Korschenbroich: Paul Böing reist wieder nach Bulgarien

Kleinenbroicher im Juli geehrt : Paul Böing hilft wieder in Bulgarien

Der 87-jährige Kleinenbroicher ist nach der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes weiter sehr aktiv. In den kommenden Wochen stehen gleich mehrere Projekte und Hilfsaktionen auf dem Programm.

„Wir haben losgelegt wie die Feuerwehr“, ist eine Formulierung, die Paul G. Böing gerne gebraucht. Für seinen Einsatz war er Mitte Juli von Landrat Hans-Jürgen Petrauschke mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet worden. Der Wahl-Kleinenbroicher, der im November 88 Jahre alt wird, ist immer noch ein ausgesprochener Aktivposten. Er denkt längst noch nicht daran, sich auf seinen Lorbeeren auszuruhen.

Erhielt das Bundesverdienstkreuz am Bande: Paul Böing. Foto: Rhein-Kreis Neuss

„Die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes und die anschließende Feierstunde im Nikolauskloster gemeinsam mit meinen zum Teil langjährigen Mitstreitern haben mich emotional sehr berührt“, sagt Böing. Er blickt aber nicht nur zurück, ganz im Gegenteil: „Ende September werden meine Frau Rita und ich wieder nach Bulgarien fliegen, ich war zuletzt im März dort.“ Im Laufe der Jahre hatte der 87-Jährige mehr als 100 Krankenhausbetten in das Krankenhaus von Razlog bringen lassen. „Dass ich das Bundesverdienstkreuz verliehen bekommen habe, hat sich in Bulgarien herumgesprochen“, sagt Böing nicht ohne Stolz. Er folgt jetzt einer Einladung der Bürgermeister von Bansko und Razlog.

Böing hat fünf Kinder und zwölf Enkelkinder. Und weil der Apfel bekanntlich nicht weit vom Stamm fällt, hat seine älteste Tochter Claudia (62) mit ihrem Mann eine Organisation gegründet, die sich um Flüchtlinge kümmert. Böing schickte jetzt 120 Paar neue Schuhe, die er akquiriert hatte, nach Emsdetten. Auf seiner To-do-Liste steht gegen Ende des Jahres das Abholen von Dialysegeräten aus Bremerhaven, sie werden in einem bulgarischen Krankenhaus sicher gebraucht werden. Außerdem gibt die Niederrhein-Klinik Betten ab, die durch neue ersetzt werden – auch über diese Spenden werden sich Menschen in Bulgarien freuen.

Schloss Beichlingen in der Nähe von Weimar liegt ihm  ebenfalls seit Jahren am Herzen, er war maßgeblich daran beteiligt, dass der Förderverein mit dem Thüringer Denkmalschutzpreis ausgezeichnet wurde. Im September wird er dort sein zum Tag des offenen Denkmals und Gespräche mit dem Besitzer führen.

Böing hat sich außerdem vorgenommen, darauf hinzuwirken, dass Professor Ansgar Paus – er lebte von 1932 bis 2017 – mit dem er zusammen als Messdiener in Bocholt aktiv war und der als Universitätsprofessor für Erkenntnislehre und Religionswissenschaft gewirkt hat, Ehrenbürger von Bocholt wird.