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Grefrath/Willich/St. Tönis: Kaum Probleme beim regulären Schulunterricht

Grefrath/Willich/St. Tönis : Kaum Probleme beim regulären Schulunterricht

Nach den erneuten Lockerungen der Corona-Vorschriften sind die Schulleitungen mit dem Neustart in den Grundschulen zufrieden. Für die Pausenaufsicht brauchen sie aber mehr Personal.

Als ganz gut gelungen bezeichnet Berrit Liebisch, Schulleiterin der Gemeinschaftsgrundschule Grefrath, den ersten Tag, der nahezu im Normalbetrieb angelaufen ist. „Für die Kinder war es schon ein großer Unterschied, von der zehnköpfigen Lerngruppe im Präsenzunterricht wieder als Klasse mit 26 Schülern zusammenzukommen. Sie hinterfragen auch, warum sie in der OGS auf einmal mit den Kindern aus den anderen Klassen zusammen sein dürfen, was morgens im Unterricht und den Pausen nicht erlaubt ist“, berichtet Liebisch.

Die Rektorin hatte die Eltern, deren Kinder die Offene Ganztagsbetreuung (OGS) nutzen, gebeten mitzuteilen, ob der Besuch der OGS gewünscht ist. Bei 60 Prozent war das der Fall. In Grefrath liefen die gewohnten fünf und in Oedt die bekannten drei OGS-Gruppen sowie jeweils eine Gruppe der Betreuung von 8 bis 13 Uhr wie immer. Allerdings mit weniger Kindern und in anderer Zusammensetzung.

Ansonsten heißt es nach wie vor, sportliche Bewegung ist allenfalls auf der Wiese oder dem Sportplatz möglich. „Vom Sport und normalen bewegungsintensiven Unterricht sind wir noch weit entfernt“, sagt Liebisch. Nach wie vor bereiten die Fachlehrer für ihre Kollegen Unterricht vor, da eine Lerngruppe nach Möglichkeit nur von einem Lehrer betreut werden soll. Etwas, das an den Grundschulen aufgrund der Vielzahl der Teilzeit-Lehrkräfte aber gar nicht umzusetzen ist.

„Der Neustart hat gut geklappt“, meint Pia Rommerskirchen. Die Leiterin der Willicher Kolpingschule spricht dabei aber von einem Kraftakt für die Kollegen. Neben dem Unterricht sind sie alle auch in den Pausen im Einsatz. Denn statt einem großem Schulhof mit zwei Aufsichtspersonen, muss nun in den neu angelegten Teilabschnitten jede einzelne Klasse getrennt beaufsichtigt werden. „Für die Lehrer gibt es damit keine richtige Pause. Dies kann kein Dauerzustand bleiben. Dafür bräuchten wir mehr Aufsichtspersonal“, sagt Rommerskirchen. Die Kinder seien insgesamt einfach nur glücklich, wieder in der Schule zu sein, und nähmen auch die sogenannte zweite Lerngruppe hin, fügt sie an.

Als eine logistische Herausforderung, alle Kinder wieder in den Klassen zu haben und trotzdem Abstand zu halten, wo es geht, beschreibt Silvia Specker-Mattißen, die Leiterin der Gemeinschaftsgrundschule Corneliusstraße in St. Tönis, den ersten Tag. „Die Kinder ziehen dabei aber toll mit“, lobt sie. Für die OGS hat die Grundschule die ansonsten jahrgangsgemischten Gruppen nun stufenweise zusammengefasst, um die Durchmischung so klein wie möglich zu halten.