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Tennis-Bundesliga: Der GHTC steht nach Sieg in Neuss und Remis in Düsseldorf ungeschlagen an der Tabellenspitze

Tennis-Bundesligist GHTC weiter ungeschlagen : Starke Tschechen und viel Dramatik am zweiten Spielwochenende

Der Gladbacher HTC bleibt nach vier Spielen in der Bundesliga weiterhin ungeschlagen – und steht nun sogar an der Tabellenspitze. Gegen Neuss überzeugten die Tschechen, gegen Düsseldorf ging’s an die Nerven.

Auf die Nerven seiner Team-Verantwortlichen nahm Michael Vrbensky am Sonntag keine Rücksicht. 5:9 stand es aus Sicht des jungen Tschechen im dritten Satz, der als Champions Tiebreak ausgespielt wird, gegen Henri Squire vom Rochusclub Düsseldorf. Vier Matchbälle in Serie für den Gegner. Es drohte der 0:2-Spielrückstand, da auch Andrej Martin für die Gladbacher zuvor seine Partie gegen Teimuras Gabaschwili im entscheidenden Tiebreak verloren hatte.

„Wir haben da schon extrem traurig gesessen und mit dem 0:2 gerechnet“, sagt Teamchef Henrik Schmidt. Doch Vrbensky fing sich, wehrte alle Matchbälle ab, erspielte sich sogar eigene, ehe er wieder gegnerische abwehren musste. Letztendlich setzte er sich mit 17:15 durch. „Der Junge hat Nerven wie Drahtseile. Er ist ruhig geblieben und hat sein Spiel runtergespielt“, sagt Schmidt.

Das Hin- und Her der Vrbensky-Partie war exemplarisch für das gesamte Spiel gegen Düsseldorf. Gleich vier Partien endete im Champions Tiebreak. Eine Zerreißprobe für jene, die untätig am Spielfeldrand zusehen mussten. „Unser Cheftrainer Patrice Hopfe und ich haben an dem Tag zwei unserer Lebensjahre verloren“, sagt Schmidt scherzhaft einen Tag später. Im Duell der topgesetzten Spieler verlor der Spanier beim GHTC, Albert Ramos, gegen den Spanier beim Rochusclub, Jaume Munar, glatt in zwei Sätzen. Dafür gewann Robin Haase seine Partie im entscheidenden Tiebreak mit 10:7 gegen Matwe Middelkoop – und war ebenfalls im Doppel an der Seite von Tim Sandkaulen glatt in zwei Sätzen erfolgreich.

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Gar der Sieg für den GHTC war am Ende noch möglich, doch im letzten Doppel mussten sich Martin und Vrbensky ebenfalls im Champions Tiebreak mit 11:13 geschlagen geben. So stand nach der Partie ein 3:3-Remis auf dem Ergebnisbogen. Ein verlorener Punkt? Für Schmidt mitnichten. „Wir hätten in Düsseldorf auch verlieren können. Daher war die Stimmung im Anschluss eher euphorisch. Das war ein Punktgewinn“, sagt er.

Damit verteidigte sein Team auch die Tabellenspitze: Diese hatte man am Freitag durch einen 4:2-Erfolg bei Blau-Weiß Neuss erobert, da die bis dahin ebenfalls ungeschlagenen Mannheimer gegen Rosenheim verloren (2:4). Großen Anteil an dem Sieg in Neuss hatte für Schmidt Jiri Vesely. Der Tscheche gewann zunächst das Duell der topgesetzten Spieler souverän in zwei Sätzen gegen den Italiener Thomas Fabbiano und setzte sich später auch im Doppel mit Haase souverän durch. „Er war unheimlich stark und präsentierte sich in Bestform gegen Fabbiano. So gut habe ich ihn bei uns noch nie gesehen“, sagt Schmidt rückblickend.

Generell war es der Tag der Tschechen beim GHTC, denn auch der 21-jährige Michael Vrbensky, der am Freitag sein Debüt für Gladbach gegeben hatte, gewann sein Einzel ebenso wie der Slowake Andrej Martin. Nur Haase verlor seine Partie glatt in zwei Sätzen, seine erste Niederlage überhaupt für den GHTC. Dafür sorgte er an der Seite von Vesely im Doppel für das vorentscheidende 4:1. Die abschließende Niederlage im letzten Doppel für Sandkaulen und Roman Jebavy fiel nicht mehr groß ins Gewicht.

Mit dem Sieg in Neuss und dem Remis in Düsseldorf steht der GHTC nun bei einer Punktebilanz von 7:1. „Damit hätten wir nicht gerechnet. Wir haben uns als einziges Team noch keinen Ausrutscher geleistet“, sagt Schmidt. Ob seine Mannschaft aber tatsächlich um die Meisterschaft mitspielen kann, werden die kommenden Spiele zeigen. Dann geht es gegen den TC Großhesselohe (Sonntag, 25. Juli) und Grün-Weiss Mannheim (Sonntag, 1. August). Beide erklärte Schmidt vor der Saison zu den Titelfavoriten. In der Tabelle liegen beide derzeit mit einer Bilanz von 6:2 direkt hinter dem GHTC.