Am Kermisdahl in Kleve Ein Kirschblütenfest fast ohne Kirschblüten

Kleve · Bei der zweiten Auflage des Festes am Kermisdahl in Kleve war die bunte Frühlingspracht der Bäume bereits verblüht. Davon ließen sich die Klever aber ebenso wenig aufhalten wie vom Aprilwetter. Es gab viel zu entdecken.

Nach einem Regenschauer kam am Kermisdahl zwischendurch auch immer mal wieder die Sonne zum Vorschein.

Nach einem Regenschauer kam am Kermisdahl zwischendurch auch immer mal wieder die Sonne zum Vorschein.

Foto: Markus van Offern (mvo)

Der April hat am Samstag während des Kirschblütenfestes am Kermisdahl mal wieder gemacht, was er will. Das Fest wurde von einigen Regenschauern überrascht, hat aber dennoch Besucher angezogen, die ein vielfältiges Angebot genießen durften. Die Veranstaltung, die letztes Jahr schon großen Zuspruch erfahren hat, ging dieses Jahr in die zweite Runde.

Das Fest ist zwar rund um die Kirschblüte gestaltet, aber, wie so häufig, hatte die Natur andere Pläne. Die Bäume am Kermisdahl hatten die Blütenpracht schon wieder abgelegt. Dabei wurde die Veranstaltung extra etwas später angesetzt, denn im vergangenen Jahr waren die Blüten zum Fest noch geschlossen. Davon ließen sich Aussteller und Besucher aber die Laune nicht verderben. Neben ordentlicher Verpflegung und musikalischer Begleitung auf der Wasserbühne durch die Bands „Electric Visions“ und „Stilles Örtchen“, gab es einige Mitmach-Aktionen und Vereinsstände.

Auch der benachbarte Kanu-Klub Kleverland war beteiligt und bot sogar Kanufahrten auf dem Kermisdahl an. Die Voraussetzung sei das Bronze-Schwimmabzeichen, natürlich müsse jeder unerfahrene Kanufahrer begleitet werden und eine Schwimmweste tragen, erklärte Vorsitzender Nils Schraven. Der Kanu-Klub erhofft sich, so neue Mitglieder anzuziehen. Schön am Kanu fahren sei die Verbindung von Natur, Gemeinschaft und Sport. „Der Verein ist wie eine zusätzliche Familie“, sagte Nils Schraven. Zudem lerne man viele neue Gegenden kennen, ergänzte der Wanderwart des Vereins, Dirk Böhmer.

 Unter großen aufgespannten Regenschirmen machten es sich einige Besucher auf den Bänken gemütlich.

Unter großen aufgespannten Regenschirmen machten es sich einige Besucher auf den Bänken gemütlich.

Foto: Markus van Offern (mvo)

Das Montessori Kinderhaus war ebenfalls beim Kirschblütenfest vertreten, zum Basteln und Kinderschminken tummelten sich die kleinen Gäste unter dem schützenden Zeltdach. Gertrud van Weelden freute sich dort über die Begeisterung der Kinder. Zwar stehe der Spaß im Vordergrund, aber das Kinderhaus wolle auch Präsenz zeigen, um bekannter zu werden. Das Montessori Kinderhaus bietet ein breites Programm und Unterstützung für Kinder und ihre Eltern an.

Passend zu den an Japan erinnernden Kirschblüten bot die Hochschule Rhein-Waal einen Haiku-Kurs an. Haiku ist eine traditionelle japanische Gedichtform, die aus drei Versen besteht. Das Haiku eigne sich als eine gute Einleitung in den kreativen Prozess des Dichtens, meint Fiona Kahlau, die den Schreibclub der Hochschule vertritt. Mithilfe von Haikus könne man sich auf die eigene Umgebung besinnen und aus ihr Inspiration ziehen, dazu eignen sich die Kirschblüten besonders gut.

Da sind sie: Einen kleinen Zweig mit Kirschblüten hat unser Fotograf an einem der Bäume noch entdecken können.

Da sind sie: Einen kleinen Zweig mit Kirschblüten hat unser Fotograf an einem der Bäume noch entdecken können.

Foto: Markus van Offern (mvo)

Worte sind nicht jedermanns erste Wahl des Selbstausdrucks, daher wandte sich Joshua Abeng der Malerei zu. Der Künstler ist Teil der Vereinigung „Proclivity for Art“, und malte am Kirschblütenfest live die traumhafte Blütenpracht, auch wenn die Inspiration schon in der Woche zuvor verblüht ist. Fasziniert schauten einige Kunstliebhaber dem 24-Jährigen über die Schulter. Das störe ihn nicht, meinte er tiefenentspannt, dies sei das zweite Mal, dass er live in der Öffentlichkeit male. „Ich bin recht extrovertiert, das hilft mir“, sagte er. Joshua Abeng gibt einen Kunstkurs an der Joseph-Beuys-Gesamtschule. Die Arbeit mit Kindern sei nicht immer einfach, besonders ohne Erfahrung. „Ich gewöhne mich noch dran“, meinte er. „Einfach weitermachen“ sei wohl das einzige, was hilft, diesen Rat gab er auch seinen kunstinteressierten Zuschauern.

Beim zweiten Kirschblütenfest hat die Natur nicht so kooperiert wie gewünscht, aber von Aprilwetter und frühzeitiger Blüte hat sich der begeisterte Klever nicht aufhalten lassen.

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