Tennis : Rochusclub vergibt möglichen Sieg

Tennis-Bundesligist Rochusclub kommt gegen Gladbacher HC zu einem 3:3. Vor der Partie wären die Düsseldorfer mit einem Remis zufrieden gewesen, danach trauerten sie der verpassten Siegchance nach.

Hätte man Rochusclub-Teamchef Detlev Irmler vor der Tennis-Bundesligapartie gegen den Badwerk Gladbacher HTC ein 3:3 Unentschieden angeboten, hätte Irmler breit Lächelnd zugegriffen. Ein Punkt gegen den Meisterschaftsfavoriten zu holen, wäre vor dem ersten Aufschlag auf dem Center Court eine faustdicke Überraschung gewesen. Nach den sechs Matches aber ist die Punkteteilung sogar eine kleine Enttäuschung für die Düsseldorfer, obwohl der Rochusclub den Gladbachern in der vierten Saisonpartie den ersten Punktverlust zufügte.

„Wir haben leider was liegengelassen“, resümiert der Teamchef. „Aber vielleicht ist der eine Punkt noch Gold wert und rettet uns am Saisonende den Klassenerhalt.“

Den größten Frust wird wohl Henri Squire schieben. Der 20-Jährige hatte sich im dritten Satz, der in der Bundesliga als Champions Tiebreak gespielt wird, gegen Michael Vrbensky eine komfortable 9:5-Führung erspielt und somit vier Matchbälle in Serie. Doch der Rochusclub-Spieler konnte keinen davon nutzen und verlor den „Dritten“ mit 15:17 und damit auch das Match. „Henri ist noch jung und unerfahren. Da ist es noch normal, wenn er taktische Fehler macht, sobald der Stress groß ist“, urteilt Irmler.

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Trotz der vermeidbaren Niederlage gibt es vom Team keine Vorwürfe. „Henri hat sehr viel Potential. Er wird seinen Weg machen“, meint Matwe Middelkoop. Der 37-Jährige erlitt gegen Gladbach dasselbe Schicksal wir Squire. Er konnte keinen Zähler zum Endergebnis beisteuern. Zunachst unterlag er seinem niederländischen Landsmann Robin Haase und dann gemeinsam mit Squire auch im Doppel. Wiederum stand Haase auf der anderen Seite. Die beiden Niederländer haben auf der Profi-Tour bereits drei Titel gemeinsam erspielt und unzählige Male gegeneinander gespielt. „Wir kennen uns in- und auswendig. Wir können uns gegenseitig nicht mehr überraschen“, so Middelkoop. „Das ist ein Vorteil und zugleich ein Nachteil.“

Für die Punkte der Düsseldorfer sorgten Jaume Munar und Teymuraz Gabashvili. Beide waren gegen ihre Gladbacher Opponenten, Munar spielte gegen Albert Ramos Vinolas und Gabashvili gegen Andrej Martin nicht favorisiert und doch hatten die Düsseldorfer das bessere Händchen. „Jaume hat alles erfüllt, was man vom ihm erwarten kann. Und Teymuraz konnte ich, nachdem er den Faden verloren hatte, wieder zum strategischen Spiel zurückbringen“, freute sich Irmler. „Dass die beiden dann auch noch gegen die Gladbacher Doppelspezialisten gewinnen, ist das Sahnehäubchen des Spieltages.“ Damit hat der Rochusclub jetzt 3:5 Punkte und ist Tabellensechster.

Gegen Ende der Doppel wurde es etwas hektisch im Rochusclub. Munar musste seinen Flieger nach Kroatien bekommen, Middelkoop musste nach Gstaad. Munar spielt in Umag, der Niederländer in Gstaad. In Umag könnte eine Zweitrunden-Begegnung Munar gegen Ramos-Vinolas lauten.