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Mönchengladbach: Gisela Bluhm feiert ihren 100. Geburstag

100. Geburtstag in Mönchengladbach : Spargel darf zum Ehrentag nicht fehlen

Ein Leben für Flieder, Reisen und Spargel: Gisela Bluhm feiert am 10. Juni ihren 100. Geburtstag. 1961 kam sie nach Mönchengladbach. Was sie stets auszeichnete: Sie war neugierig aufs Leben.

Der Hauptgang zum Fest steht schon: Spargel mit Soße. Die hat sich Gisela Bluhm zu ihrem 100. Geburtstag gewünscht. Ihre Familie erfüllt ihr diesen Wunsch zum besonderen Ehrentag selbstredend sehr gerne. Auch wenn es Gisela Bluhm noch nicht so recht glauben mag, am 10. Juni wird sie 100 Jahre alt. Damit sie sehen kann, wie lange es noch dauert, hat ihr Sohn Holger eine Markierung in ihren Wandkalender gemacht. Er hängt gegenüber ihrem Bett und zeigt ein prächtiges Blumenbild. Das passt gut zu zwei der Leidenschaften von Gisela Bluhm: Pflanzen und Gärten.

Besonders gerne hat sie Flieder. Auch ihr Brautstrauß war aus Flieder. „Flieder habe ich immer gerne gehabt“, sagt sie und lächelt. Ihre Eltern hatten zu Hause einen kleinen Landwirtschaftlichen Betrieb zur Selbstversorgung. Dort packte sie gerne mit an. Von ihrer Mutter übernahm sie auch ihr Talent zum Kochen. Sie taucht gerne in andere Geschmackswelten ein und interessiert sich auch für exotische Gerichte. „Mit über 80 Jahren hat sie noch zum ersten Mal Schnecken probiert“, sagt ihr Sohn Holger. „Ich esse alles. Auch jetzt noch“, bestätigt Mutter Gisela.

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Besonders ihr Spritzgebäck hat es ihrer Schwiegertochter angetan: „Ich habe das schon so oft probiert, bekomme es aber nie so hin wie sie“, sagt Schwiegertochter Dörthe. Auf ein Gericht freut sich Gisela Bluhm ganz besonders: den Spargel. “Aber am liebsten mit Soße“. Den macht ihr jetzt ihre Schwiegertochter, so oft sie kann. 

Auch das Nähen lernte sie von ihrer Mutter, die Näherin war. An der Wand hängt ein Rahmen, in dem feine Häkelarbeiten zu sehen sind: „Die sind nicht von mir. Die sind von Bekannten. Aber ich habe so etwas auch gemacht“, sagt Gisela Bluhm. 40 Jahre lebte sie in Ummendorf in Sachsen-Anhalt. Ihre Schwester Liselotte lebt dort in einem Nachbardorf bis heute.

„Mein Mann kommt aus der Lüneburger Heide“, sagt Gisela Bluhm. Jedes Jahr fuhren sie mit der Familie zum Bauernhof, wo ihr Mann seine Ausbildung machte und trafen dort ihre Familien. Denn sie und ihr Mann zog es 1961 an den Niederrhein nach Mönchengladbach. Ihr Sohn Holger war damals zwölf Jahre alt. In der Vitusstadt arbeitete sie für die Firma Gathe, einer Druckerei, und in der Kaufhalle. Eine besondere Fähigkeit eignete sie sich in der Fernmeldezentrale der Deutschen Bahn an: das Morsen. So neugierig sie auf fremde Speisen war, so neugierig war sie auch auf andere Länder. Gerne besuchte sie London und mit Mitte siebzig unternahm sie noch einen Ausflug in die Vergangenheit. Sie reiste nach Thüringen, an den Ort, an dem sie ihren Arbeitsdienst verrichtete. Seit 5 Jahren lebt sie nun auf eigenen Wunsch im Caritaszentrum Hehnerholt. Dort wird sie auch mit ihrem Sohn und der Schwiegertochter etwas feiern. Und was gibt es zu essen? „Spargel natürlich“, betont Gisela Bluhm. Eva Baches