1. NRW
  2. Städte
  3. Radevormwald

Zukunft der KGS Lindenbaum in Radevormwald wird lebhaft diskutiert

Bildungspolitik : Wird KGS zum Zankapfel im Wahlkampf?

Muss die Katholische Grundschule Lindenbaum ihren Standort verlassen oder ist ein Umbau an der Kaiserstraße möglich? Bei der Debatte unter den Politikern in Radevormald spielt auch das neue Baugebiet Karthausen eine Rolle.

Die Meinungen über die Zukunft der Katholischen Grundschule Lindenbaum (KGS) gehen in der Politik auseinander. Soll das Gebäude am jetzigen Standort an der Kaiserstraße umgebaut werden, wie die Verwaltung es vorschlägt, oder ist ein Neubau an der Blumenstraße die bessere Lösung?

Für die CDU-Fraktion ist ein Umbau an Ort und Stelle die beste Lösung. Ratsmitglied Dejan Vujinovic hatte für die Christdemokraten diese Lösung jüngst im Schulausschuss verteidigt. Auf eine Lösung konnten sich die Politiker in dem Gremium nicht einigen – es wird in den Fraktionen noch weiter beraten. Vujinovic macht sich nun Sorgen darüber, dass das Thema jetzt monatelang zerredet wird. „Es wäre schlimm, wenn die Zukunft der Grundschule nun als Thema im Wahlkampf verwendet wird“, sagt er. Das wäre für Schüler und Lehrer, die zurzeit in den beengten Verhältnissen des Gebäudes arbeiten, nicht gut. Die CDU sieht in der geplanten Erweiterung an der Kaiserstraße eine Möglichkeit, die Problem rasch zu beheben. Vujinovic verweist darauf, dass Schulleiterin Barbara Janowski erklärt habe, mit dieser Lösung könne man gut leben.

Die Gegenposition nehmen die Vertreter der Alternativen Liste (AL) ein. Fraktionsvorsitzender Rolf Ebbinghaus ist überzeugt: „Die Schule Lindenbaum ist am jetzigen Standort nicht entwickelbar.“ Indirekt habe die Verwaltung das ja im Ausschuss auch zugegeben, meint er und bezieht sich auf eine Aussage des Schulamtsleiters über die pädagogischen Möglichkeiten am neuen Standort.

Dass der Neubau die Stadtkasse mehr belasten wird als ein Umbau sei ihm durchaus bewusst, sagt Ebbinghaus. „Aber die schlimmsten Kosten sind immer solche, die man später in den Wind schreiben muss“, erklärt er. Und dies könne passieren, wenn sich zeige, dass der Standort an der Kaiserstraße doch nicht funktioniere.

Auch Dejan Vujinovic hat die Kostenfrage im Blick. Angesichts der vielen Projekte, die die Stadt derzeit anpackt – etwa die Integrativen Handlungskonzepte in der Innenstadt und den Wupperorten – hält der CDU-Mann es für geboten, nicht leichtfertig neue Großprojekte in die Wege zu leiten. Die Stadt schätzt, dass ein Neubau etwa 13 Millionen Euro kosten wird. „Wir dürfen nicht vergessen, dass durch das neue Baugebiet Karthausen auch die Schülerzahl der Grundschule Bergerhof steigen wird“, erklärt Vujinovic. Das bedeute, die dortige Grundschule müsse vermutlich ebenfalls erweitert werden – ein Grund, jetzt nicht fröhlich das Geld für Bildung sorglos auszugeben.

Arnold Müller, Ratsherr der SPD, sieht eine Möglichkeit, beide Ziele zu erreichen – einen großzügigen Neubau und die Möglichkeit für Kinder aus Karthausen in der Nähe die Schule zu besuchen. „Es muss ja nicht der Standort Blumenstraße sein“, meint Müller. „Da die Stadt sich ja offensichtlich mehr nach Westen orientiert, wäre es denkbar, dort einen Standort zu suchen.“ Auch die Sozialdemokraten, so Müller, zweifeln daran, dass die KGS Lindenbaum am jetzigen Standort genug Raum hat, um gleichzeitig erweitert zu werden und pädagogisch genug Möglichkeiten zu bieten. „Die Klassenräume werden zu klein geraten, außerdem sind die Parkmöglichkeiten gering“, argumentiert Müller für einen Neubau an anderer Stelle.