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Bauprojekt in Moers: Wie Stadt und Park zusammenwachsen

Bauprojekt in Moers : Wie Stadt und Park zusammenwachsen

Mitte April haben die Arbeiten für die Schlossfeldumgestaltung begonnen. Im nächsten Jahr soll der Weihnachtsmarkt auf den neuen Rundweg entlang der historischen Bauten ziehen. Eine Baustellenbesichtigung.

Es ist ein Ort mit besonderer Strahlkraft; ein echtes Pfund, wenn es um das Thema „Tourismusförderung“ geht: das Moerser Schloss und sein historisches Umfeld. Pulverhäuschen, Weißes Haus, Terheydenhaus: Bislang strahlt jedes Gebäude für sich, doch das soll sich ändern. Wer dieser Tage über den Kastellplatz in Richtung Schlosspark schlendert, kann die ersten baulichen Schritte eines Prozesses beobachten, in dessen Verlauf ein neu gestaltetes historisch-kulturelles Zentrum zusammenwächst.

Am 14. April haben die Arbeiten für die Schlossfeldumgestaltung offiziell begonnen, für die politische und planerische Entscheidungsfindung hat es Jahre gebraucht. 2004 kam die Idee einer baulichen Verknüpfung zwischen Stadt, Kastell und Schlosspark im Rahmen des Innenstadtentwicklungskonzeptes zum ersten Mal auf, 2006 entstand die erste Fassung eines Plans für einen Schlossplatz, der mehr ist als eine von Gebäuden umbaute freie Fläche.

Künftig soll der Bereich zwischen Terheydenhaus, Weißem Haus und Pulverhäuschen ein Ort zum Stehenbleiben, Hinsetzen und Gucken,  vor allem aber auch zum Beisammensein sein. Der gepflasterte Platz wird zum potenziellen Veranstaltungsort vor dem illuminierten Schloss, Sitzbänke machen ihn alltagstauglich.

Zugegeben: Noch ist von all dem nicht viel zu erkennen. Den Weg und den Blick rechts am Schloss vorbei in den Park versperren ein Bauzaun und ein Berg aus Erde. Ein Stückchen weiter hingegen, auf Höhe des Musenhofs, lässt sich jetzt schon erkennen, was am Ende entstehen soll: ein Rundgang mit befestigten Wegen – vom Schloss angefangen, vorbei am Parkcafé Leonardo, weiter am Rosarium und am Musenhof entlang wieder zurück zum Schloss. Oder umgekehrt.

Wichtig zu wissen ist: „Wir betonieren hier nicht den Schlosspark zu, sondern schaffen eine neue, wassergebunden Wegedecke, die aus dem gleichen Material besteht wie die Wege im Park“, stellt Stefan Oppermann, bei der Stadt Moers zuständig für den Fachbereich Grünflächen und Umwelt, klar. Auch farblich passe sich die neue Oberfläche an. „Die neue Straße wird zwar erst einmal schwarz aussehen, wie Asphalt“, fügt Projektleiter Oliver Makrlik an. „Das ist aber nur ein Zwischenschritt. Die endgültige Oberfläche wird erst ganz zum Schluss aufgetragen.“

Jetzt schon gut zu erkennen sind hingegen die kleinen eingefassten Buchten entlang des Wegs, der vom Musenhof aus um das Rosarium herum in Richtung Schloss bis zum Café führt. Dort sollen Ende 2021 zum ersten Mal die Büdchen des Moerser Weihnachtsmarktes stehen. „Die Fläche werden mit speziellem Schotter-Rasen präpariert“, sagt Oppermann. „So haben sie in jedem Fall ausreichend Stand.“

Zum Konzept gehört auch ein (Wieder-)Herstellen von Sichtachsen – vom neuen Schlossplatz aus in die Stadt, aber auch vom Rundweg aus in den angrenzenden Park. Zwischen den alten Bäumen sollen dichte Gebüsche deshalb bodendeckende Pflanzen weichen.

Wieder am Schlossplatz: „Durch flankierenden Pflanzungen soll der Eingang in den Park stärker betont werden“, sagt Makrlik. Im Vorfeld der Planungen hat die Stadt ein Gutachten erstellt, bei dem der Zustand und Erhaltungswürdigkeit der Bäume beurteilt wurde. „Mit der Neugestaltung war es notwendig, wenige Bäume zu entfernen“, erklärt der Projektleiter. „Für die gesamte Baumaßnahme gibt es eine biologische Baubegleitung, die den sorgsamen Umgang mit den Bestandsbäumen überwacht.“

Insgesamt 2,4 Millionen Euro investiert die Stadt in das Projekt. Das entspricht einem Eigenanteil an den Gesamtbaukosten von zehn Prozent. 80 Prozent kommen einem Fördertopf, weitere zehn Prozent von der Hanns-Albeck-Stiftung. In etwa einem Jahr soll alles fertig sein. „Am Ende kommt es auf das Zusammenspiel, das große Ganze an“, sagt Oppermann. „Und das wird im Zweifel erst erkennbar, wenn alle Arbeiten abgeschlossen sind.“