Kindergarten-Situation in Kempen

Kindergartensituation : Kraftakt für die Kinderbetreuung

Für fast alle Kinder konnte das Kempener Jugendamt zum 1. August einen Betreuungsplatz bereitstellen. In einigen Fällen wird allerdings in Zusammenarbeit mit den betroffenen Eltern noch nach individuellen Lösungen gesucht.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Kempener Jugendamt, die für die Kindergartenplanung zuständig sind, haben in den vergangenen Wochen noch einmal richtig Gas gegeben, damit die angemeldeten Kinder auch den von den Eltern gewünschten Betreuungsplatz in einer Kita oder bei einer Tagespflegeperson bekommen konnten. Zum 1. August hat das neue Kindergartenjahr begonnen. Nicht in allen Fällen ist es gelungen, die gewünschte Betreuung zu realisieren. „Für etwa 30 Eltern suchen wir nach individuellen Lösungen. Nach den Ferien werden sie entsprechend beraten“, erklärt der zuständige Dezernent und kommissarische Jugendamtsleiter, Michael Klee, im Gespräch mit unserer Zeitung.

Leider hat sich das vorgesehene Kita-Ausbau-Programm der Stadt Kempen nicht – wie gewünscht – realisieren lassen. Wie berichtet, hat sich zunächst kein Anbieter für die geplante Interimskita an der Stendener Straße in St. Hubert finden lassen. Auf die Ausschreibung des Hochbauamts hatte sich kein Unternehmen gemeldet. Das Hochbauamt hat inzwischen bei einigen Anbietern nachgefasst. „Leider können die Firmen nur zu deutlich höheren Kosten entsprechende Module für eine Sechs-Gruppen-Einrichtung liefern“, sagt Klee. Zum Hintergrund: Die Nachfrage nach solchen Fertigbauten ist nach wie vor sehr hoch, weil viele Kommunen landauf und landab neue Betreuungsplätze für Kinder schaffen müssen. In den nächsten Wochen will die Verwaltungsspitze im Kempener Rathaus entscheiden, ob möglicherweise zu einem höheren Preis eine Interimskita angemietet wird.

Die Einrichtung an der Stendener Straße in St. Hubert war ursprünglich für ein Jahr zur Miete geplant. Jetzt geht die Stadt Kempen von einer Mietdauer von zwei Jahren aus. Wann sie realisiert werden kann, bleibt also offen.

Bewegung kommt dagegen in den Bau von zwei zusätzlichen Kindergärten, die die Stadt möglicherweise mit privaten Partnern und freien Trägern betreiben will. Auf Vorschlag der CDU-Fraktion hatte der Stadtrat beschlossen, für das Vorhaben private Investoren zu suchen, die auf zwei städtischen Grundstücken Kindergärten mit sechs bis sieben Gruppen bauen und dann langfristig an die Stadt vermieten. Die Stadt stellt dafür entsprechende Grundstücke zur Verfügung. Erste Wahl sind nach wie vor das Areal zwischen Reithalle und Flüchtlings-Wohnhäusern am Schmeddersweg in Kempen und die Freifläche neben der Kita an der Bendenstraße in St. Hubert.

Private Partner sind noch nicht im Gespräch mit der Stadt, gleichwohl ist die Stadt ihrerseits bereits auf der Suche nach einem freien Träger, der eine der beiden Kindergärten in Eigenregie führt. Dazu wurde ein so genanntes Interessenbekundungsverfahren eingeleitet. Eine interne Auswahlkommission wurde gebildet, die die Grundlagen für dieses Verfahren schafft und später bei der Auswahl des Trägers mitwirkt. Als erster Schritt in diesem Verfahren sollen im September freie Träger angefragt werden, ob sie Interesse daran haben, in Kempen eine Kindertagesstätte zu betreiben. Freie Träger sind beispielsweise die Arbeiterwohlfahrt oder der katholische Verbund „Horizonte“. Den anderen geplanten Kindergarten will die Stadt selbst betreiben.

Personal für die Kinderbetreuung hat die Stadt gottlob ausreichend. Da der Start der Interimskita noch auf sich warten lässt, werden die hierfür bereits eingestellten Erzieherinnen in anderen städtischen Kitas eingesetzt. Dort sind einzelne Gruppen auch mit bis zu drei Kindern zusätzlich belegt. Zudem gibt es weiterhin eine Notgruppe im „Haus für Familien – Campus“ am Spülwall in Kempen.

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