Krefeld: Emma Schülke spielt den Peter Pan on Ice

Hauptrolle im Weihnachtsmärchen : Emma Schülke spielt den Peter Pan on Ice

Der Eissport-Verein Krefeld lädt am zweiten Dezember-Wochenende zum Weihnachtsmärchen in der Rheinlandhalle ein.

Wer kennt sie nicht, die Geschichte des Jungen, der nicht erwachsenen werden wollte, zahlreiche Abenteuer erlebte und im Nimmerland auf den bösen Kapitän Hook traf. Schon 2008 war das Märchen über Peter Pan und dessen Freunde dem Eissport-Verein Krefeld (EVK) eine Aufführung auf dem Eis wert. Nun gibt es in der Rheinlandhalle eine Neuauflage, bei der 180 Aktive für eine Rekordbeteiligung sorgen.

Schon im Frühjahr begann der Vorstand um die Vorsitzende Cordula Meisgen und Choreografin Gaby Braas mit der Planung und die Besetzung der verschiedenen Charakterrollen. „Natürlich muss drauf geachtet werden, wer die besten Kriterien für die jeweilige Rolle erfüllt. Das hängt von vielen Faktoren ab und muss zum Typ passen“, erklärt Meisgen. Für die Hauptrolle des Peter Pan wurde schnell eine Lösung gefunden, denn mit der 17-jährigen Emma Schülke gibt es eine Läuferin im Verein, die Talent hat und im Eiskunstlauf eine hohe Kürklasse darbieten kann. „Hinzu kam, dass Emma zeitlich die Möglichkeit hat und dann auch hundertprozentig alles gibt“, sagt Meisgen weiter über die St. Töniserin, die im nächsten Jahr ihr Abitur am Michael- Ende-Gymnasium macht.

Für die Sportkanone Emma ist es eine Ehre, war sie doch schon 2013 als Gastläuferin bei Märchenpunch on Ice mit dabei und hatte bei den Aufführungen 2015 und 2016 eine erweiterte Hauptrolle. Mit vier Jahren begann Schülke beim Schlittschuh-Club- Krefeld mit dem Eislaufen und wechselte vor vier Jahren zum EVK. Inzwischen ist sie auch im Kader des Leistungssportzentrum Krefeld, und angesprochen auf die Frage, ob die Aufführung des Weihnachtsmärchen nicht auch was mit Leistungssport zu tun hat, sagt sie: „Der Leistungsdruck ist ja schon da, aber beim Weihnachtsmärchen kann ich in Ruhe die Geschichte erzählen.“ Angst, mal einen Fehler zu machen, hat sie keine. „Wenn ich denn einen Fehler mache, dann kann man das gut überspielen. Das Publikum weiß das zu würdigen“, folgt umgehend die Antwort auf die Frage warum. Einzig am 24. September kam dann doch etwas Angst auf, denn an diesem Tag hatte Schülke einen Motorradunfall. „Das war natürlich ein großer Schreck, zumal wir Anfang September mit den Proben begonnen hatten. Aber ich habe mich nicht unterkriegen lassen“, blickt Schülke zurück. Seitdem arbeitet sie mit ihrem Trainer Torsten Roß an der vorgegebenen Choreografie ihrer Solorolle. Training ist am Samstag und Sonntag und da heißt es auch häufig sehr früh aufstehen, damit man um 8 Uhr morgens auf dem Eis steht. Nicht selten ist die 17-Jährige dann bis zu vier Stunden bei den Proben in der Rittbergerhalle zu finden. „Beim Hören der Musik sag ich meinen Trainer auch ab und zu mal was ich dazu machen will. Der gibt mir auch die Freiheit dazu und wir einigen uns dann auch schnell“, sagt Schülke. Geplant sind neben dem Doppel-Toelopp auch der Salchow- und der Lutz-Sprung. Dass ihre Freundin Fiona Meisgen den Widersacher von Peter Pan spielt, quittiert sie mit einem kleinen Lächeln: „Da muss natürlich alles passen. Die künstlerische Darbietung muss stimmen, auch mit der Mimik. Da kommt es nicht so sehr auf die Sprünge an.“

Seit Mitte November heißt es 25 verschiedene Musikabschnitte aneinander zu binden, bevor einen Tag vor der Aufführung die Generalprobe erfolgt. Und wenn der letzte Vorhang gefallen ist, dann hat Schülke schon das nächste große Ziel vor Augen.“ Ich habe mich als Volunteer für das Deutsche Haus bei den Olympischen Spielen in Tokio beworben und bin ebenso wie meine Vereinskollegin Antonia Storm dafür genommen worden“, berichtet sie mit Stolz.