Keine Firma gefunden, die Interims-Kindergarten für Kempen baut

Kita-Plätze : Neue Probleme bei Kita-Betreuung

Die Interimslösung an der Stendener Straße in St. Hubert wird es vorläufig nicht geben. Kein Hersteller von entsprechenden Modulbauten hat auf die Ausschreibung der Stadt Kempen reagiert. Ob und wann die Einrichtung kommt, ist fraglich.

Die Stadt Kempen hat das Personal bereits zum 1. August eingestellt. Noch Ende April dieses Jahres zeigte sich der zuständige Beigeordnete Michael Klee zuversichtlich, dass die Stadt den Rechtsanspruch von Eltern, die ihr Kind für eine Betreuung in einer städtischen Einrichtung zum neuen Kindergartenjahr angemeldet haben, in vollem Umfang erfüllen kann. Das Jugendamt hatte da 69 Familien, die beim Anmeldeverfahren im ersten Anlauf keine Plätze für ihre Kinder bekommen hatten, zu einem Gespräch eingeladen. Ihnen wurden Plätze in der noch zu bauenden Interims-Kita auf dem Gelände am St. Huberter Forum an der Stendener Straße angeboten.

Schon im April stand fest, dass diese neue Einrichtung mit fünf Betreuungsgruppen nicht rechtzeitig zum Beginn des neuen Kindergartenjahres am 1. August fertig gestellt sein wird. Der 1. Oktober war da als Eröffnungstermin für die Kita in Modulbauweise angepeilt worden. Doch auch daraus wird nun nichts, wie die betroffenen Eltern aus einem Schreiben, das das Kempener Jugendamt am vergangenen Freitag verschickt hat, erfahren haben. Die Hauptbotschaft: Die Kita wird nicht rechtzeitig fertig, weil es derzeit keine Firma gibt, die sie baut. „Obwohl mehrere Firmen im Vorfeld Interesse an einem entsprechenden Auftrag geäußert haben, sind keine Angebote von den Firmen eingegangen, so dass das Ausschreibungsverfahren erfolglos beendet werden musste“, so Beigeordneter Michael Klee in dem Brief an die Eltern. Klee leitet seit dem vergangenen Sommer in Personalunion auch das Jugendamt, nachdem die langjährige Leiterin Heike Badberg zur Stadt Krefeld gewechselt war.

Um es klar zu sagen: Dass es nun zu dieser misslichen Lage gekommen ist, liegt nicht am Jugendamt. Für die Ausschreibung von Hochbauten ist das Hochbauamt zuständig. Aber auch dort war diese Entwicklung nicht absehbar, hatten sich doch einige Firmen durchaus für Anlieferung, Montage und Einrichtung von Modulen, die die Interimskita bilden sollten, interessiert. Doch angesichts der großen Probleme, die alle Kommunen landauf und landab mit der Schaffung von Betreuungsplätzen für Kinder haben, ist dieses Ergebnis, das die Stadt Kempen nun sehr hart trifft, nicht verwunderlich. Auch die Anbieter von Fertigbaulösungen können sich ihre Aufträge derzeit aussuchen.

  • Kempen : Rund 60 Eltern derzeit ohne Betreuungsplatz in einer Kita
  • Kempen : Kita-Plätze: Eltern haben einen Rechtsanspruch
  • Bedarf an Erzieherinnen : Kempen auf der Suche nach Kita-Personal

Die Kempener Bauverwaltung hat nach Angaben von Michael Klee zwischenzeitlich direkt mit den Anbietern Kontakt aufgenommen, „um eine möglichst zeitnahe Errichtung und Anmietung für den Übergangsbau zu erreichen“. Allerdings lasse sich derzeit nicht „mit ausreichender Sicherheit“ ein Datum für die Fertigstellung und die Aufnahme des Kita-Betriebs bestimmen. Klee: „Die Bauverwaltung arbeitet mit Hochdruck an einer schnellen Realisierung.“

Für Kinder unter drei Jahren will das Jugendamt eine Betreuung im Rahmen der Kindertagespflege ermöglichen. Die meisten Kinder, für die die Eltern im ersten Anlauf keinen Betreuungsplatz in einer Kita erhalten hatten und die auf die Interimskita verwiesen wurden, sind unter drei Jahren.

Die Interimskita am Stendener Weg war ursprünglich als Übergangslösung für ein Jahr gedacht. Bis zum Beginn des Kindergartenjahr 2020/2021 am 1. August 2020 sollten zwei neue Kindergärten mit jeweils sechs Gruppen ihren Betrieb aufnehmen. Aber schon Ende April teilte Baudezernent Marcus Beyer mit, dass auch dieser Termin nicht einzuhalten sei. Eine der neuen Kinderbetreuungseinrichtungen soll am Schmeddersweg neben dem ehemaligen Sporthotel, die andere neben der bestehenden Kita an der Bendenstraße in St. Hubert gebaut werden. Die CDU hatte seinerzeit beantragt, private Partner oder freie Träger für diese Kindergärten zu suchen. Unklar ist derzeit, ob solche Partner gefunden werden können.Es soll zumindest Interessenten geben.

Mehr von RP ONLINE