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Zukunft der KGS Lindenbaum in Radevormwald bleibt weiter unklar

Schulausschuss Radevormwald : KGS Lindenbaum — Politik will vorerst weiter beraten

Bei der Frage „Umbau oder Neubau?“ konnten sich die Mitglieder des Schulausschusses noch nicht einigen.

Eine rasche Lösung für die Raumprobleme der Schüler und Lehrer in der Katholischen Grundschule Lindenbaum ist fürs erste nicht in Sicht. Zum zweiten Mal berieten die Mitglieder des Schulausschusses am Montag über die verschiedenen Varianten, doch ein Beschluss steht weiter aus. Die Vertreter der verschiedenen Fraktionen kamen überein, dass die Kostenschätzung der Verwaltung noch einmal geprüft werden muss.

Im Wesentlichen lässt sich das Problem auf eine simple Frage reduzieren: Umbau oder Neubau? Die Verwaltung ist der Auffassung, dass ein  Umbau am jetzigen Standort, also an der Kaiserstraße, möglich ist und alle nötigen pädagogischen Standards erfüllt. Sie argumentiert nicht zuletzt mit den Kosten: Ein Umbau würde schätzungsweise 4,5 Millionen Euro kosten, ein Neubau dagegen schläge mit rund 13,6 Millionen Euro zu Buche.

Diese Zahlen werden aber von einigen Fraktionen angezweifelt. Die Unabhängige Wählergemeinschaft (UWG) und die Alternative Liste (AL) äußerten bereits vor der Sitzung Bedenken und plädierten für einen Neubau. Armin Barg (UWG) bekräftigte dies nun: „Es fällt mir schwer, die Kostenaufstellung für einen Umbau am Ort und Stelle zu akzeptieren.“ Einen Altbau zu sanieren (das Gebäude der Schule ist 110 Jahre alt) sei immer mit finanzielle Risiken behaftet. Doch Barg hat noch andere Gründe: „Es würde bedeuten, dass die Erstklässler für zwei Jahre in einen Container umziehen, danach müssen sie sich dann erneut umgewöhnen. Können wir das verantworten?“

Für einen Umbau, wie die Verwaltung ihn möchte, spricht sich dagegen die CDU aus. Ratsmitglied Dejan Vujinovic nannte eine Reihe von Gründen, warum seine Fraktion für die Lösung an der Kaiserstraße ist: „Das Ganze wäre schneller umzusetzen, energetische Erneuerung und Barrierefreiheit wären gewährleistet, der Standort ist zentrumsnah, das Areal wird optimal ausgenutzt.“ Zudem habe die Schulleitung der KGS bereits erklärt, man könne mit dieser Lösung gut leben. Bei einem Neubau an der Blumenstraße müsse zudem die Frage geklärt werden, wohin die dort wohnenden Asylbewerber umziehen sollten.

Ein großer Teil der Ausschussmitglieder ließ sich von diesen Argumenten allerdings nicht überzeugen. „Die Entscheidung ist sehr schwer“, seufzte Annette Pizzato, die Fraktionsvorsitzende der FDP. Zwar habe die kostengünstige Lösung einen gewissen Charme, dennoch blieben Bedenken.

Elisabeth Pech-Büttner erklärte für die Grünen: „Bei der Blumenstraße befände sich eine Kita direkt nebenan.“ Außerdem sei ihr neu, dass auch die Turnhalle an der Kaiserstraße saniert werden müsse. Ihr Fazit: „Wir müssen noch mal nachberaten.“ Zumindest darauf konnten die Politiker sich am Montag einigen.