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DJK Appeldorn sorgt sich um ihre Zukunft​

Aus den Vereinen : DJK Appeldorn sorgt sich um ihre Zukunft

Das Vereinsleben ist intakt, die Mitgliederzahl trotz Corona stabil. Das Problem ist der Zustand der Sportanlage. Die Stadt hat Modernisierungen gestrichen. Der Verein kann wegen der Eigentumsverhältnisse selbst nicht investieren.

Tage wie diese hatte die DJK Grün-Weiß Appeldorn lange Zeit schmerzlich vermisst. Es herrschte wieder ein reges Treiben auf der Sportanlage an der Heinrich-Eger-Straße, es fanden Turniere für den Fußball-Nachwuchs statt, man traf sich, man sah sich wieder, man unterhielt sich. Der Vorstand hatte ein buntes Programm zum 70-jährigen Bestehen der DJK organisiert. Die Anlage war einige Tage wieder das, was sie vor Ausbruch der Pandemie gewesen war: ein Treffpunkt für die Appeldorner. „Der Verein lebt, das hat diese Veranstaltung gezeigt. Wir sind bislang gut durch die Corona-Krise gekommen und weiter gut aufgestellt. Und die DJK ist finanziell gesund“, sagt Alexander Kannenberg, Vorsitzender des gut 450 Mitglieder zählenden Klubs mit den Abteilungen Fußball, Breitensport und Tanzgarde.

Die Welt der DJK Grün-Weiß könnte somit in Ordnung sein. Trotzdem machen sich Alexander Kannenberg und seine Kollegen im Vorstand Sorgen um die Zukunft ihres Vereins. Der Grund ist der Zustand der Sportanlage, die im Besitz der Stadt Kalkar ist. Die Fußballer spielen und trainieren auf einem Naturrasen- und einem Ascheplatz, der ein Flutlicht hat. Das mag vor einigen Jahren noch gereicht haben, um als Verein attraktiv zu sein. Jetzt ist das nicht mehr der Fall.

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Wer heute optimale Trainingsbedingungen anbieten möchte, der muss die Möglichkeit haben, dass die Kicker aller Altersklassen auf Kunstrasen auflaufen können. So wie in der Nachbarschaft in Rees, Uedem oder Bedburg-Hau. In der Stadt Kalkar ist dagegen bei noch keinem der fünf Fußball-Vereine der künstliche Rasenteppich ausgerollt worden. Ein Standortnachteil, den nicht nur die DJK GW Appeldorn beklagt. Beim BV Sturm Wissel etwa fallen im Winter in schöner Regelmäßigkeit Training und Partien aus, weil die Anlage nicht bespielbar ist. Die SV Hönnepel-Niedermörmter hat den nicht gerade einladenden Zustand ihres Rasenplatzes vor Jahren schon genutzt, um auch mit ein wenig Ironie unter dem Motto „Der Acker bebt“ Werbung in eigener Sache zu machen.

Gespräche der Vereine mit der Stadt Kalkar über eine mögliche Modernisierung der Sportanlagen hat es, so Kannenberg, in der Vergangenheit einige gegeben. Nur ein Fortschritt wurde nicht erzielt. Die DJK etwa hatte den Wunsch, dass der Aschenplatz in ein Rasenfeld umgewandelt wird und am schon existierenden Rasenplatz eine Flutlichtanlage errichtet wird. Und natürlich hat der Klub den Traum, irgendwann auf Kunstrasen spielen zu können. Doch zuletzt mussten alle Pläne wieder in der Schublade verstaut werden. Sie mussten, so Kannenberg, wegen nicht vorhandener finanzieller Mittel der Stadt oder fehlender Bewilligung von Fördermitteln erst einmal zu den Akten gelegt werden.

Nun soll ein Sportstättenkonzept für Kalkar erarbeitet werden. Kannenberg befürchtet, dass dies zum Muster ohne Wert werden könnte. „Denn das Ergebnis könnte sein, dass die Schließung von Anlagen vorgeschlagen wird. Fünf Sportanlagen sind sicherlich auch zu viel für eine Stadt der Größenordnung Kalkars. Doch ob die Politik das dann auch so umsetzen würde, ist für mich die Frage. Ich habe die Sorge, dass wir in einigen Jahren immer noch keinen Schritt weiter sind als heute“, sagt Kannenberg, der erst ab 2015 Kassierer des Gesamtvereins war, ehe er 2021 an die Spitze der DJK aufrückte.

Der Verein, der im Nachwuchsfußball von der E-Jugend an aufwärts Spiel-Gemeinschaften mit dem BV Wissel, dem SuS Kalkar und dem SV Vynen-Marienbaum bildet, wollte in der Not schon Eigeninitiative ergreifen. Die DJK wollte selbst investieren, um etwas zu verbessern auf der Anlage an der Heinrich-Eger-Straße. Zuschüsse erhoffte der Klub sich aus dem großzügig ausgestatteten Landesprogramm „Moderne Sportstättem 2022“.

Doch der Verein hatte keine Chance, Gelder aus dem Topf zu erhalten. Grund: Es existiert kein Pachtvertrag über die Nutzung der Anlage zwischen Stadt und der DJK Appeldorn. Der ist aber Voraussetzung, um Fördermittel zu erhalten. „Einerseits ist es natürlich eine gute Sache, dass wir die Anlage kostenlos zur Verfügung gestellt bekommen. Andererseits stellt sich uns aber aktuell die Frage, ob es nicht besser wäre, einen Pachtvertrag mit der Stadt abzuschließen und dafür zahlen zu müssen. Denn dann könnten wir selbst Zuschüsse beantragen und in die Anlage investieren“, sagt Alexander Kannenberg.

Aktuell ist erst einmal keine Besserung in Sicht. Die DJK Appeldorn muss sich wie die anderen Vereine der Stadt auch in Geduld üben und hoffen, dass sich die Dinge irgendwann bessern. Doch Alexander Kannenberg weiß auch, dass der Verein eigentlich keine Zeit mehr hat, wenn er in Sachen Fußball irgendwie attraktiv bleiben will. Bestes Beispiel ist, dass Sven Kleuskens, Trainer der ersten Mannschaft in der Kreisliga B, dem Verein vor einigen Monaten mitgeteilt hat, dass er die Zusammenarbeit beenden wird, weil er keine Perspektive bei der DJK Appeldorn sieht. Grund: die Sportanlage. Er ist nun Coach bei Viktoria Winnekendonk. Der Verein hat kürzlich seinen neuen Kunstrasenplatz eingeweiht.