Parkplatzdiskussion: "Stadt hat keine Chance gegen Denkmalschutz"

Parkplatzdiskussion in Morsbroich : Schloss: Keine Chance gegen Denkmalschutz

Für die Grünen ist der Fall klar: Die Parkplatzlösung, die der Museumsverein Morsbroich für den äußeren Schlosspark vorgeschlagen hat (wir berichteten), ist „tot“ (Roswitha Arnold). Für andere Fraktionen ist der Vorschlag nochmal bedenkenswert.

Etwa für die Bürgerliste, die nach der Vorstellung der Alternativ-Standorte für Parkflächen am Dienstag diesen Antrag formuliert: „Auf der Basis der vorliegenden und sinnvollen Planungen des Museumsvereins werden die zusätzlichen Parkplätze für das Schloss-Morsbroich-Ensemble unverzüglich durchgeplant und eingerichtet.“ Zusätzlich solle die Stadt prüfen, ob das Angebot am derzeitigen Parkplatz durch „Tieferlegung gekoppelt mit einer Aufständerung“ erweitert wird.

Die Vergrößerung des bestehenden Parkplatz mit einer Parkpalette wurde am Dienstag  des Öfteren im  Ratssaal angesprochen. Wolfgang Pott (OP Plus) wollte nicht glauben, dass eine oberirdische Parkpalette wegen des Denkmalschutzes nicht funktionieren soll: „Ist das in Stein gemeißelt?“ Rechtsanwalt Manfred Hüttemann vom Museumsverein schätzte ein: „Die Stadt ist gegen den Denkmalschutz chancenlos.“ Er wies auch nochmal auf eine bestehende Vereinbarung zwischen Stadt und Obstgut-Betreiber hin. Sollte dieser rechtlich tätig werden, könnte auf die Stadt beim Bau einer die Sicht aufs Gut versperrenden oberirdischen Parkpalette  ein langer Zivilprozess bevorstehen. Er umriss für die Politiker zudem eine Untersuchung des Zukunftsnetz Mobilität NRW, die belege, dass ein Weg von 300 bis 400 Metern von einem externen Parkplatz zu einem Grundstück noch zurückgelegt werde. „Was weiter weg ist, wird nicht akzeptiert.“ Im 300-Meter Radius lagen die wenigsten der neun von der Stadt vorgeschlagenen Alternativen, im 400-Meter-Radius kaum mehr.

Reimar Molitor vom Verein Region Köln/Bonn, der mehrere Projekte mit der nun auch für Morsbroich möglichen Bundesförderung begleitet hat, wies darauf hin, dass alles im für die Förderung eingereichten Paket, also im Konzept des Museumsvereins Enthaltene inklusive vorgeschlagenem Parkplatz, wichtig sei. Seine fachliche Einschätzung: „Im Konzept haben wir darauf geachtet, dass es eine gute Erreichbarkeit mit dem Auto gibt, auch für mobilitätseingeschränkte Personen. Demnach finde ich den Vorschlag des Museumsvereins (an dem Molitor mitwirkte, Anm. d. Red.) weiterhin gut. Er kündigte für den 20. Mai ein wichtiges Gespräch mit den Entscheidungsträgern für die Förderung beim Bund an.

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