Leverkusen: Lanxess-Mittel soll gegen Vogelgrippe-Virus wirken

Leverkusen : Lanxess-Mittel soll gegen Vogelgrippe-Virus wirken

Passend zur Weihnachtsgans-Zeit ist die Vogelgrippe zurück in NRW. Der Spezialchemiekonzern Lanxess behauptet nun, er biete ein Mittel dagegen an.

Ein klein bisschen bleibt einem da die Vorfreude auf die knusprig gebratene Weihnachtsgans aus Freilandhaltung im Hals stecken: Die Vogelgrippe ist zurück im Land, auch in Nordrhein-Westfalen. Vier Fälle sind derzeit bekannt, der jüngste in Dortmund.

Während NRW-Umweltminiser Johannes Remmel sich mit anderen Länderministern darüber streitet, ob eine Stallpflicht angemessen ist oder nicht (Remmel wird in einer Zeitung zitiert: "Das ist für uns nur die ultima ratio"), merkt der Spezialchemiekonzern Lanxess an, er biete ein Veterinär-Desinfektionsmittel an, das "als Notfall-Bekämpfung der aviäern Influenza, also der Vogelgrippe, dient.

"Studien von unabhängigen internationalen Prüflaboratorien belegen die Wirksamkeit von Virkon S gegen pathogene Stämme des hochansteckenden Grippevirus bei Vögeln", heißt es vom Konzern. Nachgewiesen sei demnach, dass das Mittel krankheitserregende Subtypen der Vogelgrippe inaktiviert - unter anderem auch "bei starker organischer Belastung, Verdünnung durch Regenwasser, niedrigen Temperaturen und dem breiten Spektrum krankheitserregender Keime, die in landwirtschaftlichen Betrieben existieren" können. Lanxess geht davon aus, dass das Desinfektionsmittel auch gegen die Vogelgrippe des Subtyps H5N1 wirkt.

Problematisch an der Eindämmung der Vogelgrippe ist nämlich auch dies: Unabhängig davon, ob die Geflügelbestände von landwirtschaftlichen Betrieben im Stall gehalten werden oder nicht, "kann sich das hochansteckende Virus an Fahrzeuge heften und so in landwirtschaftliche Betriebe transportiert werden. Dort können Arbeiter den Erreger durch den Kontakt mit ihrer Kleidung und ihrem Schuhwerk verbreiten", sagt Igor Martin, Leiter des Desinfektionsgeschäfts bei Lanxess. "Wirksame Bekämpfungsstrategien für den Notfall müssen für Regierungen und Geflügelproduzenten international Priorität haben." Denn die Vogelgrippe ist unter anderem auch in Österreich, der Schweiz, Ungarn, Polen, den Niederlande, Dänemark und Kroatien ausgebrochen.

Lanxess rät Geflügelproduzenten dies: strikte Zugangskontrollen, Biosicherheit beim Transport (Desinfektionswannen, Besprühung für Reifen), Schuhdesinfektion, Händewaschen und Schutzkleidung, Vermeidung von Kontakt des Bestands mit Wildvögeln, gründliche Reinigung der Geflügelställe mit besonders starkem Mehrzweck-Reiniger.

Einfach mit Wasser abwaschen reicht übrigens nicht. Denn die Viren könnten gut in Wasser überleben. "Das kann für eine Übertragung noch förderlich sein", warnt Martin.

(RP)
Mehr von RP ONLINE