Radevormwald: Der Weg in die erste Theaterrolle

Interview : Der Weg in die erste Theaterrolle

Fünf Schüler des THG erzählen, wie sie sich vor ihrem ersten Theaterstück fühlen und wie ihr Literaturkursus das Stück „Yvonne, die Burgunderprinzessin“ erarbeitet hat.

Die Schüler des Literaturkurses von Carsten Krause führen am Freitagabend „Yvonne, die Burgunderprinzessin“ von Witold Gombrowicz in der Schulaula des Theodor-Heuss-Gymnasiums (THG) auf. Mit der Premiere werden die Schüler Cora Brandt, Jan Nsu-Kayala, Kiara Kotthaus, Victoria Katzmarek und Katharina Miller zum ersten Mal vor Publikum zu Schauspielern werden. Der Weg in die eigene Rolle war für alle Schüler der Jahrgangsstufe elf mit anderen Schwierigkeiten und Herausforderungen verbunden.

In eine Rolle zu schlüpfen und vor Publikum jemand anderes zu sein erfordert viel Selbstbewusstsein und Überwindung, oder?

Cora Brandt Für mich hilft eine Rolle dabei, selbstbewusst zu werden und meine Zurückhaltung abzulegen, denn wenn ich mich auf der Bühne blamiere, dann bin das ja nicht ich, sondern meine Rolle.
Katharina Miller Wir haben im Literaturkursus früh gelernt, diese Hürde zu überwinden. Wenn man sich hinter seiner Rolle verstecken kann, ist albern sein nicht mehr peinlich, sondern macht einfach Spaß.

Wie habt ihr euch an eure Rollen herangetastet, um sie möglichst überzeugend auf die Bühne zu bringen?

Jan Nsu-Kayala Meine Rolle hat sehr wenig Text, aber dafür sehr viel Mimik. Meine Mitschüler haben mich genau deswegen für die Rolle von Yvonne vorgeschlagen, weil ich gut mit meinem Ausdruck arbeiten kann und auch in lustigen Situationen ernst bleibe. Wenn ich es schaffe das Publikum zum Lachen zu bringen, habe ich alles richtig gemacht.
Cora Brandt Meine Rolle, der Prinz, ist textlastiger, und ich habe schon im Herbst angefangen, mich mit dem Text zu beschäftigen. Erst habe ich alle Passagen selber aufgeschrieben und dann mit meinem Handy aufgenommen, um Fehler selber zu hören. Der schauspielerische Ausdruck gelingt mir erst vor Publikum, wenn ich die Rolle fühlen kann.

Steigt jetzt, kurz vor eurer Premiere die Nervosität?

Victoria Katzmarek Ich bin total froh, dass die Scheinwerfer so stehen werden, dass die Gesichter des Publikums dunkel sind. Das wird mir helfen, mich auf meine Rolle zu konzentrieren und mich nicht ablenken zu lassen. Nervös bin ich aber trotzdem.
Kiara Kotthaus Ich fand Schauspiel schon immer interessant und freue mich total auf die Aufführung. Klar bin ich ein bisschen aufgeregt, aber die Vorfreude überwiegt.

Wie habt ihr die Inszenierung des Stücks erarbeitet, und könnt ihr schon einen kleinen Ausblick auf Bühnenbild und auf die Kostüme geben?

Kiara Kotthaus Die Inszenierung haben wir als Schüler zusammen mit unserem Lehrer Carsten Krause entwickelt. Das Bühnenbild ist sehr schlicht und gibt der Handlung Raum, weil die im Mittelpunkt stehen soll.
Um unsere Kostüme und um die Maske kümmern wir uns komplett selber. Weil das THG jetzt schon einige Jahre eigene Theateraufführungen macht, ist der Fundus an Requisiten und Kostümen relativ groß. Elemente, die nicht vor Ort waren haben wir selber angeschafft oder mitgebracht.

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