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Radwandertag im Kreis Kleve

Radwandertag : Auf Entdeckungstour durch die Heimat

82 Routen in 63 Orten zwischen Rhein und Maas standen beim 29. Radwandertag auf dem Programm. Die Gastronomen hatten Hochkonjunktur.

Die Idee für den niederrheinischen Radwandertag wurde 1992 geboren, damals machten nur fünf Kommunen mit. Doch das Konzept avancierte zu einem großen Erfolg: In diesem Jahr fand bereits die 29. Auflage statt, und zwar mit tausenden Radfahrern in 63 Orten zwischen Rhein und Maas. Der Kreiswirtschaftsförderer Hans-Josef Kuypers hatte im Vorfeld erklärt, mit einer Teilnehmerzahl von knapp 30.000 Menschen zu rechnen - und damit sollte er gefühlt Recht behalten.

Vier Routen drängten sich all jenen auf, die sich in der Kreisstadt auf die Sättel schwangen. Eine Route führte von Kleve aus über Kranenburg und Goch zurück zum Startpunkt, knapp 60 Kilometer war die Strecke lang. Bei der kürzeren Fahrradtour mit knapp 42 Kilometern steuerte man Bedburg-Hau und Emmerich an. Bei zwei weiteren ging es über die Grenze: nach Millingen aan de Rijn über Emmerich und nach Gennep mit Halt in Kranenburg.

„Mein Mann und ich sind jedes Jahr dabei. Radtouren machen wir sonntags sowieso fast immer. Der Radwandertag bietet aber natürlich noch deutlich mehr Möglichkeiten, irgendwo einzukehren und in größeren Gruppen zu fahren“, sagte Susanne Kurtig, die sich auf den Radweg in die Grenzgemeinde Gennep machte und so insgesamt 46 Kilometer zurücklegte. „Die Routen sind glücklicherweise genau so abgestimmt, dass der Po am Ende des Tages nicht wehtut, zumindest wenn man ein E-Rad hat. Und auf diesem Wege lernt man seine Heimat doch noch einmal etwas anders kennen“, sagte Kurtig.

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Auf der Suche nach neuen Erfahrungen war auch Manon Loock-Braun, die seit Jahren das Gesicht der Tourismusförderung in Emmerich ist. Erst schickte sie die Teilnehmer in der Rheinstadt auf den Weg, dann fuhr sie selbst los. Manon Loock-Braun nahm sich der Route sechs an, auf der Kleve und Bedburg-Hau lagen. „Wir können mit der Beteiligung zufrieden sein. Das Wetter ist toll und das Angebot klasse“, so Loock-Braun. Ob die Starterzahlen ähnlich stark waren wie 2019, könne man erst im Nachgang abschätzen, so erklärte sie. 

Unterwegs offenbarte sich, dass viele Radfahrer ihr Verkehrsmittel für den Radwandertag herausgeputzt hatten. „Natürlich habe ich das Rad vorher nochmal geputzt. Aber das mache ich immer, bevor wir losfahren. Und am Abend nach der Tour kommt der Lappen dann nochmal zum Einsatz. Man geht mit seinem Fahrrad doch genauso um wie mit seinem Auto“, sagte Bernd Winkel, der sich ebenfalls auf den Weg durch den Nordkreis Kleve machte. Eine wichtige Station war für ihn der Landgasthof Westrich in Bedburg-Hau. Schließlich darf die Kulinarik nicht zu kurz kommen, wenn das Motto „Stadt, Land, Genuss“ lautet.

Am Landgasthof Westrich in Till-Moyland hatte die Gastronomin Anette Opgenoorth ein „Wild“-Grillen auf die Beine gestellt, es gab knackige Krakauer. Zudem stellte das Restaurant hausgemachten Eistee zur Verfügung. Für den Radwandertag wurde ein großer Radparkplatz abgesperrt. Doch einen solchen Ansturm ist man an der Bienenstraße bereits gewohnt. „Sonntags kommen die meisten unserer Kunden sowieso mit dem Fahrrad, zumindest wenn das Wetter einigermaßen ist. Das Radfahren gehört nämlich seit jeher zu unserer Region“, sagte Anette Opgenoorth, deren Landgasthof erstmals beim niederrheinischen Radwandertag mitmachte.

Insgesamt wurden 80 Routen angeboten. Alleine 28 davon befanden sich im Kreis Kleve. Alle 16 kreisangehörigen Kommunen waren dabei. Orientierung An allen Start- und Zielorten erwarteten die Teilnehmer neben den Infoständen und den Kreis-Prospekten auch ein Planer im handlichen Taschenformat, der den Radlern Hilfestellung beim Knotenpunktsystem im Kreis Kleve bot.