Diamantene Hochzeit in Mönchengladbach : Seite an Seite: Vor 60 Jahren läuteten die Hochzeitsglocken

Am 24. Juni 1961 gaben sich Rudolf und Ingeborg Sprenger das Ja-Wort. Kennengelernt hatten sie sich während der Galdbacher Kirmes.

Sie lächeln sich immer wieder an und fassen sich am Arm. Man merkt, Rudi und seine Ingeborg gehören zusammen. Am 24. Juni 1961 läuteten für die beiden die Hochzeitsglocken. Ihre erste Begegnung fand im Zelt auf der Gladbacher Kirmes statt. „Von da an hast du mich nicht mehr aus den Augen gelassen“, sagt Rudolf Sprenger und lacht. Für die beiden stand fest, sie sind ein Team. „Wir haben alles immer gemeinsam gemacht, ob es die Arbeit war oder unsere Hobbys“, bekräftigt Ingeborg Sprenger.

Während der Kriegsjahre kommen beide nach Mönchengladbach. Mit ihren Eltern kommt Ingeborg als Sechsjährige von Schneidniz in Schlesien nach Venn. „Die Mutter meines Stiefvaters wohnte dort“, erzählt sie. Rudolf kommt aus Mecklenburg. „Als wir nach Mönchengladbach kamen, haben wir sofort die Arbeit aufgenommen. Mein Vater baute das Hauptquartier mit auf und meine Mutter arbeitete in der Küche in der Kaiser-Friedrich-Halle. Ich ging als Knecht auf einen Bauernhof bei Bedburg“, erzählt er.

Als Rudolf merkt, dass er nicht mehr  in seine Heimat zurückkehrt, geht er in die Industrie.  Viele Jahre arbeitet er als Dreher. Zuletzt in Korschenbroich als Maschineneinsteller. „Ich war schon immer eine Stunde früher in der Firma und habe die Maschinen vorbereitet, damit die Kollegen um sechs loslegen konnten“, erzählt er. „Ich bin immer um halb vier mit aufgestanden und wir haben zusammen gefrühstückt“, ergänzt Ingeborg, die als Näherin tätig war.

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Auch Überstunden nahmen die beiden in Kauf. „Ich wollte, dass wir es im Alter gut haben“, sagt sie. Ihre freie Zeit genießen sie gemeinsam. „Wir sind gerne verreist, nach Kenia, Griechenland oder mit dem VW-Bus mit Freunden von Spanien nach Portugal oder durch Italien“, erzählt Rudi.

Die emotionalste Reise dürfte für Ingeborg nach Schlesien gegangen sein. „Ich war 81 und habe nach all den Jahren tatsächlich noch meine alte Straße gefunden und meine Kirche, wo ich getauft wurde“, sagt sie. Heute unternehmen sie gerne Radtouren in der näheren Umgebung oder sie packen die Räder aufs Auto. Ihren Ehrentag feiern sie mehrmals im kleinsten Kreis. Eva Baches