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Verkehrsunfallzahlen im Kreis Viersen sinken in der Corona-Krise

Statistik für den Kreis Viersen : Weniger Unfälle in der Corona-Krise

Die Zahl der Verkehrsunfälle im Kreis Viersen ist im März, April und Mai im Vergleich zum Vorjahr teils deutlich gesunken. Die Polizei führt den Rückgang darauf zurück, dass weniger Menschen unterwegs waren.

Kaum noch Autos auf den Straßen, weniger Fußgänger auf den Gehwegen: Die Corona-Krise sorgte Mitte März dafür, dass sich der öffentliche Raum im Kreis Viersen schlagartig leerte. Und das wiederum hatte etwas anderes zur Folge: Die Zahl der Verkehrsunfälle – etwa Auffahrunfälle, Unfälle mit Pedelec oder beim Einparken – ist im März, April und Mai im Vergleich zum Vorjahr teils stark gesunken. „Das führen wir darauf zurück, dass in den vergangenen Wochen weniger Menschen unterwegs waren“, bestätigt Polizeisprecher Wolfgang Goertz. Vor allem bei den Sachunfällen, dazu zählen zum Beispiel Auffahrunfälle mit Blechschaden, Parkplatzrempler mit Unfallflucht und Unfälle beim Abbiegen, sei ein deutlicher Rückgang festzustellen.

Der Polizei liegen jetzt Daten aus der Landesstatistik für die vergangenen drei Monate vor. Für Mai könnten sich aber noch durch weitere Auswertungen leichte Abweichungen ergeben, sagt Polizeisprecher Goertz.

 Laut Statistik gab es im März 2020 in den Städten und Gemeinden im Kreis Viersen insgesamt 588 Sach­unfälle, dazu 61 Verkehrsunfälle, bei denen Menschen verletzt wurden. Im Jahr zuvor waren es noch 68 Unfälle mit Verletzten und 728 Sach­unfälle. Auch im April waren die Unfallzahlen 2020 (475 Sachunfälle; 56 Unfälle mit Verletzten) niedriger als 2019 (675 Sachunfälle; 82 Unfälle mit Verletzten). Für Mai wurden 516 Sachunfälle und 69 Unfälle mit Verletzten verzeichnet. Für Mai 2019 waren es 702 Fälle mit Sachschaden und 83 Unfälle mit Verletzten. Im Laufe der vergangenen Wochen wurden im Straßenverkehr im Kreis Viersen etwa halb so viele Menschen verletzt wie im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Bezogen auf die Zahl der Verkehrsunfälle von Januar bis Mai, bei denen Personen verletzt wurden, erklärt der Polizeisprecher: „Sowohl 2019 als auch 2020 sind Pkw am meisten an den Unfällen beteiligt. Dann folgt ebenfalls in beiden Jahren schon die Gruppe der Rad- und Pedelecfahrer. Dann folgen Fußgänger, dann die Lkw. Kräder sind am wenigsten beteiligt, wobei hier die Beteiligung von zwölf auf 15 stieg.“ Hauptunfallursache insgesamt seien weiterhin Fehler beim Abbiegen und Vorfahrtsverstöße. Die meisten Unfälle ereigneten sich dort, wo vergleichsweise viele Menschen leben und das Verkehrsaufkommen höher sei – also in den Städten Viersen und Nettetal.

Raser haben es anscheinend nicht übermäßig ausgenutzt, dass sie in den vergangenen Wochen häufiger freie Fahrt auf leeren Straßen im Kreis Viersen hatten: Es seien keine Fahrer wegen außergewöhnlich hoher Überschreitung des Tempolimits aufgefallen, berichtet Wolfgang Goertz. Während bei Geschwindigkeitskontrollen im März 2019 insgesamt 1690 Verstöße festgestellt wurden, waren es im März 2020 etwa 1260. „Das hat aber auch damit zu tun, dass wir aufgrund der Vorkehrungen hinsichtlich Ansteckungsminimierung weniger kontrollieren konnten“, erläutert der Polizeisprecher.

Weder im April 2020 noch im April 2019 sind im Kreis Viersen Kinder mit dem Fahrrad verunglückt. Für den März sank die Zahl von vier auf zwei. Für Mai 2020 ist ein Verkehrsunfall erfasst, bei dem ein Kind mit seinem Fahrrad involviert war, im Mai 2019 waren es sechs. Insgesamt gab es 2020 von Januar bis Mai zehn Unfälle, an denen Rad fahrende Kinder beteiligt waren.

Polizeisprecherin Antje Heymanns berichtet von einem guten Trend: 2019 seien für die ersten fünf Monate des Jahres 15 und davor 17 (2018), 26 (2917) sowie 34 (2016) Unfälle mit Kindern und Fahrrädern vermerkt. Die strategische Ausrichtung habe mittlerweile deutlich Wirkung gezeigt, erläutert Wolfgang Goertz. Zuletzt hatte die Polizei verstärkt auf Kampagnen und Verkehrskontrollen zum Schutz von Radfahrern gesetzt.