit Biontech impfen lassen. Sie kamen mit mindestens einem Sorgeberechtigten ins Impfzentrum des Kreises Mettmann, das auch in dieser Woche Impftage für diese Altersgruppe benennt. Einfach so vorbeizukommen, geht allerdings nicht: Es müssen Kinderärzte anwesend sein. Und die Beratung ist Pflicht, nicht wie bei den Erwachsenen eine Frage persönlicher Neugier.

„Wir sind froh, dass die wenigstens Teenager die Impfquote im Kreis Mettmann hoch halten“, sagte eine Sprecherin des Kreises Mettmann. Denn bei den Älteren sinkt auch im Kreis die Impfbereitschaft zurzeit merklich. Das ist bei allen, die ab dem 18. August wieder zur Schule gehen müssen, offenbar anders. Wie schon bei den ersten Impfterminen gab es bei den Kinderärzten längere Wartezeiten.

Die 12- bis 15-Jährigen können an den für Sie benannten Tagen einfach vorbeikommen. Allerdings müssen sie im Impfzentrum mit mindestens einem Erziehungsberechtigten erscheinen – in der Regel Mutter oder Vater. „Die Begleiter unterschreiben jeweils, dass auch das nicht anwesende Elternteil mit der Corona-Schutzimpfung einverstanden ist“, warnt die Kreissprecherin. Heimlich innerfamiliäre Impfgegner auszumanövrieren, könnte ernste Konsequenzen haben. Ein amtlicher Ausweis und – falls vorhanden – ein Impfausweis sind jeweils mitzubringen.

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Wegen der großen Nachfrage bietet der Kreis Mettmann auch in der laufenden Woche Termine für die Impfung von 12 bis 15-Jährigen an: Mittwoch (4.8.) und Freitag (6.8.), jeweils zwischen 14 und 19 Uhr. Am Sonntag (8.8.) können sich die Jüngsten durchgehend impfen lassen – zwischen 9 und 19 Uhr.

Derzeit empfiehlt die Ständige Impfkommission (Stiko) beim Robert Koch-Institut die Impfung gegen das Coronavirus für Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren ausschließlich bei Vorliegen bestimmter Vorerkrankungen oder bei einem regelmäßigen Kontakt zu Personen mit erhöhtem Risiko schwerer Krankheitsverläufe, die selbst nicht geimpft werden können. Gemäß Stiko können weitere Kinder und Jugendliche nach ärztlicher Aufklärung und individueller Risikoakzeptanz eine Impfung erhalten.

Aufgrund des erhöhten Beratungsbedarfs soll ein definierter Zeitraum für die Impfungen der Kinder und Jugendlichen in den Impfzentren vorgesehen werden. Bürgern wird empfohlen, sich vorab im jeweiligen Impfzentrum zu erkundigen, ob und ab wann ein Impfangebot für Kinder und Jugendliche eingerichtet wird.

„Ich habe in den vergangenen Tagen mit vielen Kinder- und Jugendärzten gesprochen. Dabei wurde deutlich, dass die Möglichkeit der Corona-Schutzimpfungen für Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren nicht in allen Regionen in Nordrhein-Westfalen gleichermaßen verteilt ist. Das sollte aber nicht vom Wohnort abhängen. Das Land ermöglicht daher Impfungen in Impfzentren für diese Altersgruppen und stärkt mit seiner Entscheidung die medizinische Wahlfreiheit der Eltern“, betont Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann.

Zudem erklärt der CDU-Politiker: „Mir ist es aber wichtig festzuhalten, dass auch in den Impfzentren die Empfehlungen der Stiko gelten. Ein ‚Ärmel hoch und Spritze rein‘ soll es bei jungen Menschen nicht geben. Das ärztliche Aufklärungsgespräch ist bei Impfungen von Kindern wichtig.“ Die Stiko-Empfehlung sei die Grundlage des Handelns: Es müsse eine ausführliche medizinische Beratung und Aufklärung der Kinder und Jugendlichen beziehungsweise ihrer Sorgeberechtigten gemäß den Stiko-Empfehlungen durch einen Kinderarzt im Impfzentrum erfolgen. Die Einwilligung zur Impfung habe durch alle sorgeberechtigten Personen zu erfolgen, teilte das Ministerium mit.