Vibulan Sivananthan steht für die Zukunft des Leichlinger TV

Zugang mit Perspektive : Vibulan Sivananthan steht für die Zukunft des LTV

Der Linksaußen ist ein Profiteur des Verletzungspechs beim Handball-Drittligisten. Am Freitag geht es zu den Bergischen Panthern.

Vor zwei Wochen stand Vibulan Sivananthan gegen den Longericher SC zum ersten Mal beim Leichlinger TV im Mittelpunkt. Bei der Niederlage gegen die Kölner lief der junge Linksaußen nach seiner Einwechslung mustergültig die Seitenlinie zum Angriff entlang – nur leider im schwarzen Trainingsshirt statt im blauen Trikot. „Das war ein Albtraum, ist aber vergessen“, sagt Sivananthan, der inzwischen über die kuriose Szene und die folgende Zeitstrafe lachen kann. Auch Lars Hepp, Trainer des Handball-Drittligisten, sieht den Aussetzer locker: „Das passiert im Eifer des Gefechts eben – sogar in der Bundesliga.“

Sivananthan arbeitet nun daran, dass er künftig sportlich im Gedächtnis bleibt. Erst im Januar wechselte er zum Leichlinger TV. Handballerisch ausgebildet wurde der 21-Jährige in Norddeutschland bei der HSG Schwanewede-Neuenkirchen. Wegen des Studiums zog Sivananthan nach Köln – und stand bis zum Winter für den Oberligisten MTV Köln auf dem Feld. Da musste Sivananthan, Spitzname „Vibu“, oftmals in der Mitte ran. Doch Hepp sieht in dem 1,81 Meter großen Sportler vor allem einen Außenspieler. „Er ist schnell, technisch versiert und kann verschiedene Wurfvarianten anbringen“, lobt Hepp. Der 41-Jährige ist sich allerdings bewusst, dass sein Zugang Zeit braucht: „Man darf nicht vergessen, dass er sehr jung ist. Er wird sicher Zeit brauchen, um reinzufinden.“

Das sieht Sivananthan ähnlich. Durch die extreme Personalsituation mit sieben Verletzten läuft er schon jetzt regelmäßig auf. Beim anstehenden Auswärtsspiel gegen die Bergischen Panther am Freitag (20 Uhr) fallen auch noch Alexander Kübler (Faserriss) und Kris Zulauf (planmäßiger Urlaub) aus. „Dadurch komme ich natürlich viel öfter auf die Platte. Für mich ist das super, ich freue mich über jede Minute Spielpraxis“, sagt Sivananthan.

Für Hepp ist der Rechtshänder eine Art Prototyp von Spielern, die künftig für den LTV spielen sollen. „Das Gesamtpaket ist genau, was wir suchen“, sagt der Handball-Trainer, der im nächsten Jahr einen Zweikampf auf Augenhöhe zwischen Sivananthan und einem zweiten, noch zu verpflichtenden Linksaußen erwartet. Der bislang unauffällige Tim Lindner, der ebenfalls seit dem Winter aushilft, wird den Klub im Sommer nach einem halben Jahr wieder verlassen. Über die radikalen Veränderungen – auch in finanzieller Hinsicht – sagt Sivananthan: „Es ist cool für mich, dass jetzt junge Spieler dazu kommen. Wir wissen aber auch, dass wir dann nicht mehr zwingend ein Kandidat für die Plätze eins bis drei sein werden.“

Bis zum Sommer gilt es, die Saison zumindest ohne große Debakel zu beenden. „Die kleine verbleibende Truppe weiß, dass es keine Pardons gibt. Das schweißt zusammen“, betont Sivananthan, der seinen Kollegen Mike Schulz auf der rechten Seite als „besten Außenspieler der Liga“ bezeichnet. Auch gegen die Panther ist alles andere als ein Sieg deswegen keine Option für Sivananthan und den LTV: „Wir sind eine Top-Mannschaft. Die Einstellung sollte trotz allem sein, jedes Spiel zu gewinnen.“

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