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Das erste Weihnachtsfest im neu gebauten Haus an der Niers-Aue Korschenbroich

Wohnen im Korschenbroicher Neubaugebiet : Das erste Weihnachtsfest im neu gebauten Haus an der Niers-Aue

Tobias und Stefanie Harder gehören mit Tochter Marlene zu den ersten Familien, die ihre Wohnung im Korschenbroicher Neubaugebiet bezogen haben.

Eine Frau, ein Mann. Sie ist schwanger, aber das Kind ist nicht von ihm. Er hat sie dennoch mitgenommen, als er wegen einer Behördensache in sein Heimatdorf musste. Der Mann ist verzweifelt, das Dorf ist überfüllt. Nirgendwo findet er einen Platz für sich, die Frau und das in Kürze kommende Kind. Schließlich hat ihm jemand dort drüben den Stall gezeigt. Nun bettet er die erschöpfte Frau auf Stroh. Noch in der Nacht kommt das Kind auf die Welt, ein besonderer, ein einzigartiger Mensch.

So oder ähnlich ist diese Geschichte immer wieder erzählt worden. Denn im Kern ist sie allgemein gültig, seit es Menschen auf der Erde gibt. Einzigartig ist sie deshalb, weil wir als Christen glauben, Gott selbst sei der Vater dieses Kindes, dessen Geburtstag wir heute feiern. In allen anderen Fällen sind es Menschen, die Mütter und Väter sind.

Für Stefanie und Tobias Harder ist es gerade alles nicht so einfach. Draußen lärmen die Baumaschinen, schrillen die Bohrer, kreischen die Kräne, brummen die Lastwagen. Und die Straße vor dem Haus ist gelb vom Lehm, den die Baumaschinen hinterlassen. Doch das Haus der Harders ist fertig, und so sind sie am 12. Oktober eingezogen: als eine der ersten Familie im neuen Baugebiet Niers-Aue. Dort haben sie sich inmitten des ganzen Baugewusels der künftigen Nachbarn eingerichtet. Dort haben sie kurz vor Weihnachten den dritten Geburtstag ihrer Tochter Marlene gefeiert, und dort steht nun auch zum ersten Mal ein Weihnachtsbaum im Wohnzimmer. „Die Arbeiten stören uns weniger, aber die Nacht ist schon etwas eigenartig. Es ist stockdunkel, weil hier noch keine Laternen stehen“, sagt Stefanie. Vorher haben die beiden in einer Drei-Zimmer-Wohnung in Neersbroich gewohnt. Zunächst hatten die Harders darüber nachgedacht, ein Haus zu kaufen, „aber der Immobilienmarkt war leer gefegt.“

Kennengelernt haben sich die beiden, als sie gemeinsam die Oberstufe des Korschenbroicher Gymnasiums besuchten. Geheiratet haben sie im August 2014 im Nikolauskloster. „Damals wollten wir erst einmal die berufliche Zukunft sicherstellen“, erzählt Tobias. Er ist Steuerberater in einer Düsseldorfer Kanzlei, schon der Vater übte diesen Beruf aus. Stefanie arbeitet auch in Düsseldorf bei der evangelischen Kirche. „Ich bin Kauffrau für Bürokommunikation.“ Nachdem die Firma, bei der sie arbeitete, aufgelöst wurde, kam sie durch Zufall zur evangelischen Kirche. „Dort bin ich im Meldewesen tätig, kümmere mich um Trauungen, Taufen und Bestattungen.“

Und was macht Marlene, wenn die Eltern arbeiten? „Sie ist im Kindergarten St. Andreas, und da sind natürlich auch noch die Großeltern“, erzählt Stefanie. Den katholischen Kindergarten schätzt die junge Mutter sehr, vor allem, dass dort im Rahmen einer konservativen Betreuung klassische Werte vermittelt werden. Als Marlene auf die Welt kam, merkten ihre Eltern recht bald, dass die Wohnung, in der sie zur Miete wohnten, auf Dauer zu eng sein würde. Sie hörten vom Baugebiet Niers-Aue und bewarben sich für ein Grundstück. „Wir haben uns sowohl bei der Stadt als auch beim Investor Amand angemeldet“, berichtet Tobias. Die Amand GmbH & Co. KG verfügte über zwei Drittel der Grundstücke, Korschenbroich über ein Drittel. „Die Stadt hatte ein Punktesystem eingeführt. Umso mehr Punkte man bekam, etwa, weil man hier arbeitete oder wohnte, umso besser waren die Chancen.“ Doch dann war der Investor schneller. Er verkaufte früher als die Stadt – und die Harders machten einen Vertrag. Sie informierten sich über Hausbau, besichtigten Musterhäuser und entschieden sich schließlich für ein klassisch errichtetes Gebäude. Wenn alles einmal fertig ist in der Niers-Aue, haben sie nach eigenem Bekunden den idealen Wohnplatz gefunden. „Er liegt verkehrsgünstig, ganz nah am Haus wird ein Kindergarten gebaut, es ist hier ländlich, wir sind schnell im Wald und letztlich stammen wir aus Korschenbroich und dort kennt man sich eben“, sagt Stefanie. Obwohl man sich hier gut kennt, will Tobias aber kein Schütze werden. Er habe erlebt, wie schon am Gymnasium Züge gegründet worden seien, aber der Zusammenhalt habe später dann doch nachgelassen.

Die kleine Familie freut sich auf die Weihnachtstage. Nicht nur Marlene ist aufgeregt. Auch ihre Eltern wollen den Verwandten zeigen, dass sie ein schönes Heim gefunden haben. „Weihnachten wollen wir mit Eltern, Großeltern und Geschwistern eine schöne Zeit verbringen“, sagt Stefanie. „Wir werden mit Sekt anstoßen und kochen.“ Weihnachten ist für die Familie ein Ankerpunkt in der schnelllebigen Gesellschaft. Und eine Zeit zum Nachdenken. Auch darüber, ob es sinnvoll ist, in dieser schwierigen Zeit mit zahlreichen ungewissen Antworten, ein Kind zu bekommen. „Aber ja“, sagt Tobias Harder. Denn jedes Kind sei einzigartig und „vielleicht ist ja eines dabei, das die Antworten kennt.“