Stern über Bethlehem – zeig uns den Weg

144 Sternsinger in Korschenbroich-Glehn: Stern über Bethlehem – zeig uns den Weg

So viele Sternsinger wie in Glehn – 144 – haben nicht viele Dörfer aufzuweisen. Die Sterne haben sie bereits gebastelt.

Sterne zeigten bereits den ersten Seefahrern den Weg über das Meer, und auch in der biblischen Geschichte von Jesu Geburt folgen die „Weisen aus dem Morgenland“ einem Stern. Er führt sie zur Krippe in Bethlehem, wo sie dem Mensch gewordenen Sohn Gottes ihre Gaben darbringen – Gold, Weihrauch und Myrrhe. In Erinnerung an diese Erzählung machen sich in jedem Jahr Kinder als „Caspar“, „Melchior“ und „Balthasar“ verkleidet auf den Weg durch Dörfer und Städte, um den christlichen Segen in jedes Haus zu bringen. Dabei sammeln sie Spenden für notleidende Kinder in aller Welt. Eine beachtliche Zahl von jungen Königen stellt die Pfarrgemeinde St. Pankratius Glehn: „Wir haben dieses Mal 144 Sternsinger zwischen drei und 25 Jahren dabei“, sagt Organisator Martin Bienioschek stolz.

Dass die Sternsingeraktion in Glehn so beliebt ist, erklärt der 52-Jährige folgendermaßen: „Wir bieten schon ab Mitte November Gruppenstunden an, in denen die Kinder und Jugendlichen gemeinsam singen, spielen und basteln.“ Damit sich auch niemand langweilt, gibt es für die Vorschulkinder andere Angebote als für die Teenies. Während die Kleinsten gerne basteln und Geschichten hören, treffen sich die Großen zur „Pizza-Probe“.

Auch an diesem Nachmittag kurz vor Weihnachten drängeln sich die Sternsinger im Gemeindezentrum am Pankratiusplatz. Alle tragen bunte Gewänder und glitzernde Kronen oder mit Perlen geschmückte Turbane, viele halten einen Stern, der an einem Stab befestigt ist.

Während die kleinsten Könige noch auf dem Schoß ihrer Mütter sitzen und mit großen Augen umherblicken, wissen die größeren Kinder schon ganz genau, was auf sie zukommt, und freuen sich auf ihre Aufgabe. Meike (7) im lilafarbenen Umhang und mit Krone ist bereits zum zweiten Mal dabei: „Die meisten Leute sind sehr freundlich zu uns, wenn wir an den Türen klingeln“, erzählt sie. Sie mag es besonders, dass in den Gruppenstunden so viel gesungen wird. Den anderen geht es genauso: „Ich bin hier, weil ich die Lieder so toll finde“, erzählt Julian (5) im blauen Gewand, der seinem ersten Einsatz als Sternsinger entgegenfiebert. Dann begrüßt Gruppenleiterin Renate Hirschberg die Kinder und kündigt das erste Lied an. Martin Bienioschek spielt Akkordeon, Birgit Bresser Gitarre, und alle Kinder singen mit: „Du schickst uns als Boten aus und wir segnen jedes Haus.“

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Alle sind mit Begeisterung dabei – von den kleinen Königen bis zu den Erwachsenen. „Das Gemeinschaftserlebnis steht im Vordergrund“, sagt Bienioschek, „alle packen mit an“. Das achtköpfige Helferteam veranstaltet Gruppenstunden, kümmert sich um die Einteilung der Gruppen und Gebiete, schneidert Gewänder, hilft beim Basteln der Kronen, erstellt Liederzettel und macht fleißig Werbung für die Aktion. Die Eltern begleiten die jüngeren Sternsinger auf ihrem Weg durch den Ort und sorgen dafür, dass sich die Kinder nach getaner Arbeit oder zwischendurch im Gemeindezentrum mit Salaten und leckerem Kuchen stärken können.

Auf die 144 Sternsinger wartet ein volles Programm: Am 28. Dezember fahren die Glehner mit einem Bus zur Aussendungsfeier des Erzbistums im Kölner Dom. Am Sonntag, 6. Januar, dem Dreikönigstag, ziehen die Sternsinger nach dem Aussendungsgottesdienst in St. Pankratius in Glehn von Haus zu Haus. Bereits am 4. Januar wird in den Glehner Kindergärten, in Geschäften und im Gewerbegebiet sowie beim betreuten Wohnen gesungen, am 5. Januar in Epsendorf, Steinforth-Rubbelrath und Scherfhausen, am 6. Januar auch in Schlich. Bei jedem Besuch schreiben die Sternsinger den Segen „20 * C + M + B+ 19“ (Christus Mansionem Benedicat – Christus segne dieses Haus) an die Türen, verteilen Handzettel mit dem Motto für 2019, singen und sammeln Spenden.

Zusätzlich zum Geld für den guten Zweck bekommen sie oft Süßes geschenkt. „Das wird anschließend im Gemeindezentrum gerecht verteilt“, erklärt Bienioschek. Und ein Teil der Süßigkeiten gehe in jedem Jahr an die Neusser Tafel.

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