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Moers Festival: Finales Programm ist online

Pfingsten in Moers : Moers Festival: Finales Programm ist online

Tim Isforts Plan B steht: Alle Musikprojekte werden live aus der Festivalhalle am Solimare gestreamt. Das Moers Festival findet vom 29. Mai bis zum 1. Juni statt. 18 Ausfälle mussten die Festivalmacher kompensieren.

Seit Dienstag, 16 Uhr, ist das finale Programm des Moers Festivals (29. Mai bis 1. Juni) online – in alphabetischer Reihenfolge der Gruppen und Solisten. Bis Freitag will das Festivalteam um den künstlerischen Leiter Tim Isfort auch alle Konzert-Zeiten und die weiteren digitalen Angebote im Internet veröffentlichen. Das Musikfest läuft aufgrund der Corona-Krise in diesem Jahr anders als gewohnt ab: Erstmals in seiner Geschichte findet es ausschließlich digital statt. Zwar spielen die Musiker in der Festivalhalle – aber ohne Zuschauer (RP berichtete). Insgesamt 18 Absagen und Ausfälle mussten die Moerser Festivalmacher aufgrund der Pandemie, Einreiseverbote oder Quarantäneverpflichtungen verkraften.

Die Lücken, die die Musiker hinterließen, habe man, so Pressesprecher Thorsten Töpp, wieder gefüllt. „Wir haben uns zunächst innerhalb Deutschlands umgeschaut. Hier ist ja die ganze Welt zu Hause. Es gibt viele Musiker, die sich hier gerade aufhalten oder leben“, betont Töpp. Seitdem klar ist, dass sich auch die Grenzen in die Niederlande und nach Frankreich wieder öffnen sollen, erwarte man nun auch eine französische Produktion, erklärte der Pressesprecher und versprach eine stilistische Vielfalt auf dem Moers Festival: „Dankgesänge von Jubilaren, frecher Krach von Franzosen, Elektronik und feinste Improvisationen, holländischer Humor und lateinische Schlagzeuggewitter“, teilte er am Dienstag vollmundig in einer Pressemitteilung mit.

Musikfans dürfen sich auf das 30-köpfige Ruhrgebiets-Orchester „The Dorf“ unter der Leitung von Jan Klare freuen. Das Orchester hat sich der klassischen Sinfonie angenommen und huldigt einem großen Komponisten: Ludwig van Beethoven. Der hätte es sicher nicht träumen lassen, dass seine Werke einmal auf einem Festival für improvisierte Musik gespielt würden, und das nicht nur einmal: Tim Isfort hat das junge Wiener Auner Quartett gewonnen, zwei späte Quartettsätze Beethovens zu intepretieren: den choralartigen „Heiligen Dankgesang“ aus op 132 und die „Große Fuge“ op 133. Die Wiener Musiker bearbeiten in einem Projekt mit dem Landesjugendorchester NRW noch dazu weitere Kompositionen Beethovens. Auch Silke Eberhard ist mit ihren „51%“ den Moerser Festivalmachern treu geblieben. Eberhard hat eine rein weibliche Formation zusammengestellt. Mit dabei sind Künstlerinnen wie die SWR-Jazzpreisträgerin Liz Kosack und die Stadtmusikerin Mariá Portugal. Alle Konzerte werden von Arte Concert zu Pfingsten live gefilmt und in Echtzeit gestreamt.

Weitere Informationen unter www.moers-festival.de