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Langenfeld/Monheim Keine Angst vor Grippe-Welle

Langenfeld · Bundesweit wurden 17 Millionen Dosen Grippe-Impfstoff freigegeben. Nach einem Engpass im vergangenen Jahr und einem Rekordhoch der Erkrankten 2017 zuvor fühlen sich die Apotheker diesmal für einen möglichen Ansturm gewappnet.

  Foto: Ralf Hirschberger/dpa

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Foto: dpa/Ralf Hirschberger

Der Herbst ist da, bringt Regen und bunte Blätter. Hand in Hand mit der kühlen Jahreszeit geht auch die Grippesaison. Erste Risikopatienten haben sich bereits impfen lassen. Nach einem Rekordhoch der Influenza-Erkrankten in der Saison 2017/2018 und akuten Impfstoff-Engpässen in 2018/2019, sollten für die anstehende Grippewelle ausreichend effiziente Impfdosen bereit stehen.

„Engpässe sind nicht zu erwarten“, berichtet Jürgen Wunderlich, Pressesprecher der Apotheken in Hilden, Haan und Langenfeld sowie Inhaber der Fabricius-Apotheke in Hilden. „Die Kundenversorgung läuft aktuell super“, sagt er.   Das bestätigt auch Petra Schultz von der Hubertus-Apotheke in Langenfeld. „Es sieht gut aus“, sagt sie.  Ihre Apotheke habe einen guten Vorrat angelegt und an die Ärzte weitergegeben. „Etwa 20 Prozent mehr als im Vorjahr“. Wie viele Menschen sich impfen ließen, sei jedoch nur schwer vorherzusagen. Sie rät allerdings dazu, sich jetzt impfen zu lassen, bevor die Vorräte aufgebraucht seien. Außedem sei der Zeitpunkt gerade gut. „Wenn die Grippewelle einmal rollt, kann es zu spät sein“, so Schultz.

Für den bundesweiten Gebrauch hat das Paul-Ehrlich-Institut aktuell rund 17 Millionen Dosen Grippeimpfstoff freigeben – letztes Jahr waren es 15,7 Millionen für die gesamte Saison. Die Grippewelle beginnt in Deutschland meist nach der Jahreswende, wie das Robert-Koch-Institut informiert. Da der Impfschutz erst nach zehn bis 14 Tagen vollständig aufgebaut ist, sei eine Impfung im Oktober oder November zu empfehlen.

„Die Impfstoffe werden bereits im Frühjahr produziert“, berichtet Schultz.  Die Hersteller würden nach Bestellung produzieren, weil die Stoffe mit der laufenden Saison  ablaufen und für die nächste Impfwelle neu zusammengesetzt werden müssten. „Der Stoff ist nicht unbegrenzt reproduzierbar“, so Apothekerin Schultz. „Dieses Jahr sollte allerdings ausreichend Impfstoff vorhanden sein.“

Wie die Kassenärztliche Vereinigung (KV) informiert, haben in der Saison 2018/2019 im Kreis Mettmann 57.799 Patienten (und etwa 1,1 Million im ganzen Rheinland) die Influenza-Impfung in Anspruch genommen.

In den zwei Vorjahren waren es lediglich knapp 52.900 Patienten (beziehungsweise circa 998.000 im Rheinland). Wie die KV bestätigt, sei „aus Sicht der niedergelassenen Ärzte die jüngste Steigerung prinzipiell erfreulich“. „Ein möglicher Grund für den Anstieg in 2018 könnte nach unserer Wahrnehmung der seit letztem Jahr regelhafte Einsatz des umfänglicheren Vierfach-Impstoffes bei gesetzlich Versicherten sein“, berichtet KV-Pressesprecher Christopher Schneider.

Ferner habe das Thema Grippe größere Aufmerksamkeit in der öffentlichen Berichterstattung erhalten. „Es wurde viel Aufklärungsarbeit gemacht“, weiß auch Andrea Hilberath, Pressereferentin der Techniker Krankenkasse (TK) für Nordrhein-Westfalen. Sie verzeichnet sogar einen Anstieg von 21,6 Prozent der Grippeimpfungen bei Versicherten der TK im Bereich Nordrhein. Zudem sehe auch sie den „Rundumschutz“, welchen ein tetravalenter Impfstoff biete, als möglichen Anreiz zur Impfung.

Eine Grippeimpfung hält sechs bis zwölf Monate. In der Regel übernehmen die Krankenkassen die Kosten (23 Euro für eine gängige Einzeldosis) bei Risikopatienten. Dazu gehören Personen über 60 Jahre, Schwangere ab dem zweiten Trimenon, chronisch kranke oder immungeschwächte Personen sowie Bewohner von Alters- oder Pflegeheimen. Wer im selben Haushalt wie ein Mensch aus einer Risikogruppen wohnt oder Personen dieser Gruppe, zum Beispiel durch den Beruf, betreut, sollten sich ebenfalls impfen lassen.

Wie genau sich das Impfgeschehen in den kommenden Wochen und Monaten entwickelt und ob die Prognosen der Apotheker sich bewahrheiten, bleibt vorerst offen. Eine Vorhersage mochte keiner der Gesprächspartner treffen – alle zeigen sich jedoch optimistisch.

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