Halbjahreszeugnisse des FC Wegberg-Beeck: Das Mittelfeld (3) : Jeff-Denis Fehr dreht immer mehr auf

„Stareinkauf“ Kevin Weggen war gut, aber noch nicht sehr gut. Meik Kühnel hat mittlerweile zu großer Konstanz gefunden. Wie haben sich die Mittelfeldspieler des FC Wegberg-Beeck in der Hinrunde geschlagen? Eine Übersicht.

Nach den Torhütern und den Abwehrspielern sind nun Beecks Mittelfeldspieler für die Bewertung ihrer Leistungen in der Hinrunde an der Reihe. Wie haben sich die Sechser, Achter, Zehner und Außenbahnspieler bislang geschlagen?

 Kevin Weggen, im Sommer so etwas wie Beecks „Stareinkauf“, ist eine feste Größe, agiert aber noch nicht so dominant, wie es vielleicht zu erwarten war. Zumeist spielte er auf der Sechs – aber auch schon in der Innenverteidigung.
Kevin Weggen, im Sommer so etwas wie Beecks „Stareinkauf“, ist eine feste Größe, agiert aber noch nicht so dominant, wie es vielleicht zu erwarten war. Zumeist spielte er auf der Sechs – aber auch schon in der Innenverteidigung. Foto: Schnieders/Michael Schnieders

Meik Kühnel (18 Einsätze, ein Tor, ein Assist): War Anfang März der größte Gewinner des Trainerwechsels. Der 26-Jährige hatte unter Michael Burlet zuletzt überhaupt keine Rolle mehr gespielt, unter Mark Zeh wurde er direkt wieder Stamm- und dann auch schnell Führungsspieler. Ordnet das Spiel, ist zweikampfstark und hängt sich immer voll rein. Dazu gute Standards und einer der wenigen Beecker, die auch mal kernig aus der zweiten Reihe abziehen. Ab der zweiten Hälfte der Hinrunde, nach auskurierten Wehwehchen, konstant gut.

Kevin Weggen (16 Einsätze, ein Tor, kein Assist): Gut, aber noch nicht sehr gut. Der „Stareinkauf“ des Sommers war natürlich auf Anhieb Stammspieler, ist zweikampfstark, ausgestattet mit einer guten Übersicht und zudem einer, der die langen Diagonalbälle spielen kann. Zum richtigen Leader ist er aber noch nicht avanciert. Dafür spielte er nicht dominant genug – und hatte ausgerechnet im so wichtigen Spiel gegen Bonn (1:3) einen rabenschwarzen Tag, flog da zur Krönung bereits nach einer guten Viertelstunde mit Rot vom Platz. Ganz unverständlich ist das, was er bislang abgeliefert hat, mit Blick auf seine persönliche Situation allerdings nicht. Denn erstmals in seinem Fußballerleben ist der meinungsfreudige 28-Jährige in Beeck nun nicht mehr Profi, sondern geht tagsüber einem regulären Beruf nach – daran muss auch er sich sicherlich erst gewöhnen. Generell dürfte Beeck an ihm aber noch viel Freude haben – nicht nur wegen seines tollen Tors beim 1:1 gegen RW Essen.

  • Trainer Sandro Scuderi, hier mit Leistungsträgerin
    Fußball-Regionalliga der Frauen : VfR Warbeyen ist in der Liga angekommen
  • Moritz Stoppelkamp.
    Duisburgs erster Schritt : „Wir wissen alle, dass wir in der Bringschuld sind“
  • Gladbachs Kouadio Koné (Mitte) kämpft mit
    Torschütze und Antreiber : Andrich geht für die Werkself voran

Max Fischer (14 Einsätze, kein Tor, kein Assist): Immerhin sechsmal stand der 19-Jährige in der Startelf – keine schlechte Halbjahrsbilanz fürs erste Seniorenjahr. Die Einsätze verdiente er sich mit sachlich-konzentrierten Vorstellungen – und beim 1:1 in Ahlen hätte er fast auch sein erstes Tor erzielt.

Jan Bach (17 Einsätze, zwei Tore, zwei Assists): Keine Frage, der 24-Jährige hat in Beeck lange ein wenig polarisiert. Schnell und auch mit sehr guter Technik ausgestattet, spielte er auf der Außenbahn lange Zeit zu umständlich, drehte gerne mal eine Pirouette zu viel, verschleppte so das Tempo, fehlte der nötige Zug zum Tor. Machte sein bislang bestes Spiel für Beeck dann beim 2:3 in Aachen, als er erstmals im Zentrum spielte. Da glückte ihm dann auch gleich sein erstes Tor. Seitdem zeigt sein Formbarometer auch grundsätzlich nach oben.


Aaram Abdelkarim (15 Einsätze, kein Tor, drei Assists): Kommt bei allem Eifer und Einsatzwillen oft über gute Ansätze nicht hinaus. Die überragende Form, die ihn einst beim SV Straelen zu einem herausragenden Regionalliga-Spieler machte, hat er in Beeck jedenfalls noch nicht erreicht. Fazit: Da ist noch Luft nach oben.

Muja Arifi (zehn Einsätze, kein Tor, kein Assist): Gehörte in der Vorbereitung zunächst klar zu den Gewinnern, ehe ihn ein hartnäckiger Muskelfaserriss lange außer Gefecht setzte. Als er wieder fit war, lieferte er ein paar starke Spiele ab. Ausgestattet mit großem Selbstvertrauen ging er auch mit Mumm in die Offensivzweikämpfe, sehr bissig und grellig. Zum Ende hin etwas schwächer. Ihm fehlt eindeutig ein persönliches Erfolgserlebnis. Das hätte er sich gegen Spitzenreiter RW Essen verschaffen können, als er kurz nach der Pause die ganz große Chance zum 2:0 vergab. Vom Typ her gehört der 21-Jährige zu der selten gewordenen Spezies der Straßenfußballer – und die kann man eigentlich gut gebrauchen.

Jeff-Denis Fehr (19 Einsätze, zwei Tore, sechs Assists): Beecks wohl bester Fußballer, im Sommer 2020 gekommen, brauchte sehr lange, um beim FC so richtig anzukommen – auch, weil er zunächst nicht richtig fit war. Gemessen an seinen Fähigkeiten spielte er eine richtig dürftige erste Saison – ohne viele Torbeteiligungen. Auch in der neuen Spielzeit kam der 27-Jährige zu Beginn nicht so recht in Tritt. Doch dann rief er zunehmend sein Potenzial ab – und das ist beträchtlich. Äußerst ballsicher, ebenso trick- wie fintenreich beackert er zumeist die linke Seite. Mit sechs Torvorlagen führt er Beecks internes Assist-Ranking mit großem Vorsprung an, dazu trifft er nun auch selbst – so auf artistische Weise beim 2:1 in Lotte, Beecks einzigem Sieg in der Hinrunde gegen einen direkten Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalgt. Und zum Jahresabschluss machte er beim 3:1 bei der U 23 Fortuna Düsseldorfs sein bislang bestes Spiel für Beeck überhaupt, war da überhaupt nicht zu bremsen, drehte voll auf. Wenn er diese Form ins neue Jahr hinüberretten kann, ist er ein klarer Trumpf der Beecker im Abstiegskampf.