Radevormwald: Dr. Wolfgang Lohmann kritisiert Vorgehen der Stadt beim Ärztehaus

Ärztehaus an der Wupper : Dr. Wolfgang Lohmann kritisiert Vorgehen der Stadt beim Ärztehaus

Hausarzt Dr. Wolfgang Lohmann argumentiert, dass sich die Verwaltung in keiner Weise in private Mietverhältnisse einzumischen oder diese zu kritisieren habe.

Als unmittelbar Betroffener schaltet sich nun auch der Hausarzt Dr. Wolfgang Lohmann in die Diskussion um das geplante Ärztehaus in den Wupperorten ein. Und spart nicht mit Kritik an Bürgermeister Johannes Mans. Der habe im BM-Artikel „Katholisches Pfarrheim soll Arztpraxis werden“ öffentlich als erster Bürger der Stadt Radevormwald erklärt, dass es für die Stadtverwaltung keine Option sei, an der Fortführung der Arztpraxis in der Keilbecker Straße 39 festzuhalten. Lohmann zitiert Mans mit den Worten „Für die Stadt ist ein neuer Arzt am jetzigen Standort an der Keilbecker Straße aus verschieden Gründen keine Option.“ Im unmittelbaren Abschnitt davor erkläre Mans, dass die Stadt beabsichtige, das katholische Pfarrheim zu erwerben, herzurichten und die Räumlichkeiten zu vermieten – „natürlich zu einer Pacht, die für den künftigen Arzt annehmbar ist.“ Die Feststellung des Bürgermeisters ist für Lohmann irritierend und für den jetzigen Vermieter inakzeptabel. „Denn die Verwaltung in Person des Bürgermeisters hat sich in keiner Weise in private Mietverhältnisse einzumischen oder diese zu kritisieren“, meint Lohmann. Wenn schon eine Einmischung stattgefunden hat, so hätte man erwarten können, dass neben Gesprächen mit dem ausscheidenden Kollegen Siebert und neben Gesprächen mit einer Gemeinschaftspraxis in Radevormwald auch der Kontakt mit dem jetzigen Vermieter der Arztpraxis in der Keilbeck gesucht worden wäre. „Dies ist aber nie der Fall gewesen“, kritisiert Lohmann. Stattdessen baue der Bürgermeister durch seine Aussage eine Konkurrenzsituation zur bestehenden Arztpraxis auf und verweise dazu auch noch auf einen annehmbaren Pachtzins. „Dies suggeriert doch, dass der jetzige Standort mit der dort gezahlten Miete im Vergleich zu den neuen städtischen Räumen inakzeptabel sei. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Stadt für viel Geld eine Immobilie erwirbt und erneuert, ohne nachher Gewinn zu erzielen“, meint der Arzt. Der Bürgermeister, verbunden mit seinem Amt, sei eine öffentliche Person. Er sollte seine Wortwahl diesbezüglich bedenken. „Er sollte bedenken, dass der gute Ton und ein ordentlicher Stil gewahrt bleiben“, fordert Lohmann. Eine Praxis, die mehr als 30 Jahre nicht nur für viele Wupperaner, sondern auch für viele Radevormwalder erste Wahl war, zeuge von einem lange bestehenden Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patienten. „Diese Praxis und ihrem ehemaligen Arzt, der noch dazu über 25 Jahre die betriebsärztlichen Geschicke der Stadt Radevormwald geleitet hat, in dieser Form so zu diskreditieren, ist schlechter Stil“, betont Lohmann. Ein bisschen mehr Würdigung und Wertschätzung seiner Praxis hätte er schon erwartet. „Ich bin sicher, dass das viele meiner ehemaligen Patienten genauso sehen“, meint Lohmann.

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