Radevormwald: Politik muss mit viel Fingerspitzengefühl entscheiden

Ansichtssache : Politik muss mit viel Fingerspitzengefühl entscheiden

Die Politik diskutiert noch, die Eltern und Lehrer haben sich positioniert: Sie befürworten einen Neubau der KGS Lindenbaum – und sind gegen einen Umbau.

Es geht um das Wohl der Kinder. Um nicht mehr, aber auch nicht um weniger. Und es geht um die finanziellen Möglichkeiten einer Stadt. Da prallen möglicherweise zwei Gegensätze aufeinander, denn das Wünschenswerte ist oft nicht das Realisierbare. Insofern ist das schon eine spannende Ausgangslage. Einig sind sich alle, dass die Mädchen und Jungen der Katholischen Grundschule (KGS) Lindenbaum in viel zu beengten Verhältnissen unterrichtet werden müssen und dies für die Zukunft keine tragbare Lösung ist. Was aber ist die richtige Lösung? Während die CDU glaubt, am jetzigen Standort Kaiserstraße einen adäquaten Umbau- und Erweiterungsbau errichten zu können, sind SPD und AL skeptisch ob der pädagogischen Möglichkeiten an der Kaiserstraße. Eltern und Lehrer haben sich diese Woche deutlich positioniert und plädieren für einen Neubau, weil das die beste Lösung für den Nachwuchs sei. Jetzt ist also die Politik am Zuge. Und sie ist gut beraten, mit viel Fingerspitzengefühl an die Sache ran zu gehen. Nichts wäre schlimmer, als wenn Eltern, Lehrer und Schüler auf der Strecke bleiben und in der Diskussion aufgerieben werden. Alle Beteiligten müssen auf dem Weg der Entscheidungsfindung mitgenommen werden. Und erst nach dem Abwägen aller möglichen Optionen und deren Vor- und Nachteile sollte eine fundierte Entscheidung gefällt werden. Die Schule hat zwar signalisiert, jeden Weg mit zu gehen, aber ein Schulneubau ist eben doch eine immens wichtige Entscheidung, die absolut zukunftsweisend ist. Und gerade deshalb ist dieses Thema auch in keinster Weise dazu geeignet, es im Wahlkampf zu missbrauchen und für seine eigenen Interessen zu instrumentalisieren.

JOACHIM RÜTTGEN. Foto: Moll, Jürgen (jumo)

In einer Woche wird ein neues europäisches Parlament gewählt. Es gibt nicht wenige, die der Europawahl eine wesentlich höhere Bedeutung geben als den Wahlen in den Jahren zuvor. Europa steht am Scheideweg. Auch die Rader sind aufgerufen, ihre Stimme abzugeben. Und sollten das bitte auch unbedingt tun. Denn jeder Nichtwähler stärkt die extremen Kräfte. Ob links oder rechts. Dass auf dem knapp einen Meter langen Stimmzettel 41 Parteien um die Stimmen der Wähler buhlen, mag verwirren und unübersichtlich sein, sollte aber niemanden davon abhalten, zu wählen. Wählen ist ein Grundrecht, das niemand ausschlagen sollte. Insofern dürfen die Infostände der Rader Parteien samstags auf dem Marktplatz und am Wuppermarkt durchaus genutzt werden, um sich mit den nötigen Informationen zu versorgen.

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