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Langenfeld Landgericht verurteilt Syrer zu zwei Jahren Haft

Langenfeld Gericht : Landgericht verurteilt Syrer zu zwei Jahren Haft

Er soll seine Frau (30) geschlagen und sie dazu genötigt haben, ihm ein Goldversteck zu verraten. Mit dem Schmuck in der Tasche soll der in Langenfeld lebende Syrer aus der gemeinsamen Wohnung gelaufen sein.

Das Gericht sah seine Schuld als erwiesen an und schickte den 37-Jährigen  für zwei Jahre und zehn Monate in Haft.

Der Prozess erlaubte einen Einblick in eine Ehe, die nach islamischem Recht nur deshalb zustande gekommen war, weil die Eltern  es so gewollt hätten. „Liebe war das nicht“, war dazu vom Angeklagten zu hören, dem es dazu auch nicht gefallen hatte, dass sich seine Frau zunehmend von ihm emanzipiert hatte. Sie habe ihm ständig gesagt, dass sie jetzt in Deutschland leben würden und hier nun mal das Recht auf Seiten der Frau sei. Das sei auch der Grund dafür gewesen, dass sie ihn nach dem Streit aus der gemeinsamen Wohnung geworfen habe. Er sei erst stundenlang durch die Nacht gefahren – und dann zu seinem Bruder nach Wuppertal. Den Spiegel im Schlafzimmer, der bei der Streiterei zu Bruch gegangen sein soll, habe seine Frau eingeschlagen.

Das Gericht glaubte dem Angeklagten seine Version nicht und sah vielmehr ihn als denjenigen an, der den Spiegel zerschlagen hat. Dazu soll er solange auf seine Frau eingeschlagen haben, bis er müde geworden sei. Dass er sie dazu auch noch mit einem Messer bedroht haben soll, bestritt der Angeklagte. Auch die 4500 Euro will er nicht mitgenommen haben – das hatte seine Frau zuvor behauptet. Ob er sie geschlagen hat oder nicht? Das wisse er nach vier Flaschen Bier nicht mehr so genau. Unbestritten ist hingegen: Den Goldschmuck der Tochter hat er eingesteckt – gekauft hatte er ihn vom Kindergeld.

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Begonnen hatte der Streit der Eheleute auf dem Marktplatz und was beide dazu gesagt haben, ließ eines deutlich werden: Das Leben in einem Land jenseits traditioneller Rollenmuster hatte dieser Beziehung so einiges abverlangt. Das seine Frau ständig neue Klamotten habe kaufen wollen, habe ihn genervt – so der Angeklagte. Und an besagtem Tag habe sie unbedingt noch zum Shoppen nach Duisburg fahren wollen. Schon auf dem Markt hätten sie gestritten.  Anstatt den Streit  miteinander beizulegen, wurde die Verwandtschaft aus Syrien per Telefon zugeschaltet – ohne Erfolg. Am Ende soll der 37-Jährige per  WhatsApp gedroht haben, seine Frau als Leiche nach Syrien zurückzuschicken, wenn sie die Kinder behalte.