Evers ist der neue Leiter der Polizeiwache in Kevelaer

Wallfahrtsstadt Kevelaer : Ur-Kevelaerer führt Polizeiwache

Norbert Evers ist neuer Leiter der Polizeiwache in der Wallfahrtsstadt. Der 53-Jährige kehrt damit quasi in seine Heimatstadt zurück, in der geboren und aufgewachsen ist und 1985 am KvG-Gymnasium sein Abitur ablegte.

Wenn Norbert Evers den Gehweg vor seiner neuen Dienststelle am Peter-Plümpe-Platz betritt, bedarf es nicht lange, ehe er den ersten Bekannten trifft. Denn Evers kennt seine Stadt und deren Bewohner. Und die Menschen kennen ihn. Schließlich ist er in Kevelaer geboren und aufgewachsen, hat am Kardinal-von-Galen-Gymnasium 1985 sein Abitur gemacht.

Seit dem 1. Juli ist der 53-Jährige zurück in „seiner“ Marienstadt. Er leitet seit gut acht Wochen die Polizeiwache Kevelaer, ist zudem zuständig für den Bezirksdienst Kevelaer und Weeze. Der Polizeihauptkommissar übernahm die Stelle des Wachleiters von Thomas Jäger. Dieser übernahm die Leitung des Verkehrsdienstes der Polizei Kleve. Zuletzt arbeitete Evers, der in Weeze wohnt, viele Jahre als Dienstgruppenleiter bei der Polizeiwache in Geldern.

Fast 35 Jahre ist er insgesamt schon im Polizeidienst tätig. Einen Plan B hatte er nach dem Abitur nicht, brauchte er aber auch nicht. „Denn die Zusage für die Polizei hatte ich damals schon, weil ich mich bereits ein Jahr zuvor beworben hatte“, sagt Evers. „Die Arbeit als Polizist fand ich immer schon spannend, weil sie so abwechslungsreich ist“, sagt der Vater eines 24-jährigen Sohnes. Nach der Ausbildung in Linnich im Kreis Düren 1985 wechselte er 1990 nach Düsseldorf, blieb dort acht Jahre und studierte in dieser Zeit auch noch an der Fachhochschule, um in den gehobenen Dienst wechseln zu können. Am Niederrhein blieb er trotz der Entfernung wohnen. Evers ist heimatverbunden. Daraus macht er keinen Hehl. 1998 folgte der Wechsel in die Wache nach Geldern.

Dass er nun in der Stadt die Wache leitet, in der aufgewachsen ist, sei für ihn etwas Besonderes. Es erleichtert aber auch einiges. „Wenn man zum Beispiel die Feuerwehrleute vor Ort kennt, hilft das natürlich bei der Zusammenarbeit und macht sie einfacher.“ Das gelte auch für den Austausch mit Behörden oder Ämtern. Mit Heinz-Josef Theunissen, dem Abteilungsleiter des Kevelaerer Ordnungsamtes, spielt er zusammen Fußball bei den Alt-Herren des Kevelaerer SV. Mit Ludger Holla, dem Fachbereichsleiter des Ordnungsamtes, ist er zur Schule gegangen. Die Wege für Evers sind also kurz.

Wie viele seiner Kollegen hat auch der gebürtige Kevelaerer durch die täglichen Einsätze eine veränderte Wahrnehmung gegenüber Polizisten in der Gesellschaft festgestellt. „Bei vielen Menschen ist der Respekt ein Stück weit verlorengegangen“, sagt Evers. „Wir erfahren mehr Gegenwehr bei den Einsätzen und die Stimmung vor Ort ist oftmals aggressiver als früher.“

Positiv gegenüber steht er dem technischen Fortschritt, der sich auch in der Polizeiarbeit, etwa durch neue Diensthandys, modernere Fahrzeuge oder Funkgeräte, niederschlägt. „Als ich bei der Polizei angefangen habe, haben wir die Berichte noch auf der Schreibmaschine getippt. Darüber müssen die jungen Kollegen heute schmunzeln, wenn ich ihnen davon berichte“, sagt der 53-Jährige. „Deshalb hoffe ich, dass wir durch die technischen Neuerungen einfach noch effektiver werden.“

In seiner neuen Wache in Kevelaer habe er sich schon gut eingefunden. Durch die neue Position als Leiter hat sich seine Tätigkeit verändert. „Ich fahre jetzt natürlich weniger raus und arbeite dafür mehr im Büro“, sagt Evers. Er ist nun vor allem mit der Planung von Großeinsätzen wie der Motorrad- und der Tamilen-Wallfahrt beschäftigt und für die Personalplanung zuständig. „Neu sind aber auch die vielen Besprechungen, wie zum Beispiel mit den anderen Wachleitern aus dem Kreis Kleve“, sagt Evers, in dessen Wache insgesamt 21 Polizisten arbeiten. Die Sicherheitslage in Kevelaer und Weeze schätzt er insgesamt als gut ein. Das soll auch so bleiben, das hat er sich fest vorgenommen. „Wir wollen schnell vor Ort und für die Kevelaerer und Weezer ansprechbar sein.“ Er selbst sowieso. Denn Evers kennt seine Stadt. Und die Menschen ihn.

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