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Mönchengladbach: Schüler arbeiten zum Thema Rassismus am Anne-Frank-Tag

Gesamtschule Rheydt-Mülfort in Mönchengladbach : Schüler arbeiten zum Thema Rassismus und Zivilcourage

Rassismus hat viele Gesichter und viele Ebenen, auf denen man ihm begegnen kann. Genau so vielfältig ist auch das Programm, das die Gesamtschule Rheydt-Mülfort für diesen Tag zusammengestellt hat. Seit 2019 ist der Anne-Frank-Tag festes Datum für den Anti-Rassismus Tag an der Gesamtschule.

Anlässlich des Anne-Frank-Tages haben sich Schüler der fünften Klasse der Gesamtschule Rheydt-Mülfort mit Klassenlehrer Andeas Eckert kritisch mit Fotos als historische Quellen zum Leben der Anne Frank auseinander gesetzt. In zwei Räumen standen große Infotafeln mit Fotos von Anne Frank und weiteren Informationen über ihr Leben. Diese und weitere Materialien stellte das Anne-Frank-Zentrum in Berlin zur Verfügung. „Meine Oma hat mir davon erzählt, und dann habe ich angefangen, selbst zu recherchieren. Ich habe gelernt, was sie als Kind durchgemacht und dass sie sich versteckt hat“, erzählt Jamie Kaiser.

In einer anderen Klasse lautete das Motto „I have a Dream“, angelehnt an die berühmte Rede Martin Luther Kings vom August 1963 vor dem Lincoln-Memorial in Washington. „Wir haben Martin Luther King vorher besprochen“, erzählt Leiterin Laura Komor. Die Schülerinnen Precious Bortsie und Soukaina Akouch arbeiteten an einem „Black lives matter“-Plakat und waren beeindruckt von dem, was sie vorher erfahren hatten: „Ich fand es echt krass, dass Weiße in den USA eigene Plätze hatten. Die Schwarzen wurden verkauft und versklavt“, sagte Soukaina Akouch.

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Einen Workshop hatte die Oberstufenschülerin Andrina David für ihre Schüler organisiert. Ihr Thema: „Mukke (also Musik) und Rassismus“. Sie spannte den Bogen von der Vergangenheit mit der Auschwitz-Überlebenden Esther Bejarano (96) zur Gegenwart mit der Rap-Gruppe Microphone Mafia, der Esther Bejarano seit 2009 angehört. Sie überlebte Auschwitz nur, weil sie ein Instrument spielen konnte. Die Schüler sahen ein Video der Gruppe und diskutieren lebhaft. „Warum rappt sie noch mit 96 Jahren?“ fragte Andrina David. „Sie macht es, um das Schlechte, was sie erlebt hat, in etwas Gutes umzuwandeln“, anwortete eine Schülerin. „Was ist da Gutes dran?“ hakte Andrina David nach. „Sie ist ein Vorbild für andere“, kam eine Antwort. „Sie hat überlebt, weil sie Musik gemacht hat. Es ist ein Schutz“, sagte eine andere Schülerin.

Bei der Wanderausstellung der RWTH Aachen „We the six Million“ konnten die Schüler die Schicksale von Opfern der Shoa biografisch nachvollziehen. „Die Biografien wurden anhand der Entschädigungsakten entwickelt. Wir haben diese Ausstellung und das didaktische Konzept mit Kollegen und Studenten der RWTH Aachen entwickelt“, sagte Professor Reinhold Breil. Auf zwei Infotafeln wurden die Biografien mit Bildern, Fakten, persönlichen Erinnerungen und Zitaten erzählt. Die erste Seite stellte die Geschichte bis zur Pogromnacht dar, die andere erzählte die Geschichte aus einer Zeit von Flucht und Emigration.