Hochschule Rhein-Waal: Tagung zur Fabrik 4.0

Tagung zur digitalen Produktion : Industrie 4.0 für den Niederrhein

Die Digitalisierung der Produktions- und Arbeitswelt schreitet voran. Damit der Niederrhein nicht den Anschluss verliert, organisiert die Hochschule Rhein-Waal eine Tagung in Kamp-Lintfort zur Digitalisierung.

Was ist sich anhört wie Science Fiction, ist längst Realität: Cyberphysische Systeme sind in der Produktion eingezogen, Bots, Computerprogramme, die weitgehend automatisch sich wiederholende Aufgaben abarbeiten, ohne dabei auf einen menschlichen Benutzer angewiesen zu sein, übernehmen zunehmend Aufgaben in der Fabrik. Doch das ist nur der Anfang, wollen Unternehmen endlich den Schritt zur Industrie 4.0 machen, wollen sie in der digitalen Neuzeit ankommen. „Der Grad der Integration digitaler Systeme muss weiter gehen, wenn smarte Fabriken flächendeckend realisiert werden sollen: viele Unternehmen müssen sich wandeln, um Schritt zu halten“, sagt Alexander Klein, Professor für Integriertes Produktionsmanagement an der Hochschule Rhein-Waal (HSRW), Fakultät Technik und Bionik in Kleve. Der Maschinenbauer bringt es schließlich auf den Punkt: Es sei genug geredet, es sei die Zeit zum Handeln gekommen. „Jetzt möchten wir den Impuls liefern, es anzupacken“, verspricht er. Und lädt niederrheinische Unternehmen zur Tagung der Hochschule Rhein-Waal „Digitale Produktion“ ein.

Klein und seine Kollegen von der HSRW sowie Gastredner von der Technischen Hochschule Köln, der Ruhr-Universität Bochum, der Hochschule Niederrhein sowie Unternehmensvertreter wollen am Dienstag, 10. Oktober, von 8.30 Uhr bis 18 Uhr im Hörsaalzentrum auf dem Campus Kamp-Lintfort über die Fortschritte der Digitalisierung der Arbeitswelt sowie über die daraus resultierenden Herausforderungen und Chancen für Unternehmen und Industrie informieren. „Es geht um die Besiedelung des neuen digitalen Kontinents“, sagt der in Kleve lehrende Professor. „Wir möchten die Unternehmen der Region zusammenbringen und dazu ermutigen, sich beherzter als zuvor mit der digitalen Industrie 4.0 zu befassen“, erklärt er. Und das nicht um einen Selbstzweck des „Digitalisieren Willlens“, sondern so, dass es den Unternehmen und den Kunden nützt. „Wir wollen den Teilnehmern ganz konkrete Tipps geben, wie sie ihr jeweiliges Unternehmen in wirtschaftlich nützlicher Weise digitalisieren und modernisieren“, erklärt Klein.

An die Adresse der Arbeitnehmer ergänzt Prof. Torsten Niechoj von der Fakultät Kommunikation und Umwelt: „Die Vielfalt an Produkten wird weiter zu nehmen. Wahrscheinlich wird es nicht zu weniger Beschäftigung kommen, aber es wird sich die Art verändern, wie wir arbeiten werden“, blickt er nach vorne.

Noch würden sich die neuen Technologien nicht in den Produktionsstatistiken niederschlagen. „Doch es zeichnet sich klar ein Wandel ab, etwa durch eine umfassende Vernetzung elektronischer und mechanischer Teile in der Produktion oder durch Bezahldienste über das Smartphone“, sagt Niechoj. Er wird am Nachmittag der Tagung in seinem Beitrag auch die Frage stellen, ob es einen Produktivitätsanstieg durch die digitale Produktion gibt.

Auf der Tagung sollen also diverse Fragen zur Digitalisierung geklärt werden: So eröffnet der Maschinenbauer Klein die Veranstaltung mit der Frage nach der digitalen Produktion: „Was ist das, was soll das, wie geht das?“ Welche Auswirkungen die Digitalisierung auf die Strategie, die Mitarbeiter, die Prozesse und die Technologien hat, klären wiederum Mitarbeiter der Unternehmensberater PwC. Prof. Manfred Wannöfel von der Ruhr-Universität Bochum geht es um die „Industrie 4.0 - Mitbestimmen und -gestalten“.

In den zehn Fachvorträgen sollen so die unterschiedlichen Aspekte der Digitalisierung beleuchtet werden, vom Stand der Technik bis hin zu einer Einschätzung der Auswirkungen. Darüber hinaus gibt es eine Ausstellung, so die Organisatoren, die Aspekte zum Thema digitale Produktion visuell darstellt. Von der Anwendung der Fabriksimulation bis zur Optimierung von Fabrikanläufen und Materialflüssen in Logistikzentren. „Eigentlich sollten wir damit jedes Unternehmen ansprechen“, hofft Klein auf eine große Resonanz der Niederrheinischen Unternehmerschaft. Der Tagungsbeitrag beträgt 100 Euro.

Anmeldung zur Tagung bis Montag, 24. September, unter E-Mail  produktionstagung@hochschule-rhein-waal.de. Weitere Informationen zur Tagung unter www.hochschule-rhein-waal.de/digitale-produktion. Die Tagung ist im Hörsaalzentrum am Campus Kamp-Lintfort, Heinrich-Heine-Allee 25.

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