Protest gegen Vorzugsstandorte: A 1-Rastanlage: Auch Stadt prüft rechtliche Schritte

Protest gegen Vorzugsstandorte : A 1-Rastanlage: Auch Stadt prüft rechtliche Schritte

Erst eine Nacht drüber schlafen – ein weiser Rat. Die Initiative „Lev kontra Raststätte“ hat ihn beherzigt. Geändert hat es nichts.

„Die Vorstellung des Landesverkehrsministeriums und der Planungsgesellschaft Deges halten wir für sehr unglaubwürdig. Die Beteuerung von Udo Pasderski (Deges), dass das Bewertungskriterium ,erweiterbar’ keine Rolle spielte, wird in den Folien klar widerlegt“, sagt Initiativen-Sprecher Peter Westmeier. Es sei auf den Präsentationsfolien erkennbar, „dass ausgerechnet die beiden favorisierten Standorte (Lützenkirchen/Steinbüchel und Dürscheid) mit einer ,Erweiterungsmöglichkeit’ von 20 Lkw bewertet wurden“.

Pasderski hatte gegenüber den Medien betont, dass mit den auf beiden  Seiten geplanten je 50 Lkw-Plätzen die Obergrenze erreicht sei (wir berichteten). Westmeier sagt, er habe während der Präsentation auch gefragt, ob die Belastung der Stadt in die Bewertung eingeflossen sei, „dies wurde von dem Vertreter der Firma Deges verneint“, berichtet er. Die hatte betont, der Gegenwind aus Leverkusen auf dem Termin sei da gewesen, aber moderat vorgebracht worden.

Auch sonst regt sich an Tag 1 nach Bekanntgabe der bevorzugten Standorte einer neuen A1-Lkw-Rastanlage (Richtung Remscheid in Lützenkirchen, Richtung Köln in Burscheid) Widerstand: Ex-Ratsherr Ulrich Wokulat hat auf www-openpetition.de eine Petition gegen den Bau initiiert. Die Bürgerliste will, dass Rat und Bezirksvertretung die Leverkusener  zu einer großen Demonstration aufrufen, um zu zeigen, „dass die Lebensbedingen in Leverkusen nicht noch weiter und noch schwerer belastet werden dürfen“. Sie fordert ebenso wie die CDU rechtliche Schritte.

Oberbürgermeister Uwe Richrath betont: „Politik, Verwaltung und Bürgerschaft werden diese Entscheidung nicht akzeptieren.“ Leverkusen trage wie kaum eine andere Kommune in Deutschland seit Jahrzehnten die Lasten als europäischer Verkehrsknotenpunkt auf Straße und Schiene, habe in den nächsten Jahren schon stark mit dem Autobahnausbau zu tun, die Bürger hätten darunter zu leiden. „Nun sollen auch noch weitere dringend benötigte Grün- und Freiflächen in einem Landschaftsschutzgebiet dem Ausbau der überörtlichen Verkehrsinfrastruktur geopfert werden. Dies sprengt endgültig das Maß des Erträglichen.“ Und: „Wir werden uns... dieser Richtungsentscheidung mit sämtlichen zur Verfügung stehenden Mitteln und auf allen politischen Ebenen widersetzen und auch die Einleitung aller denkbaren rechtlichen Schritte prüfen.“ Dies habe er Land und Deges bereits mitgeteilt.

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