Korschenbroich: Pflegeaufwand auf Friedhöfen der Stadt sinkt

Bestattungen in Korschenbroich : Pflegeaufwand auf Friedhöfen sinkt

Mehr als 16 Hektar Friedhofsfläche gibt es insgesamt in Korschenbroich. Die Nutzung hat sich derweil verändert, immer häufiger wird bei der Stadt nach pflegearmen Bestattungsmöglichkeiten gefragt. Ein Überblick.

Im Sommer dürfte auf den Friedhöfen Korschenbroichs noch ein wenig mehr Ruhe herrschen als das generell bereits der Fall ist. Denn für die Mitarbeiter der Stadt, die für die Unterhaltung der Friedhofsflächen zuständig sind, fallen dann weniger Arbeiten an als beispielsweise im Herbst, wenn das Laub entsorgt werden muss – oder im Frühling, wenn die Flächen und Wege gesäubert und die Wege vom Unkraut befreit werden. Hierbei verzichtet die Stadt aus Gründen des Umweltschutzes mittlerweile auf Unkrautvernichter, die Wege werden nur noch mechanisch gesäubert. „Ein klinisch sauberer Zustand ist aus demselben Grund nicht mehr erwünscht“, heißt es. Das passt zu den allgemeinen Veränderungen, die auf den Friedhofsflächen der Stadt zu beobachten sind. Wir geben einen Überblick.

Wie viele Friedhöfe gibt es in Korschenbroich? Auf den acht kommunalen Friedhöfen kommt eine Gesamtfläche von mehr als 16 Hektar zusammen – allerdings sind die alten Friedhöfe in Kleinenbroich und Liedberg mittlerweile geschlossen. Der größte Friedhof ist der Waldfriedhof, der seit 1940 besteht und 5,4 Hektar misst, der kleinste – zumindest unter den aktiven – ist mit 0,8 Hektar der neue Friedhof in Glehn. Dieser ist zugleich auch der jüngste: 1995 wurde er eröffnet. Der älteste in Nutzung befindliche Friedhof liegt ebenfalls in Glehn, seit 1800 wird dort bestattet.

Welche Bestattungsformen bietet die Stadt an? In den vergangenen Jahren ist nach Auskunft der Stadt die Zahl der Urnenbestattungen stetig gestiegen – und jene der Erdbestattungen entsprechend gesunken. Zudem werde immer häufiger nach pflegearmen Bestattungsmöglichkeiten gefragt. Deswegen bietet Korschenbroich mittlerweile auf allen städtischen Friedhöfen Urnenrasen- und Urnenpflanzwahlgräber an. Hinzu kommen Stelen-Bestattungen auf den Friedhöfen in Liedberg und Glehn (alt), Baumbestattungen auf dem Waldfriedhof und in Pesch sowie auf letzterem Friedhof auch ein durch die Stadt gepflegtes Urnenhochbeet. Sowohl auf dem alten Glehner Friedhof als auch in Kleinenbroich (Breitacker) werden verstärkt Urnenwahlgrabstätten erworben, die ganz oder teilweise abgedeckt werden können, womit sich der Pflegeaufwand erheblich verringert. Und auf dem Waldfriedhof gibt es seit Oktober vergangenen Jahres ein gärtnerbetreutes Urnenfeld. Alle Bestattungsformen hat die Stadt zudem auf ihrer Internetseite aufgeführt und näher beschrieben.

Was geschieht mit Flächen, die nicht mehr genutzt werden? Größere freie Flächen entstehen laut Stadt, wenn traditionelle Wahlgrabstätten ablaufen und nicht mehr neu vergeben werden, weil die Nachfrage nicht mehr da ist. Auf dem neuen Friedhof in Glehn wurde deswegen frühzeitig festgestellt, dass die ursprünglich geplante Fläche nicht benötigt wird. So wurden im vergangenen Frühjahr 3080 Quadratmeter entwidmet. Auf anderen Friedhöfen werden freie Flächen durch die Mitarbeiter pflegearm bepflanzt oder eingesät, um auch dort den Pflegeaufwand zu reduzieren. Auch das passt zum allgemeinen Trend auf den Korschenbroi­cher Friedhöfen.

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