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Radevormwald: „Held der Straße“ auf L 414 im Einsatz

Schwerer Unfall in Dahlhausen : „Held der Straße“ für Rettungsaktion geehrt

Die Firma Goodyear und der Automobilclub von Deutschland suchen Monat für Monat mutige und selbstlose Retter – so wie Sebastian Schuh aus Remscheid, der in Radevormwald zum wichtigen Helfer nach einem schweren Unfall wurde.

Eigentlich sollte es ein gemütlicher Ausflug am Feiertag Fronleichnam werden, doch Sebastian Schuh aus Remscheid wurde am Donnerstag, 3. Juni 2021, unverhofft zum Helden und half einem schwer verletzten Motorradfahrer, der auf der L 414 bei Dahlhausen verunglückt war. Nun darf sich Schuh „Held der Straße“ des Monats September nennen, denn diese Auszeichnung bekam er von der Firma Goodyear und dem Automobilclub von Deutschland (AvD) überreicht – „für seinen umsichtigen Einsatz“, heißt es in einer Pressemitteilung. Goodyear und AvD suchen jeden Monat solch mutige und selbstlose Helden.

Aber was war passiert? Laut Polizei war ein 54-jähriger Motorradfahrer aus Wuppertal an diesem Fronleichnamsmorgen gegen 8 Uhr mit seiner Ducati in Richtung Dahlhausen unterwegs, als er in einer langgezogenen Rechtskurve die Kontrolle über seine Maschine verlor. Das Motorrad kam nach links von der Fahrbahn ab, prallte gegen eine Kurvenleittafel und stürzte mit dem Fahrer eine fünf Meter hohe Böschung hinunter, so dass beide von der Straße aus nicht mehr zu sehen waren.

 Sebastian Schuh aus Remscheid half vorbildlich.
Sebastian Schuh aus Remscheid half vorbildlich. Foto: Goodyear
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Und jetzt kommt Sebastian Schuh ins Spiel. Er fuhr an eben diesem Donnerstagmorgen mit seinem Rennrad auf der Landstraße 414, als er in der langgestreckten Kurve auf der Gegenfahrbahn eine angefahrene Leittafel bemerkte. „Er hielt an, wendete und sah ein verunfalltes Motorrad und seinen Fahrer, die eine etwa fünf Meter hohe Böschung heruntergestürzt waren. Er sprach den Mann an und verständigte die Rettungskräfte“, heißt es in einer Pressemitteilung der Firma Goodyear. Für diesen durchdachten Einsatz kürten Goodyear und der Automobilclub von Deutschland (AvD) ihn zum „Held der Straße“.

Schuh erinnert sich noch sehr gut an jenen warmen Morgen als er mit dem Rennrad auf der L 414 in Richtung Radevormwald unterwegs war. „Es war Fronleichnam, ein wunderbarer Tag, und ich war schon vor 8 Uhr früh unterwegs auf meiner 60 Kilometer langen Hausstrecke. Es gibt hier viele Kurven, die Gegend wird auch von Motorradfahrern geschätzt“, berichtet der Justizvollzugsbeamte aus Remscheid. An einer Stelle weisen etwa 15 Kurvenleittafeln auf einen gefährlichen Kurvenverlauf hin. „Ich sah gleich, dass da etwas nicht stimmte und dachte, jemand hätte wohl nachts ein Schild umgefahren.“ Schuh hielt an, sah die Böschung hinunter und bemerkte ein Motorrad. Einige Meter davon entfernt lag jemand. „Während ich überlegte, was zu tun sei, sah mich der Fahrer und rief mir zu: „Können Sie bitte Hilfe holen?‘“

Schuh überlegte kurz, die steile Böschung hinunterzuklettern, doch als passionierter Rennradfahrer hatte er keinerlei Verbands- oder Erste-Hilfe- Material dabei. Er sah sich den verletzten Motorradfahrer genauer an und bemerkte, dass der offenbar von allein in eine stabile Seitenlage gefallen war. „Das war Glück“, sagt Schuh. Doch der 54-jährige Mann lag auf seiner linken Seite, sein Mobiltelefon unter ihm. Er kam nicht dran. „Mir tut die linke Seite weh“, rief er.

Schuh ging zum Rad zurück, holte sein Telefon und wählte den Notruf. Er erklärte der Leitstelle die Situation und bekam die Aufforderung, oben an der Straße stehenzubleiben und auf den Rettungswagen zu warten. Schuh ging zurück zur Absturzstelle und redete mit dem Verletzten. Der hatte noch den Helm auf, war aber bei Bewusstsein. Schuh, Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Wuppertal und mit Erster Hilfe vertraut, dachte nach: „Wenn er das Bewusstsein verliert, muss ich runter und ihm den Helm abnehmen.“ Sie sprachen weiter, bis Rettungswagen und Notarzt kamen und den schwer verletzten Motorradfahrer ins Krankenhaus brachten.