Leichlinger TV schlägt das Team Handball Lippe II 35:29

Lazarett wird immer voller : Leichlinger TV gewinnt – und verliert den nächsten Spieler

Die Personalnot beim Handball-Drittligisten spitzt sich nach dem 35:29-Sieg gegen Lippe zu. Gut möglich, dass sich Trainer Lars Hepp bald selbst aufstellen muss.

Er machte sich warm und stand in kurzen Hosen parat – nur zum Einsatz kam Lars Hepp gegen das Team Handball Lippe II nicht. Der Trainer des Leichlinger TV wäre beinahe auch als Spieler für den Drittligisten aufgelaufen, dank der weitgehend souveränen Vorstellung der wenigen verbliebenen fitten Akteure kam es aber nicht so weit. „Ich wollte das allen Anwesenden ersparen“, sagte der 41-Jährige schmunzelnd. Die personellen Probleme treiben ihm hingegen immer tiefere Sorgenfalten auf die Stirn.

Beim 35:29 (17:17)-Sieg gegen Lippe standen Hepp nur noch neun Feldspieler zur Verfügung. Er selbst wäre der zehnte gewesen. Zu den Langzeitverletzten Tim Menzlaff (Hüfte), Henning Padeken (Kahnbeinbruch) und Valdas Novickis (Achillessehenenriss) gesellten sich auch noch Hendrik Rachow (Bandscheibenprobleme), Sebastian Linnemannstöns (Muskelfaserriss in der Wade) sowie wohl Bastian Munkel, dessen Leistenprobleme sich verschlimmerten. Er wird Ende März ohnehin operiert.

In Alexander Kübler, der gegen Lippe stark am Kreis aufspielte, droht nun der siebte Ausfall. Der ehemalige Dormagener musste zehn Minuten vor Schluss angeschlagen vom Feld. „Das war mehr als nur ein Krampf“, befürchtete Kübler, der Anfang der Woche genauer untersucht wird. Der 29-Jährige signalisierte bereits früher im Spiel, dass er eine Pause benötige. „Die kann man ihm leider im Moment nicht geben“, sagte Hepp zerknirscht. 

Da Kris Zulauf, der die Partie ebenfalls angeschlagen bestritt, in der kommenden Woche im Urlaub weilt, droht Hepp ohne Kreisläufer zum nächsten Spiel bei den Bergischen Panthern fahren zu müssen. „Wir müssen die Jungs bis dahin in Watte packen“, betont Hepp.Gegen Lippe zeigte die Mannschaft nach zuletzt zwei Niederlagen gegen Spenge und Longerich Moral und gewann verdient. Neben Kübler überragte erneut der seit Wochen stark aufspielende Maik Schneider, der den Verein am Saisonende in noch unbekannte Richtung verlassen wird.

Gleiches galt für Kapitän David Kreckler, der auch mit 35 Jahren noch zu den wurfsichersten Spielern der Liga gehört. Er netzte bereits 110 Mal ein – eine starke Bilanz in dieser schwierigen Saison. Wohin Kreckler geht, ist offen. Unter Hepps Vorgänger Frank Lorenzet sollte er in den Trainerstab eingebunden werden. Das ist nun beim LTV Wuppertal eine Option, der aktuell von Lorenzet sportlich beraten wird.

Bereits am Freitag muss der LTV zu den Panthern. „Die werden die Messer wetzen“, glaubt Hepp. Auf welche Spieler er dann bauen kann, scheint höchst fraglich. Möglicherweise ist es gar er selbst.

LTV Ferne, Stecken – Schneider (10), Zulauf (2), D. Aust (2), Sivananthan (2), Lindner, Kübler (4), Gelbke (6), Schulz (3), Kreckler (6/4)

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