60 Eltern derzeit ohne Betreuungsplatz: Absagen bei Kita-Plätzen in Kempen

Kempen : Rund 60 Eltern derzeit ohne Betreuungsplatz in einer Kita

Die Stadt Kempen kann nicht allen Kindern einen Platz bieten, weil sich der Bau der Interimskita verzögert.

Rund 60 Eltern bekommen derzeit in Kempen zum neuen Kindergartenjahr keinen Betreuungsplatz für ihr Kind in einer Kita, obwohl es rechtzeitig angemeldet worden ist. Vor einigen Tagen hat die Stadt entsprechende Absagen per Brief verschickt. Seitdem stehen die Telefone beim Jugendamt nicht mehr still. Erboste Eltern melden sich, hatten sie sich doch auf die Ankündigung der Stadt, alle angemeldeten Kinder würden ab 1. August einen Betreuungsplatz erhalten, verlassen.

Der zuständige Jugenddezernent Michael Klee bestätigte am Mittwoch, dass Absagen an Eltern verschickt worden sind. Sie hängen mit dem Bau der geplanten Interimskita an der Stendener Straße in St. Hubert zusammen. Die wird nicht rechtzeitig bis zum 1. August fertig sein. Klee rechnet mit einer Eröffnung erst für Oktober oder November dieses Jahres. Die Kinder all derjenigen Familien, die nun eine Absage erhalten haben, waren für diese Interimskita vorgesehen. Sie wurden zunächst bis Anfang April vertröstet. Bis dahin müssen alle Eltern mit Zusagen den ihnen angebotenen Kindergartenplatz bestätigen. Danach soll eine Vergabe von „Nachrücker-Plätzen“ beginnen.

Dabei werden aber nicht genug Plätze bereitgestellt werden können, so dass die Stadt weiter improvisieren muss. Eltern mit Kindern unter drei Jahren soll ein Platz bei einer Tagesmutter vermittelt werden. Die Notgruppe, die es derzeit im „Haus für Familien – Campus“ in Kempen gibt, soll verlängert werden. Das Landesjugendamt hat das bereits genehmigt.

Dezernent Klee weist allerdings auch noch einmal darauf hin, dass nicht alle Kinder in einer von den Eltern gewünschten Kita untergebracht werden können. „Eine wohnortnahe Versorgung ist derzeit nicht in allen Fällen möglich“, sagt er. Die Interimskita in St. Hubert ist für das gesamte Stadtgebiet geplant.

Den betroffenen Eltern hilft das derzeit wenig. Sie sind verunsichert und auch erbost.

(rei)
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