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Regionalliga-West: Beeck vermasselt RWO die Tabellenführung

Regionalliga West : Beeck vermasselt RWO die Tabellenführung

In Oberhausen holte der FC Wegberg-Beeck am Mittwochabend ein torloses Remis – und damit einen verdienten Überraschungspunkt. Am Samstag kommt der KFC Uerdingen ins Waldstadion.

Richtig gut war Rot-Weiß Oberhausen in die Saison gestartet – speziell daheim: Aus den ersten drei Partien im Stadion Niederrhein holte die Elf von Coach Mike Terranova neun Punkte und 10:2 Tore. Vor der vierten Heimpartie gegen Schlusslicht FC Wegberg-Beeck war daher für viele Anhänger nur die Höhe des Erfolgs eine Frage. Doch es kam ganz anders: Ausgerechnet der Tabellenletzte verpasste der bis dahin blütenweißen RWO-Heimweste die ersten Kleckse, holte mit dem 0:0 einen absoluten Überraschungspunkt – und vermasselte den Gastgebern damit auch noch den Sprung an die Tabellenspitze, den die Rot-Weißen dank der parallelen 1:3-Niederlage der U21 des 1.FC Köln gegen Alemannia Aachen ansonsten eingenommen hätten.

„Ich bin stolz auf meine Jungs. Wir wussten, dass wir an unsere Grenzen gehen müssen, um hier zu bestehen – und das haben die Jungs getan. Wir haben uns diesen Punkt wirklich verdient“, sagte Beecks Trainer Mark Zeh. „Wir hätten heute Tabellenführer werden können, doch dafür haben wir uns zu wenige klare Chancen herausgespielt. Auch wenn es wehtut: Wir müssen daher mit diesem einen Punkt leben“, befand RWO-Coach Mike Terranova.

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Zeh hatte weitgehend derselben Anfangsformation wie beim unglücklichen 2:3 gegen den SV Lippstadt vertraut – mit einer zwangsläufigen Ausnahme: Für Justin Hoffmanns, der gegen den SV wegen muskulärer Probleme ausgewechselt werden musste, begann erstmalig Aaron Allwicher, der bis zur Vorsaison in Beecks Reserve aktiv war.

Der Spielverlauf entwickelte sich dann nicht so, wie es allgemein erwartet worden war. Zwar hatte RWO optische Vorteile, doch wirklich gefährlich wurden auch die Gastgeber in der ersten halben Stunde nicht. Beeck stand gut und verteidigte sehr konzentriert, war zudem sichtlich um einen konstruktiven Spielaufbau bemüht. „Wir wollten geordnet spielen und unsere Umschaltmomente nutzen, und das ist uns in der ersten Halbzeit auch häufig gelungen“, bilanzierte Zeh.

Aktivposten war dabei vor allem Jeff-Denis Fehr, der mit seinen Dribblings auch in kritischeren Phasen des Spiels für einige Entlastung sorgte. Selbiges war Aram Abdelkarim, der gegen Lippstadt ein gutes Spiel gemacht hatte, nicht vergönnt: Bereits nach 22 Minuten musste der Angreifer mit Wadenproblemen vom Platz. Für ihm kam Marc Kleefisch – der später dann wiederum Shpend Hasani weichen musste, der somit seinen verspäteten Saisoneinstand feierte.

Nach einer halben Stunde zog RWO das Tempo an – bis zum Pausenpfiff hatte der FC nun einige haarige Situationen zu überstehen. Tom Meurer (36.) und Nils Hühne (45.) retteten zweimal in höchster Not, und Oberhausens zwei beste Chancen vergab Fabian Holthaus (34./45.+1) – bei Letzterer jagte er den Ball aus sechs Metern übers Gehäuse.

Die Halbzeitpause tat Beeck sehr gut, die Gastgeber konnten danach bei Weitem nicht mehr den Druck der Schlussviertelstunde der ersten Halbzeit entwickeln. Dazu hatte Beeck endlich auch mal ein wenig Spielglück – so in der 55. Minute, als der bereits verwarnte Max Fischer ein durchaus gelbwürdiges Foul beging, es Schiri Marcel Benkhoff aber bei einer letztmaligen Ermahnung beließ. Eine Minute später wurde Fischer richtigerweise auch schon ausgewechselt. Und Glück hatte der FC auch in der vierten Minute der Nachspielzeit, als ein wuchtiger Schuss von Shaibou Oubeyapwa nur Zentimeter am FC-Gehäuse vorbeizischte. Davor hatten Jonathan Benteke (73.) und Jan Bach (86.) die beiden nennenswerten Beecker Chancen auf Kopf und Fuß gehabt. Danach musste auch noch einmal Beecks starker Abwehrchef Kevin Weggen bei einer Rettungsaktion Kopf und Kragen riskieren (90.+1) – es gelang, und damit feierte das Geburtstagskind (wurde am Spieltag 28 Jahre alt) ein auch vom Ergebnis her gelungenes Wiegenfest.

Am Samstag steht für Beeck daheim das brisante Kellerduell gegen den KFC Uerdingen an – da trifft der Vorletzte auf den Letzten. Beide haben zwei Punkte, doch wegen des Uerdinger Antrags auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens hat der Westdeutsche Fußball-Verband den KFC satzungsgemäß bereits mit einem Neun-Punkte-Abzug belegt. Dagegen legte der Verein Einspruch ein, sodass diese Sanktion noch nicht amtlich ist – wohl aber sehr wahrscheinlich. Danach hätte der KFC, dem im Sommer die Drittliga-Lizenz verweigert worden war, aktuell also minus sieben Punkte.

Bis kurz vor dem ersten Spieltag stand Uerdingen ohne Mannschaft da. Nach anfänglichen Klatschen und einigen Neuverpflichtungen hat sich das Team von Dmitry Voronov mittlerweile stabilisiert, holte zuletzt jeweils ein beachtliches 0:0 gegen Alemannia Aachen und die U 23 Borussia Mönchengladbachs. „Dennoch ist klar: Gegen Uerdingen wollen wir endlich den ersten Dreier holen“, bekräftigt Zeh.