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Radevormwald: Appell der Ratsfraktionen von SPD, FDP und AL

Politik in Radevormwald zur Corona-Pandemie : Eindringlicher Appell der Ratsfraktionen von SPD, FDP und AL

Vor Ort müssen schnelle und unbürokratische Entscheidungen getroffen werden, um die katastrophale Entwicklung der Infektionszahlen einzudämmen.

Die Infektionszahlen steigen dramatisch. Die Corona-Pandemie hat die Menschen fest im Griff. Deshalb haben die drei im Rat der Stadt Radevormwald vertretenen Fraktionen von SPD, FDP und Alternativer Liste einen öffentlichen Appell formuliert.

 Auch Annette Pizzato (FDP) beteiligt sich an dem Appell.
Auch Annette Pizzato (FDP) beteiligt sich an dem Appell. Foto: FDP

„Wir haben uns hierzu entschlossen, weil die Politik endlich das Heft des Handelns in die Hand nehmen muss. Dies gilt auf allen Ebenen, insbesondere natürlich in Bund und Land. Aber auch vor Ort müssen schnelle und unbürokratische Entscheidungen getroffen werden, um die katastrophale Entwicklung der Infektionszahlen einzudämmen. Hierzu gehört auf jeden Fall eine erhebliche Reduzierung aller Kontakte“, berichtet Rolf Ebbinghaus von der AL, auch im Namen von Annette Pizzato (FDP) und Dietmar Stark (SPD). Noch im Sommer hätten viele Menschen geglaubt, dass sie dieses Jahr wieder eine normale Advents- und Weihnachtszeit haben könnten. „Tatsächlich stecken wir aber in der schwierigsten pandemischen Krise seit Ausbreitung des Virus im Februar 2020“, teilen die drei Fraktionen mit.

 Auch Dietmar Stark von der SPD macht sich Sorgen.
Auch Dietmar Stark von der SPD macht sich Sorgen. Foto: Moll, Jürgen (jumo)
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Deshalb sei man davon überzeugt, dass es dringend erforderlich ist, jetzt zu handeln und nicht weiter abzuwarten. Die Zahl der nicht zwingend notwendigen Kontakte und Begegnungen müsse deutlich verringert werden. „Diese Einschätzung wird von der Wissenschaft und dem Chef des Bundeskanzleramtes nachdrücklich bestätigt“, heißt es in dem eindringlichen Appell, der sich ganz konkret auch an die übrigen Fraktionen des Rates und an den Bürgermeister richtet, um die Gremienarbeit in der Kommunalpolitik (Ausschusssitzung, Ratssitzung) vorübergehend einzustellen oder sie ausschließlich digital durchzuführen. „Wir raten darüber hinaus der Verwaltung eindringlich, über die Zulassung von beabsichtigten größeren Veranstaltungen noch einmal intensiv nachzudenken. Der vorbeugende Schutz der Bevölkerung muss über allen anderen Abwägungen stehen“, fordern SPD, FDP und AL. Auch an die Bürger richten die Fraktionen das Wort: „Wir bitten darum, von sich aus zu prüfen, welche Begegnungen noch zwingend erforderlich sind und damit die Zahl ihrer eigenen Kontakte – insbesondere im Freizeitbereich – eigenständig zu vermindern und auf das absolut notwendige Maß zu beschränken.“ Die 2G-Regel sei in der gegenwärtigen Situation nicht ausreichend. Sie verleite die Menschen zu einem Sicherheitsgefühl, das unbegründet sei. „Bei vielen Geimpften liegt die Impfung, bei vielen Genesenen die Genesung, etliche Monate zurück. Damit hat sich der Schutz vor Infektion deutlich vermindert“, warnen die Fraktionen. Und deshalb könne auch diese Bevölkerungsgruppe zur weiteren Verbreitung des Virus beitragen. „Das heißt aber nicht, dass das Impfen sinnlos war. Im Gegenteil. Wir benötigen so schnell wie möglich die Auffrischungsimpfung, und wir benötigen die Einsicht und Solidarität der Menschen, die dem Impfen bislang zurückhaltend gegenüber standen“, argumentieren SPD, FDP und AL.

 Rolf Ebbinghaus ist Fraktionsvorsitzender der Alternativen Liste.
Rolf Ebbinghaus ist Fraktionsvorsitzender der Alternativen Liste. Foto: AL

Nur: diese Maßnahmen bräuchten noch mindestens zwei Monate. In dieser Zeit könne nur die Verringerung der Kontakte zu einem Erfolg führen. „Helfen Sie alle mit, unser Gesundheitssystem nicht zu überfordern und den Mitarbeitern innerhalb dieses Systems ihre Arbeit zu erleichtern und den Menschen zu helfen, die dringend auf Hilfe im Krankenhaus angewiesen sind“, appellieren Dietmar Stark, Annette Pizzato und Rolf Ebbinghaus an die Vernunft und die Einsicht der Menschen.