Fridays for Future demonstrierte in der Klever Innenstadt

FFF : Fridays for Future auch in den Ferien

Teilnehmer der „Fridays for future“-Bewegung trafen sich am Freitag in Kleve, um zu demonstrieren. Dieses Mal im Mittelpunkt der Kundgebung: Das weltweite Schmelzen der Eislandschaften. Weitere Aktionen sind geplant.

„Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut“: Auch am Freitag schallte dieser Ruf der „Fridays for Future“-Bewegung durch die Klever Straßen. Zuvor hatten sich die knapp 100 Demonstranten auf einer Wiese am Ehrenmal versammelt. Auffällig war der blaue Dresscode, in dem viele Teilnehmer erschienen waren. Dieser stand stellvertretend für das Thema der Kundgebung, die Eislandschaften.

Zu Beginn zogen zwei der Organisatoren, Cedric Röhrich und Jannik Berbalk, eine Bilanz. „Vor fast einem halben Jahr sind wir erstmals auf die Straße gegangen“, sagte Röhrich.: „Es ist super, dass wir das auf die Beine gestellt haben. Enttäuscht bin ich einzig von den Ergebnissen: Zwar haben wir es geschafft, dass der Klimanotstand in Kleve ausgerufen wurde, bis auf eine Blumenwiese vor dem Rathaus hat sich jedoch nichts getan.“

Zurückblicken konnte er  auf Demonstrationen mit teilweise 300 Teilnehmern. Diese Anzahl wurde nun zwar nicht erreicht, ausräumen konnte er aber damit, „dass die Demos nur in der Schulzeit stattfinden - auch an Tagen wie heute finden sich zahlreiche Schüler, Auszubildende und Studenten zusammen.“

Auch Berbalk wollte sich mit dem bisher Erreichten nicht zufrieden geben. So müsse er, um an der Bewegung in Kleve teilzunehmen, 25 Euro für die Zugfahrt aus seiner Heimatstadt Geldern aufbringen. „Ein Flug von Weeze nach Mallorca kostet gerade einmal 20 Euro. Dies steht in keinem Verhältnis“, so der Abiturient: „Außerdem kann es nicht sein, dass so wenig neue Bäume gepflanzt werden, während im Reichswald Bäume aufgrund von Wassermangel gefällt werden müssen.“ Hier wies er gleichzeitig auf den Dresscode der Demonstration hin, der mit blauen Farben an eine Welle erinnern und auf die Eislandschaften hinweisen sollte.

Falls die Weltbevölkerung nichts an ihrem Lebensstil ändert, ist die Erde Forschern zufolge in 5000 Jahren eisfrei. Dies könnte in der Konsequenz bedeuten, dass große Landflächen von Ländern wie Dänemark oder den Niederlanden von der Karte ausradiert würden. Laut einer Studie von Forschern aus London und dem australischen Hobart sind aber schon die kommenden zehn Jahre entscheidend. Bei größeren klima- und umwelt-technischen Maßnahmen und einer konsequenten Umsetzung sei es möglich, dass der Planet Erde noch mehr oder weniger verschont würde. Ansonsten würde es einen radikalen Anstieg des Meeresspiegels geben.

Doch bereits jetzt sind erste Folgen offensichtlich. Wer vor zwanzig Jahren in den Alpen im Wanderurlaub war, wird noch deutlich mehr Gletscherflächen zu Gesicht bekommen haben als heutzutage. Ein weiteres Beispiel: Auf der Insel Ile aux Cochons nahe des Südpols schrumpfte die einst größte Kolonie von Königspinguinen um 90 Prozent, in konkreten Zahlen von 500.000 auf 60.000.

Auch ein Eisbär mit dem Plakat „Rette mich“ machte in der Klever Innenstadt auf das Thema Eislandschaften aufmerksam. Foto: Markus van Offern (mvo)

Um auf Verhältnisse wie diese aufmerksam zu machen, demonstrierten die Teilnehmer der FFF-Bewegung nach ihrem Dialog durch Kleve und wiesen auf die nächsten Termine hin. So soll Ende August der Gocher Bahnhof mit einer großen Aktion aufgeräumt und entmüllt werden. Bereits am Montag um 18 Uhr wird in der Hagschen Straße in Kleve eine Aufräum-Aktion gestartet. Im September kommt es dann noch mal zu einem „Generalstreik, bei dem neben Schülern und Studenten auch berufstätige Menschen dazu aufgerufen sind, zu streiken und zu demonstrieren“, so Berbalk.