AL will wissen, ob es in Radevormwald ein Drogenproblem gibt

Jugendhilfeausschuss : AL hat Fragen an den Jugendhilfeausschuss

Mit zwei Anträgen der Alternativen Liste (AL) soll sich der Jugendhilfeausschuss in seiner Sitzung am kommenden Mittwoch, 22. Mai, 17 Uhr, in der Aula des Schulzentrums beschäftigen. So soll der Ausschuss dem Rat empfehlen, einen Prüfauftrag an die Verwaltung zu stellen, an welchen Stelle sich ein kinder‐ und jugendgemäßes Freizeitgelände für Skateboard‐, BMX‐Fahrer etc. errichten lässt – inklusive Kostenschätzung.

Noch vor den Haushaltsberatungen für 2020 solle die Verwaltung über die Ergebnisse berichten.

„Dabei ist auch zu prüfen, ob die Skater‐Stunden im life-ness eingestellt werden könnten und die Haushaltsmittel eher zur Deckung der Investitionen in ein solches Gelände verwandt werden sollten“, schlägt der Fraktionsvorsizende der AL, Rolf Ebbinghaus, vor. Das bisherige Angebot im „life-ness“ bestehe nur für wenige Stunden in der Woche und entspreche damit nicht dem Freizeitverhalten junger Menschen. „In Radevormwald fehlen offene Angebote zur Sport‐ und Freizeitbetätigung für Kinder und Jugendliche. Dieser Missstand sollte möglichst schnell abgestellt werden“, schreibt Ebbinghaus. Leider sei das Problem immer wieder aus dem Blickfeld der Politik geraten. „Wir halten es aber für dringend geboten, dass die Stadt auch für Kinder und Jugendliche attraktiver wird“, fordert Ebbinghaus.

Das BMX‐Gelände nahe der Wasserturmstraße bezeichnet er als gescheitert. „Das Gelände gleicht eher einer Abraumhalde als einem Freizeitgelände. Deshalb ist es notwendig, dass bestehende Angebote überdacht und die Möglichkeiten einer Professionalisierung des Angebotes geprüft werden“, findet Ebbinghaus. Wie solche Angebote aussehen könnten, dafür fand die AL ein Beispiel in der Nähe von Überlingen am Bodensee.

Skatergelände in Überlingen: So könnte ein Freizeitgelände auch in Radevormwald aussehen, findet die AL. Foto: Rolf Ebbinghaus

Auch ein anderes „heißes Eisen“ packt die AL an: Es geht darum, ob es in Radevormwald eine Drogenproblematik gibt. „Hier geht es uns vor allem um die Information des Ausschusses. Die mit Kinder- und Jugendarbeit befassten Menschen und Organisationen müssen wissen, ob es ein Drogenproblem gibt, wie umfangreich es ist und in welchen Formen es sich darstellt. Erst dann kann über Hilfen oder andere Maßnahmen verantwortlich beraten werden“, meint Ebbinghaus. Die Thematik sei ein grundsätzliches Problem. Dabei könne es vorerst nur um die Sensibilisierung gehen.

Die AL stellt deshalb folgende Fragen an den Jugendhilfeausschuss:
▶ Können das Jugendamt, die Schulsozialarbeiter einschätzen, wie viele Jugendliche und junge Erwachsene in Rade Drogen konsumieren?
▶ Welche Art von Drogen spielen nach Kenntnis der Verwaltung die größte Rolle?
▶ Sind die einschlägigen Handelsplätze und Zeiten bekannt? Gehören zu den Handelsplätzen auch die weiterführenden Schulen?
▶ Fällt der Konsum oder eine Abhängigkeit in den Schulen auf?
▶ Welche Hilfsangebote für Konsumenten und deren Eltern bestehen?
▶ Bestehen Ordnungspartnerschaften in der Bearbeitung dieses Problems zwischen lokaler Verwaltung, Kreis und Polizei? Wenn ja, in welcher Form?
▶ Welche Wünsche und Erwartungen besitzt das Jugendamt, um das Problem effektiver bearbeiten zu können?

Mi. 22. Mai, 17 Uhr, Aula Schulzentrum, Hermannstraße 23.

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