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Corona in NRW: So gehen Sportvereine mit den neuen Regeln

Keine Ausnahme mehr für Ungeimpfte, Vorteile für Geboosterte : So gehen Vereine mit den neuen Corona-Regeln um

In Nordrhein-Westfalen tritt am Donnerstag mal wieder eine neue Corona-Verordnung in Kraft. Die hat Auswirkung auf den Amateursport. Wir geben eine Übersicht zu den Maßnahmen und haben uns bei den Sportvereinen der Region umgehört.

Am Wochenende beginnt in vielen Hallensportarten wieder der Liga-Alltag. Für den Spielbetrieb greift dann die neue Corona-Schutzverordnung, die ab dem 13. Januar gilt. Diese bringt neue Verschärfungen, aber auch einige Erleichterungen für die Sportvereine (siehe Infokasten). Beispielsweise entfällt für ungeimpfte Amateursportler nun die Ausnahme, durch einen negativen PCR-Test am Spielbetrieb teilzunehmen – außer es liegt bereits eine Erstimpfung vor. Für die Hallensportarten gilt die 2G-Plus-Regel. Allerdings sind Sportler mit vorhandener Booster-Impfung von der zusätzlichen Testpflicht befreit – wobei der Großteil der Vereine die Regeln freiwillig strenger auslegt.

 Der Gladbacher HTC hatte bei seinen Spielen in der Halle freiwillig die Maskenpflicht durchgesetzt.
Der Gladbacher HTC hatte bei seinen Spielen in der Halle freiwillig die Maskenpflicht durchgesetzt. Foto: Susanne Breithaupt

Beispielsweise galt im Handball bei den meisten Vereinen schon länger 2G-Plus. „Vor Weihnachten haben wir das eingeführt und nun zum Trainingsstart beibehalten“, sagt Christopher Liedtke, Trainer des Handball-Oberligisten TV Lobberich. In seiner Mannschaft seien alle Spieler zweimal geimpft, sagt er, rund 40 Prozent zudem bereits geboostert. Und für Liedke ist es eine Option, dass die geboosterten Spieler sich weiterhin freiwillig testen lassen. „Ich würde das gut finden, da die Zahlen derzeit wieder steigen“, sagt er. Bei der Turnerschaft Lürrip ist das bereits beschlossen: Dort führen geboosterte Spieler vor jedem Training einen Selbsttest durch, der Rest der Spieler benötigt einen Nachweis aus einem offiziellen Testzentrum. „Mit den Tests ist es nun ein bisschen mehr Aufwand“, sagt Trainer Tobias Elis. Mindestens zweimal durchgeimpft sei jeder Spieler bei ihm in der Mannschaft. Beim Regionalligisten TV Korschenbroich verständigte sich der Verein ebenfalls darauf, 2G-Plus freiwillig für alle Spieler im Trainings- und Spielbetrieb geltend zu machen – egal ob geboostert oder nicht. Auch beim TVK sind alle Spieler mindestens zweimal geimpft. Derweil sei man gemäß der neuen Regeln an der Überarbeitung des Hygienkonzepts, bestätigt der Sportliche Leiter, Klaus Weyerbrock. Unter anderem wären nach den neuen Vorgaben mehr Zuschauer als die zuletzt zugelassenen 350 in der Waldsporthalle erlaubt. Das empfindet Weyerbrock jedoch als falsches Signal. Es soll bei den maximal 350 Besuchern bleiben.

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Bei den Heimspielen des Gladbacher HTC in der 2. Hockey-Bundesliga galt bislang nicht nur 2G, sondern darüber hinaus auch die Maskenpflicht für alle Zuschauer. Ob die Maßnahmen zum nächsten Auftritt in der heimischen Jahnhalle am 6. Februar freiwillig auf 2G-Plus erhöht werden, stehe noch nicht fest, wie Vereinssprecherin Dorothee John-Steimel sagt: „Wir befinden uns noch im Austausch, auch mit den anderen Vereinen, und warten die Situation ab. In der Bundesliga hat RW Köln zuletzt keine Zuschauer zugelassen, wie es bei uns aussehen wird, steht noch nicht fest.“ Um das Risiko im Verein gering zu halten, müssen Jugendspieler, die zwar in der Schule getestet worden sind, ihr Ergebnis aber erst einen Tag später erhalten, zum Training einen aktuellen negativen Schnelltest vorzeigen. „Wir sind da sehr engmaschig und wollen die Sicherheit für alle hoch halten“, so John-Steimel.

Das ist auch die Devise beim Volleyball-Oberligisten VC Ratheim, bei dem sich ebenfalls weiterhin alle Spieler trotz Booster-Impfung testen lassen. „Die Tests sind kostenlos und kein großer Aufwand, also werden sich auch die Geboosterten bei uns im Team weiter testen lassen“, so Becker. „Wir wollen die Saison unbedingt zu Ende spielen“. Und das mit Fans, für die möglicherweise ebenfalls strengere Regeln als angeordnet gelten könnten: „Auswärts in Hürth waren zuletzt keine Fans erlaubt, das wollen wir verhindern. Wir denke über 2G-Plus oder eine Maskenpflicht für die Zuschauer nach“, sagt der VC-Spieler.

Für die Fußballer – überwiegend ein Sport im Freien – gilt künftig laut neuer Verordnung die 2G-Regel, wobei auch hier die Ausnahme für Ungeimpfte mit einem negativen PCR-Test entfällt. In der Vergangenheit hatte so manch ein Verein der Region diese Regel durchaus genutzt. Für Landesligist ASV Süchteln ändert sich nun aber wenig: „Bei uns sind alle Spieler geimpft. Uns hat es in dieser Saison nur in einem Spiel tangiert, da ein Spieler die 14-tägige Frist nach der zweiten Impfung noch nicht umhatte“, sagt ASV-Coach Frank Mitschkowski. Auch wenige Kilometer weiter beim Oberligisten SC Union Nettetal kann man entspannt bleiben. „Wir haben keine Ausfälle von nicht geimpften Spielern. Wir haben lediglich einen Spieler, der bis jetzt nur einfach geimpft ist, dieser darf mit einem PCR-Test aber am Trainings- und Spielbetrieb teilnehmen. Alle anderen sind bereits doppelt geimpft und teilweise sogar schon geboostert“, sagt Teammanager Khaled Daftari. Die zweite Impfung des betroffenen Spielers stehe zudem kurz bevor, so dass der PCR-Test dann entfällt. Geimpft und zu einem Großteil bereits geboostert ist auch der gesamte Kader, samt Betreuer, beim Regionalligisten FC Wegberg-Beeck. Dort steht zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht genau fest, wie viele Zuschauer zum Rückrunden-Auftakt gegen den VfB Homberg am 22. Januar ins Waldstadion kommen dürfen. „Es ist möglich, dass wir mit einer geringen Zuschaueranzahl planen müssen“, sagt der Sportlicher Leiter Friedel Henßen. In der Verordnung heißt es dazu: „Oberhalb einer absoluten Zahl von 250 Personen darf die zusätzliche Auslastung bei höchstens 50 Prozent der über 250 Personen hinausgehenden regulären Höchstkapazität liegen; insgesamt sind aber höchstens 750 Zuschauende zulässig.“