Falsche Poliziste betrügen Seniorin in Schlebusch um 32.500 Euro

Prozess um falsche Polizisten : Seniorin aus Schlebusch um 32.500 Euro betrogen

Opfer einer dreisten Betrugsserie wurde eine 76-Jährige aus Schlebusch. Sie fiel auf einen Trick herein, vor dem die echte Polizei inzwischen eindringlich warnt. Denn als  falsche Beamten meldeten sich telefonisch verschiedenen Personen, die als „Polizisten“ davor warnten, dass ein Mitarbeiter ihrer Bank an ihr Geld wolle.

Oder sie warnten davor, dass demnächst bei den ausnahmslos älteren Opfern eingebrochen werden soll. Sie sollten daher ihr Geld und andere Wertgegenstände besser bei der „Polizei“ einlagern. Wer dann doch lieber sein Erspartes im Schließfach einer Bank deponieren wollte, dem wurde geraten, der Polizei Zugang zu verschaffen – denn ein krimineller Mitarbeiter der Bank wolle an ihr Vermögen.

Konkret sechs Fälle, begangen in Aachen, Erkrath, Köln (drei) und  in Leverkusen im Oktober vergangenen Jahres, werden den fünf 25 bis 28 Jahre alten Angeklagten zur Last gelegt, die sich derzeit vor der 9. Großen Strafkammer des Kölner Landgerichts verantworten müssen. Dabei handelt es sich wohl eher um kleinere Fische, um Mitläufer oder bestenfalls Handlanger. Lediglich ein Angeklagter sitzt in Untersuchungshaft, er war scheinbar ein Kontaktmann zu den Hintermännern, die in der Türkei sitzen.

Diese Männer in der Ferne, auf die die deutsche Justiz keinen Zugriff hat, machen dabei wohl den großen Reibach, wenn die Senioren um Beträge bis zu 100.000 Euro erleichtert wurden. In dem konkreten Prozess geht  es um eine Beute von rund 200.000 Euro.

  • Zeugen gesucht : Falsche Polizisten betrügen Seniorin
  • Betrugsmasche : Falsche Polizisten erbeuten hohen Geldbetrag
  • Achtung! : Falsche Polizisten rufen wieder an

Die Leverkusenerin hat 32.500 Euro verloren. Sie glaubte an die Geschichte, die ihr der angebliche Kripo-Beamte auftischte. Danach wollte ein Sparkassen-Mitarbeiter ihr Geld einfach von ihrem Konto abzweigen. Bevor das geschehen könne, sollte sie lieber selbst das Geld von der Bank holen – und hinter den Reifen eines in der Nähe geparkten Lkw ablegen.

Das alles wurde, folgt man der Erkenntnis der Staatsanwaltschaft, von den Hintermännern in der Türkei organisiert. Sie hatten ihren Mittelsmann vor Ort, der sie telefonisch informierte, damit dann das „türkische  Call-Center“ entsprechend reagieren konnte. Die Angeklagten selbst sollen lediglich jeweils 100 Euro für ihre „Hilfsdienste“ wie Geldabholen oder Fahrerdienste erhalten haben. Selbst der Mittelsmann soll nicht mehr Geld erhalten haben.

An acht Verhandlungstagen wird das Gericht versuchen, mehr Licht ins Dunkel zu bringen – beginnend ab kommenden Montag mit der Aussage der Schlebuscherin.