Radevormwald: RUA fehlt Gesamtkonzept an der Wupper

Wupperorte : RUA fehlt Gesamtkonzept an der Wupper

Die Fraktion RUA macht sich Gedanken um die Wohnqualität und die Begegnungsmöglichkeiten der Menschen.

Es geht um die Zukunft der Orte an der Wupper. Es geht um die Lebensbedingungen und die Lebensqualität der Menschen. Es geht schlichtweg um ein lebens- und liebenswertes Wohnumfeld. Um all das geht es auch Thomas Lorenz von der Radevormwalder Unabhängigen Alternative (RUA). Dennoch nutzte der Lokalpolitiker schon jüngst im Fachausschuss die Gelegenheit, um vor einer „Verzettelung“ an den Wupperorten zu warnen. „Ich bin auch für ein Ärztehaus, aber mir fehlt das Gesamtkonzept an den Wupperorten. Es entsteht der Eindruck, dass die Stadt eine Fülle an Räumlichkeiten erwerben will und es kein ausgearbeitetes Konzept gibt“, sagte er.

Bürgermeister Johannes Mans will die Beratungen und Entscheidungen über ein Ärztehaus schon jetzt in die Gremien der Stadt einbringen, damit eine Umsetzung so schnell wie möglich erfolgen kann. Aber in Vorbereitung für den nächsten Haupt- und Finanzausschuss am kommenden Dienstag, in der das Thema erneut auf die Tagesordnung soll, aber auch im Rahmen der allgemeinen politischen Diskussion, hat sich Lorenz einige Gedanken gemacht und stellt jetzt die Frage: „Kann es auch zu viel des Guten sein?“

Und legt dazu einen vom ihm erstellten Plan vor. RUA fragt sich, ob Wohnqualität anhand von Begegnungsmöglichkeiten dadurch steigt, dass möglichst viele Begegnungsmöglichkeiten über das ganze Gebiet verteilt geschaffen werden? Wird die Anzahl der Begegnungen nicht eher kleiner, wenn sich eine gegebene Gruppe von Menschen auf möglichst viele Orte verteilt? Als Lösung müsste man zur Abhilfe laut RUA die Begegnungshäufigkeit erhöhen oder die Begegnungsstätten zusammenfassen.

Auch die Frage der Finanzierung stellt Lorenz: Wer soll das bezahlen?. Wer soll das verwalten? „Hat jede Stelle, jeder Verein hier Hoheitsrechte, wie wir dies bei Wülfing haben? Welche Kosten entstehen den Nutzern, und sind die Räume dann noch so interessant, dass sie Bürgerbegegnung schaffen?“, schreibt Lorenz. Hier gebe es schon genügend schlechte Beispiele aus der Innenstadt. „Gibt es ein Konzept, dies an der Wupper zu vermeiden?“, fragt Lorenz. Schließlich hätten die drei letzten noch existierenden kommerziellen Begegnungsstätten (Keilbecker Grill, Dahlhauser Schweiz und Schöne Aussicht) geschlossen. Von den vier ansässigen kirchlichen Gemeinschaften sei ein Gotteshaus geschlossen, die katholische und evangelische Kirchen fusionierten mit anderen Bezirken. „Sowohl die evangelische als auch die katholische Gemeinde scheinen Interesse zu haben, ihre Gebäude abzugeben. Es wird berichtet, dass der Kostendruck und Renovierungsstau zu hoch sei“, meint Lorenz und gibt zu bedenken, dass die Förderung für solche Projekte nicht bei 100 Prozent liege. Anteile lägen auch bei der Stadt. Spätestens nach Ablauf der Förderzeit seien die Kosten der Einheiten unter städtischer Verwaltung dann durch die Stadt zu tragen.

„Hieraus ergeben sich viele Aspekte, über die wir sprechen müssen. Im Ausschuss haben wir nur beratende Funktion“, sagt Lorenz. Aber in Zeiten knapper Kassen, müsse tatsächlich überlegt werden, ob es nicht eine Begegnungsstätte weniger sein kann und dafür vielleicht ein Schulneubau in der Innenstadt möglich gemacht wird.

„Aus den Einnahmen des städtischen Haushaltes lässt sich das alles sicher nicht finanzieren“, meint Lorenz. Er hat Angst, dass sich die Stadt übernehme und die Bürger an den Folgekosten hängenbleiben – durch steigende Grund- und Gewerbesteuern.

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