1. NRW
  2. Städte
  3. Kempen

Zwei Männer aus Willich und Tönisvorst wegen Raubes in Kempen vor Gericht

Prozess am Landgericht : Vorwurf: Kempener mit Messer bedroht und beklaut

Zwei junge Männer aus Willich und Tönisvorst stehen wegen schweren Raubes vor dem Landgericht in Krefeld. Die Tat ereignete sich im Juni vergangenen Jahres in Kempen. Das Urteil könnte am 23. Juni verkündet werden.

Vor dem Krefelder Landgericht begann jetzt der Prozess gegen zwei Männer aus Tönisvorst und Willich. Den 23 und 25 Jahre alten Angeklagten wird besonders schwerer Raub vorgeworfen. Die beiden sollen, als sie sich im Juni 2019 mit einem weiteren Mann in der Kempener Wohnung eines Bekannten aufgehalten haben, diesen mit einem Messer bedroht und gefesselt haben. Im Anschluss stahlen sie laut Anklageschrift verschiedene Gegenstände im Wert von über 1400 Euro, darunter einen Fernseher und eine Spielkonsole.

Die beiden Beschuldigten wollten sich vor Gericht zunächst nicht zur Sache äußern. Der Geschädigte sagte im Zeugenstand aus, dass er die Männer, die er eher flüchtig kennt, zufällig getroffen habe. Sie seien in Begleitung einer dritten Person gewesen. Man habe sich unterhalten und sei schließlich in der Wohnung des Zeugen „gelandet“. Dort hätte das Trio Alkohol konsumiert, während sich der später Geschädigte unter anderem mit seiner Spielkonsole beschäftigte. Plötzlich sei der 23-jährige Beschuldigte aufgestanden und habe verkündet, er wolle jetzt Schulden eintreiben. „Das verstand ich nicht, weil ich bei keinem der drei Schulden hatte“, so der Kempener. Einer der Männer habe ihm dann ein Messer an den Hals gehalten und ihm mehrmals leicht gegen den Hinterkopf geschlagen. Zudem sei er mit Klebeband gefesselt worden. Vorher und nachher hätten die Männer diverse Sachen aus seiner Wohnung nach draußen getragen. „Und sie haben die ganze Zeit gekichert“, meinte der Zeuge.

Am folgenden Tag, nachdem er bereits Anzeige erstattet habe, hätte einer der Angeklagten eine Nachricht auf seinem Anrufbeantworter hinterlassen, so der Kempener vor Gericht weiter. Demnach sei das alles nur „Spaß“ gewesen, und er erhalte seine Sachen zurück. „Ich bekam aber nur einen Teil der Gegenstände wieder“, sagte der Zeuge. Kontakt hatte er mit den Angeklagten seit dem Vorfall nicht mehr. Allerdings sei er ein paar Wochen danach von zwei maskierten Männern, „die aus einem Auto sprangen“, auf der Straße verprügelt worden.

Der Prozess wird am Dienstag, 23. Juni, 13 Uhr, fortgesetzt. Dann könnte das Urteil gefällt werden.

(sste)