Schüler ziehen beim Klima-Streik "Fridays for Future" durch Kleve

Fridays for Future : Klever Klima-Streik: jung, laut und grün

Knapp 250 Jugendliche zogen bei den jüngsten „Fridays for Future“-Protesten lautstark durch die Straßen. Am Rathaus sammelten sie Müll.

Kleve Zum dritten Mal schwänzten Klever Schüler die Schule und machten sich bei der „Fridays for Future“-Demonstration trotz des andauernden Regens für mehr Klimaschutz bemerkbar. Die Höhepunkte: eine Schweigeminute, kreative Sprechchöre und eine Müllsammelaktion. Erneut begann der knapp anderthalbstündige Protestzug am Ehrenmal vor dem Freiherr-vom-Stein-Gymnasium, weiter zogen die Schüler über die Ringstraße, die Hagsche Straße durch die Innenstadt bis zum Minoritenplatz.

So demonstrieren Schüler der Fridays-for-Future-Bewegung in NRW

Unterwegs präsentierten sie markige Sprüche: „Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut“ oder „Es gibt kein Recht auf Kohlebagger fahren“. Nur vereinzelt nahmen Jugendliche, wie im Vorfeld angekündigt, mit dem Zweirad teil.

Am Elsabrunnen hielt die Demo-Gruppe zu einer Schweigeminute für die Toten des abgestürzten Flugzeuges ET 302 inne, in dem zahlreiche Klimaaktivisten saßen. „Wir zeigen damit unsere Solidarität“, sagte Maja Marbach, die einen linearen Kohle-Ausstieg fordert, der ein früheres Datum als 2038 anvisiere. Kraftwerke sollen nur dafür bereitgehalten werden, bei Stromengpässen auszuhelfen. Unterwegs erhielten die politischen Schüler und Studenten Beifall und motivierende Zurufe der Passanten.

Doch auch Kritik war vernehmbar: „Ich bin Klimaschützer. Aber die Kinder sollten hinterfragen, was sie für das Klima tun: Wie häufig fliegen sie auf Klassenfahrt, in den Urlaub, zum Skifahren? Wie fahren sie zur Schule? Ich habe außerdem überhaupt kein Verständnis dafür, dass man freitags auf die Straße geht“, sagte der 76-jährige Dieter Frohwerk. Ähnlich äußerte sich ein junger Berufsschüler, der namentlich nicht genannt werden möchte und in eine Diskussion mit den Demonstranten trat. Er erhielt von den Veranstaltern gar das Megaphon und warf den Jugendlichen vor, gegen den Luxus zu demonstrieren, in dem sie selber leben würden. Die Argumente aber waren schnell ausgetauscht, der 18-Jährige wieder verschwunden.

Vor dem Rathaus initiierten die Wortführer des Protestzuges eine lautstarke Kundgebung gen Verwaltung: „Wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut.“ Diese aber regte sich nicht. „Vor allem wenden wir uns gegen die Schwarz-Gelbe Landesregierung, die sich endlich klar für den Erhalt des Hambacher Forstes aussprechen soll“, sagte der Schüler Jannik Berbalk. Im Anschluss an die Demo sammelten knapp 30 Jugendliche um den Minoritenplatz Müll. Zum Dauerthema wird „Fridays for Future“ für die hiesigen Schulen. In einem Rundschreiben an die Eltern riet die Schulleitung des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums nochmals „dringend von einer Teilnahme während der Schulzeit ab.“ Dem schließt sich das Konrad-Adenauer-Gymnasium an. Eine siebte Klasse und ein Abitur-Kurs des „Steins“ besuchten die Demo. Die Schüler durften selbst entscheiden, ob sie „aktiv oder beobachtend“ teilnehmen.

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